Sound Arts im Spannungsfeld von elektroakustischer Musik und Medienkunst

Zum 20jährigen Bestehen des Studiengangs Sound Arts diskutiert das Symposium die ästhetische Entwicklung in den elektroakustischen Künsten und ihre Auswirkungen auf die Lehre an Musikhochschulen.

15.09.2022 bis 17.09.2022 – HKB, Papiermühlestrasse 13a, Kammermusiksaal, 3014 Bern

Im Symposium «Sound Arts im Spannungsfeld von elektroakustischer Musik und Medienkunst» vom 15.–17. September 2022 werden die Entwicklung, die derzeitige Situation und Zukunft der Sound Arts mit ihren Wurzeln in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Perspektiven kritisch diskutiert. 


War die elektroakustische Musik bis in die 1990er-Jahre vor allem im akademischen Genre der Neuen Musik verortet, ist sie im 21. Jahrhundert im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung technologisch so verfügbar und ästhetisch so populär geworden, dass avancierte elektroakustische Techniken zunehmend auch in anderen Genres zu finden sind.

Bildende Künstler wie Bill Fontana konnten mit der neuen technologischen Materialität von Sound erstmals «plastisch» arbeiten, während Architekten wie Bernhard Leitner mit Räumen aus Klang experimentierten. Künstler*innen wie Alvin Lucier, Max Neuhaus, Nam June Paik und Christina Kubisch fanden neue Zugänge zum Sound über den öffentlichen Raum, die Skulptur und die Performance. Alle diese Phänomene bewegen sich abseits der traditionellen kompositorischen Strategien im Bereich der Musik bzw. der elektroakustischen Künste wie Tonbandkompositionen, Computermusik oder algorithmischer Komposition.

Was bedeutet im Feld der elektroakustischen Musik der Wandel von einem erweiterten Fokus der 90er-Jahre auf die Medienkunst zu dem auf die Sound Arts im 21. Jahrhundert? Welchen Anteil haben die technologische Entwicklung und die Digitalisierung daran? Wie haben sich in und um diese Prozesse ästhetische und kompositorische Paradigmen verschoben?

Für einen elektroakustisch orientierten Studiengang an einer Musikhochschule stellt sich hier die Frage, was die Konsequenzen dieser Entwicklung für die Lehre und für das Curriculum bedeuten. Es ist absehbar, dass mit niederschwelligen Apps zur Audio- und Videoverarbeitung auf Tablets und Smartphones die Schwelle zur Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und Sound Arts auch in Zukunft weiter sinken wird. Das stellt einen historisch angestammten Kanon an Themen und Ästhetiken zunehmend radikal in Frage. Angesichts der breit verfügbaren apparativen Praxis stellt sich nicht zuletzt die Frage nach dem Stellenwert einer Ausbildung in Musiktheorie, Musikgeschichte und traditioneller Gehörbildung.

Steckbrief

  • Startdatum 15.09.2022
  • Enddatum 17.09.2022
  • Ort HKB, Papiermühlestrasse 13a, Kammermusiksaal, 3014 Bern

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