Sänger als Schauspieler

Zur Inszenierungspraxis an den Pariser Opernbühnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts steigen an den Pariser Opernbühnen die Erwartungen an die schauspielerischen Fähigkeiten der Sängerinnen und Sänger zunehmend. Das vorliegende Projekt geht dieser Entwicklung nach und untersucht das Verhältnis von Gesang und Schauspiel in der Darstellungspraxis jener Zeit.

Da im Gegensatz zur musikalischen Notation Anweisungen zur Rollendarstellung mit schriftlichen Mitteln nur unzureichend festzuhalten sind – für diese komplexen visuellen Vorgänge auf der Bühne wurde kein allgemeingültiges Schriftsystem entwickelt –, muss das Wissen um die gängigen Rolleninterpretationen mit Hilfe unterschiedlichster Quellen (Opernlibretti, Abbildungen, Cahiers de mise-en-scène, Schauspieltheorien, Gesangstraktate, etc.) erschlossen werden.

 

Dabei gilt es, die Beziehungen zwischen kodifizierter Gestik, Improvisation und Regieanweisung in der Darstellungspraxis der Sängerinnen und Sänger aufzuzeigen sowie Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Entwicklung von Schauspiel und Musiktheater festzuhalten. Die verschiedenen Fragestellungen werden mittels ikonographischer, musikwissenschaftlicher und schauspieltheoretischer Methoden erforscht.


Das Projekt fördert – unter anderem im Rahmen eines Workshops – die praktische Erprobung der gewonnenen Erkenntnisse und stärkt innerhalb der HKB die Vernetzung der Studiengänge im Fachbereich Oper/Theater.

 

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

 

Bild: Gilbert Austin, Chironomia, or, a treatise on rhetorical delivery, London 1806, Tafel 1.

Austins Traktat Chironomia ist nach 1800 einer der für die Schauspielkunst bedeutendsten Versuche einer Gestentypologie. Diese Zusammenstellung von einzelnen Gesten zeigt der Schauspielerin, dem Schauspieler die Möglichkeiten auf, Worten und Handlungen durch eine gezielt eingesetzte Körpersprache zusätzlichen Ausdruck zu verleihen. Angezeigt werden nicht nur einzelne Posen, sondern auch ganze Bewegungsabläufe.

 

 

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ORGANISATION

 

Projektleitung:

Florian Reichert

 

Mitarbeit:

Edith Keller

Laura Möckli

Stefan Saborowski

Anette Schaffer

 

Externe ExpertInnen:

Claudio Bacciagaluppi, Université de Fribourg

Stephanie Schroedter, Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth

 

Finanzierung:

Berner Fachhochschule, BFH

 

Laufzeit:

01/2010–12/2010

 
efqm