Fassadenglas

Kriterien für einen verantwortungsbewussten, konservatorisch sinnvollen Umgang mit Bausubstanz der Moderne

 

Die Denkmalpflege befasst sich erst seit wenigen Jahren mit der Konservierung/Restaurierung von Bauten der Moderne. Der Wissensstand über gläserne Fassadenelemente aus dem 20. Jahrhundert weist zahlreiche Lücken auf. Um im Bedarfsfall die richtigen Entscheidungen treffen zu können, müssen die verantwortlichen Personen (ArchitektInnen, RestauratorInnen) den Befund angemessen und umfassend interpretieren können. Dazu brauchen sie ein fundiertes Wissen über den Glas- und Fenstermarkt zur Bauzeit, aber auch Einblick in die damals herrschenden Vorstellungen über die Aussagekraft und Bedeutung von Glas in den verschiedenen erhältlichen Qualitäten. Zwar sind die wichtigsten technischen Verbesserungen in der Glasproduktion nach ihrer zeitlichen Abfolge aufgearbeitet und in der Fachliteratur greifbar vorhanden, doch bilden daneben die technischen Machbarkeiten und der Glasproduktemarkt zwei weitere bedeutende Einflussfaktoren für den jeweiligen Einsatz eines Glases. Sie sind praktisch unaufgearbeitet. So spielten z. B. Preise oder lieferbare Qualitäten und Quantitäten sowie die Interaktion mit der Rahmentechnologie für den Entscheid der ArchitektInnen eine zentrale Rolle. Nicht nur diese Daten sind von Relevanz, sondern auch das kunsttechnologische Wissen über das Material und das historische Wissen über die architekturtheoretischen und materialsemantischen Hintergründe, welche die Entscheidung von ArchitektInnen massgeblich beeinflusst haben. Mit diesem Hintergrund kann eine hermeneutisch stichhaltige Interpretation des Materialeinsatzes in der Moderne vorgenommen werden. Anhand eines kürzlich restaurierten Gebäudekomplexes, der Nationalbibliothek in Bern (späte 1920er-Jahre), werden die getroffenen Entscheidungen in diesem Forschungsprojekt hinterfragt und auf der Basis des ebenfalls hier erarbeiteten Wissenshintergrunds für eine aufbauende Kritik dienstbar gemacht.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

Bild:

Schweizerische Landesbibliothek, 1929-31, Architekten: Alfred Oeschger, Emil Hostettler und Josef Kaufmann, Zustand 2008

 

 

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ORGANISATION

Projektleitung:

Dieter Schnell, BFH-AHB

 

Projektmitarbeitende:

Anne Krauter

Ueli Fritz

Heidi Schuler, BFH-AHB

 

Kooperationspartner:

BFH-AHB: Architektur, Holz und Bau

 

Finanzierung:

Berner Fachhochschule, BFH

 

Laufzeit:

7/2008-7/2009

 

 
efqm