Angewandte Interpretationsforschung

«Die Idee des Componisten ins Leben zu rufen» - Instruktive Notenausgaben als Basis für historisch orientierte Interpretationsforschung im Repertoire des 19. Jahrhunderts

 

Im Mittelpunkt der SNF-Förderungsprofessur steht die Auswertung der so genannten „instruktiven Ausgaben“, die ein wichtiges Zeugnis der akademisch-professionellen Musikpraxis des 19. Jahrhunderts darstellen. Im Gegensatz zur älteren Traktatliteratur und den Tonaufzeichnungen des frühen 20. Jahrhunderts, die je für sich schon Gegenstand umfangreicher Forschung waren, ist diese Quellengruppe bislang kaum beachtet worden. Die Interpretationsanweisungen der meist berühmten Herausgeberinnen und Herausgeber (z.B. Louis Spohr, Clara Schumann, Hans v. Bülow, Hugo Becker) bestehen nicht nur aus detaillierten Vortragsbezeichnungen im Notentext, sondern umfassen zusätzlich einen ausformulierten Kommentar, der teilweise mehr als die Hälfte der jeweiligen Druckseite einnimmt oder separat veröffentlicht ist.


Diese Instruktionen mit zugehörigem Notentext werden im Rahmen der Forschungsarbeit nach einer klangorientierten Prioritätenliste ausgewertet. Ausserdem werden sie zu den Anweisungen musikalischer Vortragslehren aus dem 19. Jahrhundert in Beziehung gesetzt und schliesslich mit den Befunden früher Tonaufzeichnungen verglichen. Erst auf dieser breiten Quellenbasis wird es möglich, verschiedene Interpretationsmodi in der Musikpraxis des 19. Jahrhunderts verlässlich einzuschätzen. Dabei sollen bestimmte Standards einer akademischen Interpretationslehre aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herausgearbeitet und beschrieben werden, auf die das frühe 20. Jahrhundert mit einer neuen, umfassenden Standardisierung aller Bereiche der Musikpraxis reagierte, die bis heute – zumeist unbemerkt oder unreflektiert – wirksam geblieben ist.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

Pressemitteilung (PDF)

 

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ORGANISATION

Projektleitung:
Kai Köpp

 


Mitarbeit:

Sebastian Bausch
Johannes Gebauer

Felix Knecht

 


Laufzeit:
8/2011–7/2015

 


Finanzierung:
Schweizerischer Nationalfonds, SNF

 

 

 

 
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