Exakte Kopie oder "im Sinne" historischer Vorbilder - Tendenzen des Nachbaus von Holzblasinstrumenten

 

Internationales Symposium vom 24.-26. Februar 2012 in Bern

 

In den letzten Jahrzehnten war zu beobachten, dass sich moderne Nachbauten historischer Blasinstrumente immer mehr von ihren Vorbildern entfernen. Nicht nur unterscheiden sich häufig an ein und demselben historischen Vorbild (z.B. dem Fagott von Heinrich Grenser) orientierte Nachbauten verschiedener heutiger Hersteller; vielfach dokumentieren auch im Laufe eines längeren Zeitraums entstandene Nachbauten eines einzigen Herstellers einen Prozess der Weiterentwicklung.
Wie authentisch kann der Nachbau eines Holzblasinstruments überhaupt sein? Ist eher die Kopie eines bestimmten Instruments oder eine Kopie seines Klangs anzustreben? Beides wirft Fragen auf: Eine 1:1 Kopie ist oft schon deswegen unmöglich, da viele Originale auf heute nicht einsetzbaren Stimmtönen stehen. Will man hingegen – wie es jetzt meist praktiziert wird – ein den Anforderungen heutiger Spieler entgegenkommendes Instrument „im Sinne“ historischer Vorbilder bauen, stellt sich die Frage: Was ist eigentlich „im Sinne“ der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts und inwiefern werden auch diese Anschauungen durch den heutigen Musikbetrieb geprägt?

Ziel des Symposiums, das Wissenschaftler, Instrumentenbauer und Musiker zusammenführte, war gleichermassen Fallbeispiele des Nachbaus historischer Holzblasinstrumente vorzustellen wie das Selbstverständnis der historisch informierten Aufführungspraxis zu beleuchten.
Es steht in Zusammenhang mit bzw. präsentierte Ergebnisse aus dem SNF-DORE-Forschungsprojekt „Le Basson Savary“

 

Veranstaltet vom Forschungsschwerpunkt Interpretation der Hochschule der Künste Bern mit einem Tagungsbeitrag des Schweizerischen Nationalfonds.

 

Programmübersicht

 

Freitag, 24. Februar 2012

Hochschule der Künste Bern · Papiermühlestrasse 13a · CH-3013 Bern

14 Uhr · Eröffnung

14.30-17.30 Uhr · Vorträge ·  Frank P. Bär (Nürnberg) · James Kopp (New York) · Martin Kirnbauer (Basel) 

 

20 Uhr · Rossini in Paris · Kammerkonzert auf historischen Instrumenten mit Marion Treupel-Franck (Flöte), Philippe Castejon (Klarinette), Lyndon Watts (Fagott), Carles Cristobal (Fagott), Johannes Hinterholzer (Horn), Werke von Rossini, Mengal und Jadin

 

Samstag, 25. Februar 2012

Hochschule der Künste Bern · Papiermühlestrasse 13a · CH-3013 Bern

9.30-12 Uhr · Vorträge · Mathew Dart (London) · David Rachor (Cedar Falls) / Bryant Hichwa (San Francisco) · Nikolai Tarasov (Stuttgart)

12-14.30 Uhr · Mittagspause

 

14-17.30 · Vorträge mit Praxisbezug/Demonstrationen · Walter Bassetto (Frauenfeld) / Lyndon Watts (Bern) / Sebastian Werr (Bern) · Donna Agrell (Basel) · Andreas Schöni (Bern)

 

Yehudi-Menuhin-Forum · Helvetiaplatz 6 · CH-3005 Bern

19 Uhr · Gran Partita unter der Leitung von Milan Turkovic · Orchesterkonzert mit Studierenden der HKB, Leitung: Milan Turkovic, u.a. W.A. Mozart, Serenade Nr. 10 in B-Dur "Gran Partita", KV361/370a

 

Sonntag, 26. Februar 2012

Hochschule der Künste Bern · Papiermühlestrasse 13a · CH-3013 Bern

9.30-11 Uhr · Vorträge · Marc Kilchenmann (Bern) · Ricardo Döringer (Freising)

11.15 Uhr · Roundtable mit Kai Köpp (Bern) · Milan Turkovic (Wien) · Teilnehmer/innen des Symposiums

 

Weitere Informationen:

Symposiumsprogramm mit Abstracts (.pdf)

Konzertprogramm "Rossini in Paris", 24.2.2012 (.pdf)

Konzertprogramm "Gran Partita", 25.2.2012 (.pdf)

 

 
 
efqm