Gabriela Gerber

mit dem Kopf in diesem Loch

 

Mentorin: Johanna Schwarz

 

Ich begebe mich an unscheinbare, urbane, unbelebte und karge Orte, die mich faszinieren. Vor Ort suche ich Objekte, welche mich für meine Interventionen inspirieren. Diese Objekte verwende ich für meine Inszenierung. Ein Zusammenspiel zwischen mir und dem Gegenstand findet statt. Einerseits nehme ich seine Form auf oder vervollständige sie, andererseits verfremde ich seine Nutzbarkeit. Ich entfunktionalisiere die Objekte. Ich sehe in den Gegenständen neue Möglichkeiten der Nutzung. Beispielsweise benutze ich einen Frisbee-Ständer als Sockel. Ich hinterfrage so die „traditionelle“ Nutzung und führe den Alltagsgegenstand auf eine neue Ebene. Ich ersetze die eigentliche Handlung im Zusammenhang mit dem jeweiligen Objekt durch eine andere, welche an sich auch alltäglichen Charakter hat. Erst durch den Zusammenhang meiner Handlung und dem Objekt, entgegen dessen „alltäglicher“ Verwendung, führe ich das Objekt, den Ort und meine Handlung ad absurdum. Ich erziele dadurch eine Kontextverschiebung.

Bei einigen Aktionen gibt es eine körperliche Anstrengung, bei anderen Interventionen eine Verrenkung oder bei weiteren nur ein „sich Hinstellen“.

Obwohl einige Bilder sehr ruhig und statisch wirken, steht dahinter immer ein „Spurt“, also eine körperliche Anstrengung. Meine ephemeren Inszenierungen halte ich mehrheitlich mittels Fotografie, vereinzelt mit Videoaufnahmen fest. Beim Fotografieren arbeite ich mit Selbstauslöser und habe deshalb nur 10 Sekunden Zeit um mich zu positionieren.

Das Temporäre, das zeitlich Begrenzte, das Ephemere spielt eine zentrale Rolle. Nur einige Sekunden dauern meine temporären Skulpturen. Dann ist alles vorbei, so als wäre nichts gewesen. Wäre da nicht die Fotografie: Durch sie halte ich meine Interventionen fest. Das Flüchtige wird mit der Fotografie festgehalten und wird dadurch zum starren und statischen Bild.

 

Da sich meine Arbeit um meine Person dreht, möchte ich im vermittelnden Teil das Feld öffnen und die Besucher ansprechen. So gebe ich beispielsweise die Anweisungen: „Umarme einen Stuhl“. Diese Anweisungen liegen in der Ausstellung in Form von Postkarten auf und stehen so dem Besucher zur Verfügung. Das Vermittlungsangebot zielt auf eine Wahrnehmungserweiterung der Besucher hin: Die Anweisungen sollen eine Sensibilisierung gegenüber der Umwelt und insbesondere des persönlichen Alltages zur Folge haben. Durch das Aufzeigen von neuen Nutzungsmöglichkeiten soll eine andere Sichtweise auf Alltägliches impliziert werden.

 

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