Mentoratsbeziehungen
in der Literatur und anderen Künsten
Historisch-theoretische Reflexion des Mentoratsunterrichts zur Förderung angehender KünstlerInnen
Mentoratsbeziehungen gibt es schon so lange wie KünstlerInnen oder künstlerisches Schaffen überhaupt – erste bekannte Beschreibungen gehen auf die Antike zurück. Insbesondere in den bildenden Künsten hat die informelle Praxis, in der erfahrenere KünstlerInnen angehende, sich in ihrer künstlerischen Entwicklung befindende Personen begleiten und unterstützen, also eine jahrtausendalte Tradition. Die im 19. Jahrhundert entstandenen Kunstschulen neuerer Art etablierten das Modell des Mentorats in Form von Meisterklassen auf institutioneller Ebene.
Heute ist das Mentorat Bestandteil zahlreicher Studiengänge und Förderprogramme, in deren Zentrum das eigene künstlerische Schaffen steht (z. B. Literarisches Schreiben, Bildende Kunst, Komposition). Diese Ausbildungen erfordern von den Studierenden ein hohes Mass an selbständiger Projektarbeit. Zur Begleitung werden ihnen immer öfter in einer eins-zu-eins Lehrsituation MentorInnen zur Seite gestellt, die sich für diese Aufgabe durch eigene künstlerische Praxiserfahrung auszeichnen.
Das vorliegende Forschungsprojekt erschliesst eine Dimension des Lehrens, in deren Zentrum die Vermittlung eigener Erfahrungen und nicht-kanonisierten Wissens im Rahmen von Zweierkonstellationen steht. Es wird so ein neuer, zukunftsorientierter Zugang zur Praxis des individuellen Lernens und dem Begriff des Lehrens an sich geschaffen und der Dialog zwischen verschiedenen Künstlergenerationen gefördert.
Bild 1: Mentoratstreffen Mohéna Kühni und Marie Caffari, Schweizerisches Literaturinstitut 2008
Bild 2: «Telemachus und Mentor», Illustration von Pablo E. Fabisc
Bild 3: Mentoratstreffen Simone Lappert und Silvio Huonder, Schweizerisches Literaturinstitut 2008






