Ophikleiden

Historische Bass-Blechblasinstrumente für das heutige Konzertleben

 

Der Blechblasinstrumentenbau des 19. Jahrhunderts war in seiner Kreativität und Vielseitigkeit einzigartig. Gerade im Bereich der Bassinstrumente – der Vorläufer der heutigen Tuben also – herrschte ein derart gewaltiger Erfindergeist, dass die genaue Einordnung von Ensemble- und Orchesterinstrumenten aus dieser Zeit uns heute oft grosse Schwierigkeiten bereitet. Angesichts der Bedeutung, welche die historisch informierte Aufführungspraxis in den vergangenen Jahren erhalten hat, und der für die Klanggestalt zentralen Rolle des Bassregisters in der Musik des 19. Jahrhunderts war eine Klärung der frühen Tubentypen und ihr Nachbau für die heutige Interpretationspraxis ein dringendes Desiderat.

Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurde die um 1817 entwickelte und in zahlreichen Orchesterwerken des 19. Jahrhunderts zwischen Berlioz und Saint-Saëns verwendete Ophikleide in einer möglichst eng an historische Formen und Arbeitstechniken angelehnten Arbeitsweise nachgebaut. Parallel entstanden eine Sammlung von originaler Spiel- und Unterrichtsliteratur für die Ophikleide aus Bibliotheken in ganz Europa sowie internationale Kontakte zu allen führenden Ophikleidenspielern, die bislang nur auf erhaltenen Originalinstrumenten gespielt hatten. Der Hauptteil der Arbeit wurde dabei von praktischen Musikern in enger Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern geleistet, und die Ergebnisse haben schon Eingang ins professionelle Konzertleben und in den Instrumentenmarkt gefunden. Das Instrument ist in das HKB-Lehrcurriculum integriert worden, und die Publikation von entsprechendem Unterrichtsmaterial ist geplant.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

Bild: Prototyp (hinten) und für die HKB gebaute Ophikleide (vorne) von Konrad Burri, Zimmerwald (Daniel Schädeli)

 

 

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ORGANISATION

Projektleitung:

Daniel Schädeli

 

Mitarbeit:

Roland Fröscher

Claudio Bacciagaluppi

 

Projektverantwortung:

Roman Brotbeck (bis 7/2007)

Martin Skamletz (ab 8/2007)

 

Praxispartner:

Blaswerkstatt Konrad Burri, Zimmerwald bei Bern

Historische Holzblasinstrumente Andreas Schöni, Bern

 

Finanzierung:

Schweizerischer Nationalfonds, DORE

 

Laufzeit:

5/2006-10/2008

 

 
efqm