Zoé Bobst und Jakob Kotzerke

„...und man versteht gar nicht, warum man sich nicht versteht.“

 

Mentoren: Mo Diener und Hermann Voesgen

 

„Die Rede ist vom deutschen Filz an den Universitäten, vom demütigenden Reflex, beim Spitalbesuch Hochdeutsch zu sprechen und von der deutschen Konkurrenz für Schweizer Männer bei der Brautschau.“ (Der Bund, 25.01.2010)

Durch die stetige Polemisierung der Tatsache, dass immer mehr Deutsche in der Schweiz leben und arbeiten, wuchs unser Interesse, diese Thematik näher zu beleuchten. In den letzten Jahren stieg der Bevölkerungsanteil der Deutschen in der Schweiz markant an, der öffentliche Diskurs darüber nimmt einen breiten Raum ein. Die Medien befassen sich mit der Einwanderung und der wachsenden Fremdenangst, die Tageszeitung BLICK etwa rief mit dem provokanten Titel „Wie viel Deutsche verträgt die Schweiz?“ zur Diskussion auf.

Wir haben uns gefragt, welche Erfahrungen die Betroffenen in ihrem Alltag selber machen. Wie begegnen sich Schweizer und Deutsche auf ganz persönlicher Ebene? Welche Situationen des Zusammenlebens sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Welche Konfrontationen erleben sie?

Wir entwickelten die Projektidee, an mehreren Abenden mit Schweizern und Deutschen, alle wohnhaft in der Deutschschweiz, über dieses Thema zu diskutieren. Dafür fragten wir Personen an, ob wir in ihren privaten Räumlichkeiten ein performatives Nachtessen veranstalten und weitere Gesprächsteilnehmer einladen dürfen. Es war uns wichtig, persönliche Begegnungen und Meinungen einzufangen und individuelle Geschichten zu diesem Thema zu sammeln. Die Politik und die mediale Polemik sollten nicht im Vordergrund stehen. Durch unser Setting und die von uns zubereiteten Speisen schufen wir die Basis für eine anregende Diskussion. Es wurden Vorurteile hinterfragt, persönliche Geschichten des Zusammenlebens erzählt, Begegnungen und Konfrontationen resümiert. In welche Richtung die Gespräche verliefen und welche Themen zur Sprache kamen wurde den Teilnehmenden weitgehend selbst überlassen.

Die geführten Gespräche wurden aufgenommen, dekonstruiert und einzelne Aussagen zu einem fiktiven Gespräch zusammengesetzt. Das von uns konstruierte Gespräch präsentiert sich auf fünf Monitoren, welche durch eine Platte miteinander verbunden sind. Das Gespräch ist als Text auf den Bildschirmen zu lesen. Dabei stellen die fünf Monitore fünf verschiedene Gesprächsteilnehmer dar, welche zusammen interagieren und so das rein typografisch umgesetzte Gespräch führen.

 

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