EIN KUNST AM BAU PROJEKT FÜR DIE FELLERSTRASSE 11:

Die Renovation der grosszügigen Fabrikräume für die Hochschule der Künste Bern an der Fellerstrasse 11 in Bethlehem bietet der kantonalen Kunstkommission eine besondere Gelegenheit zu «Kunst am Bau». In engem Kontakt mit den Nutzerinnen und Nutzern wurde ein Direktauftrag an die palästinensisch-britische Künstlerin Mona Hatoum vergeben.

Nach einem Besuch der Räume während des Umbaus formulierte die Künstlerin mehrere Vorschläge. Aufgrund der neusten Werkentwicklung hat sich schliesslich ein Vorschlag durchgesetzt, der von den historisch gewachsenen, politisch erstrittenen Grenzen von Ländern ausgeht.

Die Werkstrasse im Erdgeschoss der Fellerstrasse 11 ist die zentrale Passage für Menschen und Werke, die in diesem grosszügigen Fabrikgebäude zirkulieren. Wo heute einfache Leuchtstoffröhren den Durchgang erhellen, soll sich künftig eine Lichtdecke erstrecken, die alle aktuellen Länder der Erde als abstrakte Neonformen zu einem strahlenden Ornamentband versammelt. Mit 550 m2 wird diese Arbeit eine der grössten Interventionen von Kunst am Bau in der Schweiz sein.

Immer mehr ist auch der Alltag der Hochschule durch die Auseinandersetzung mit globaler Migration geprägt. Menschen mit Wurzeln in verschiedensten Ländern arbeiten hier unter einem Dach zusammen. Die aktuellen Staatsgrenzen sind dabei eine Metapher für erfahrene oder erzwungene Identität. Bei aller Globalisierung sind die Landesgrenzen nicht verschwunden. Vielmehr sind sie zu abstrakten Formen geworden, die eine höchst konkrete, selektive Durchlässigkeit für Menschen mit unterschiedlichen Rechten kennen.

In der Installation von Mona Hatoum werden die Grenzen leuchten und, je nach Blickwinkel, sich hart gegeneinander behaupten oder an einem hell strahlenden Horizont zerfliessen.

KOSTENPROGNOSE

18.1.2010 in CHF

Kunstwerk, inkl. Honorar der Künstlerin 240’000.-  
Bauliche Massnahmen 90’000.–  
Reserven 45’000.–  
Total 375’000.–  
     
Zugesicherte Mittel:    
Bau: Aufwertung Werkstrasse 45’000.– AGG Kt. Bern
Kredit Kunst am Bau 90’000.– AGG Kt. Bern
HKB Direktion 30’000.–  
HKB Fachbereich Gestaltung und Kunst 30’000.–  
Total 195’000.–  
     
Ausstehender Betrag 180’000.–  

Fellerstrasse 11, Werkstrasse

Der noch ausstehende Betrag soll durch den Verkauf einzelner Länder eingeworben werden. Die Preise können der nachfolgenden Liste entnommen werden. Sie setzen sich aus den Material- und Realisationskosten zur Abbildung der Länderumrisse zusammen; das Honorar der Künstlerin sowie der Betrieb des Kunstwerks werden über die bereits gesprochenen Gelder der HKB und des AGG abgegolten.

COUNTRY
CHF
rot = verkauft
Ein Klick auf das gewünschte Land öffnet das Anmeldeformular

Länder, die in der Liste nicht aufgeführt sind, können aus technischen Gründen nicht dargestellt werden.
A
Albania
203
1480
Argentina
2422
Armenia
237
Austria
400
B
Bahrain
39
Belgium
227
Belize
180
Benin
423
Bhutan
217
(Plurinational State of) Bosnia and Herzegovina
256
3846
Brunei Darussalam
134
Burkina Faso
652
Burundi
217
C
10229
Cape Verde
168
1261
2607
4555
Comoros
106
1975
Costa Rica
368
Croatia
543
Cuba
742
Cyprus
139
Czech Republic
333
D
Djibouti
198
Dominica
29
Dominican Republic
326
E
1212
El Salvador
184
Equatoral Guinea
213
Estonia
326
F
Fiji
431
Finland
817
France
987
G
Gambia
191
Georgia
364
Germany
834
Ghana
525
Greece
1207
Guatemala
400
H
Haiti
302
Honduras
444
Hungary
342
I
Iceland
506
3119
Iran (Islamic Republic of)
1645
7971
Ireland
421
Israel
227
Italy
1224
J
Jamaica
137
1850
K
Kazakhstan
2417
Kiribati
419
Kuwait
167
L
Lebanon
123
Lesotho
174
Libyan Arab Jamahiriya
1402
Lithuania
282
Luxembourg
57
M
The former YugoslavRepublic of Macedonia
163
Malaysia
1205
1540
Mauritius
22
2782
Montenegro
139
N
Nepal
522
Netherlands
493
Nicaragua
485
1159
1268
O
687
P
1562
Portugal
403
Q
Qatar
124
R
Romania
540
Russian Federation
10601
Rwanda
183
S
Saint Lucia
28
Samoa
81
Sao Tome and Principe
40
Sierra Leone
272
Singapore
30
Slovakia
280
Slovenia
212
Spain
940
Sri Lanka
260
1761
Swaziland
122
1039
Switzerland
302
T
Timor-Leste
183
Togo
333
Tonga
203
Trinidad and Tobago
112
1357
U
United Kingdom Of GreatBritain and Northern Ireland
794
United States of America
7463
V
Vanuatu
369
Y
Z
1168

MONA HATOUM

Die palästinensisch-britische Künstlerin Mona Hatoum wurde 1952 in Beirut geboren, lebt und arbeitet heutein Berlin und London. Sie war mit wichtigen Arbeiten an der Documenta 11 (Kassel, 2002) und während den Biennalen 2005 und 2009 in Venedig vertreten. 2004 konnte sie in der Hamburger Kunsthalle eine grosse Überblicksausstellung einrichten. Im selben Jahr wurde sie mit dem Roswitha Haftmann-Preis ausgezeichnet, der höchst dotierten europäischen Auszeichnung in der Kunst.

IHR WERK

Ihr Werk umfasst raumgreifende Installationen, Objekte, Performances, Videoarbeiten und Arbeiten auf Papier. Oft werden alltäglich vertraute Dinge durch Veränderungen der Dimension und des Materials oder durch minimale Ergänzungen zu massiv bedrohlichen Objekten, die über die Betrachtung unseren Körper unmittelbar attackieren. Ein zentrales Thema in ihrer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Globen undLandkarten.

Eine Weltkarte in der nachkolonialen Peters-Projektion dehnt sich über das ganze Parkett im oberen Stockwerk der Kunsthalle Basel aus: Eine der Glaskugeln anzustossen würde genügen, um das labile Weltgefüge auseinander zu treiben.

HOT SPOT

2006

Stainless steel and neon tube
242 x 227 x 227 cm
Installation White Cube Gallery
London 2006

 

Eine Weltkarte in der nachkolonialen Peters-Projektion dehnt sich über das ganze Parkett im oberen Stockwerk der Kunsthalle Basel aus: Eine der Glaskugeln anzustossen würde genügen, um das labile Weltgefüge auseinander zu treiben.

MAP

2006

Glasmurmeln
Dimension variabel
Installation Kunsthalle Basel 1998

 

Bei einem orientalischen Teppich werden abgenutzte Stellen sichtbar. Was auf den ersten Blick wie eine schlichte Schadstelle erscheint, sind Spuren aufwändiger Arbeit: In den Konturen einer Weltkarte wurde dem Geflecht die Wolle entzogen, als liesse sich der Zusammenhang dieser Formen erst negativ rekonstruieren

 

AFGHAN (RED AND BLACK)

2008

Wool
250 x 320 cm
Installation Osram-Höfe Berlin
2008

 

In den Osram-Höfen in Berlin erhält eine ganze Halle ihren Puls durch aufglühende und ausgehende Lampen. Die mit Stoff umwickelten roten Kabel verdichten sich im Zentrum zu einem unberührbaren Gewebe. Der Titel «Undercurrent» spielt mit den Bedeutungen «unter Strom» und dem «Unterschwelligen», den drohenden, noch nicht manifesten, aber sich unter der Oberfläche abzeichnenden Vorgängen. Undercurrent (red)

 

CLOTH-COVERED ELECTRIC CABLE

2008

light bulbs
dimmer device installation
1070 cm in diameter
height 8 cm
dimensions variable
edition of 3 plus 1
Installation Osram-Höfe Berlin
2008

KONTAKT

Hochschule der Künste Bern HKB
Marion Ebinger
Fellerstrasse 11
CH-3027 Bern
T +41 31 848 38 28 (Direkt)
T +41 31 848 38 38 (Zentrale)
F +41 31 848 38 01
marion.ebinger@hkb.bfh.ch
www.hkb.bfh.ch

 

IMPRESSUM

 

Text Hans Rudolf Reust
Leiter Studienbereich Fine Arts HKB
Präsident der Eidgenössichen Kunstkommission
Bilder Mona Hatoum
Gestaltung Werner Jeker, Les Atelier du Nord
Copyright 2010 HKB