Tschumi-Preis 2020

21.12.2020 Der Eduard-Tschumi-Preis 2020 geht an die Flötistin und Musikvermittlerin Johanna Schwarzl sowie an den Bassklarinettisten Christian Spitzenstätter.

Mit 6000 Franken dotiert

Der Studiengang des Masters in Specialized Music Performance der Hochschule der Künste Bern HKB ist die höchste Stufe der klassischen Musikausbildung in der Schweiz. Alljährlich wird den Absolvent*innen mit der besten Gesamtbewertung in der anspruchsvollen dreiteiligen Master-Prüfung der Eduard-Tschumi-Preis verliehen. Gewonnen haben in der aktuellen Ausgabe 2020 je einen Preis in der Höhe von 6000 Franken die Flötistin Johanna Schwarzl in der Vertiefung "Music in Context/Musikvermittlung" und der Klarinettist Christian Spitzenstätter in der Vertiefung "Solist".

Beide Musiker*innen haben nebst der instrumentalen Virtuosität eine beeindruckende künstlerische Öffnung und Kreativität gezeigt: 
Johanna Schwarzl in ihrem Vermittlungsprojekt “Der letzte Müller“, in dem sie gemeinsam mit den Männerchören Büren zum Hof und Kirchberg eine von ihr bearbeitete Fassung von Schuberts "Die Schöne Müllerin" in einer alten Getreidemühle in Kirchberg aufführte.
Christian Spitzenstätter interpretierte im vom Sinfonie Orchester Biel Solothurn begleiteten Solistenkonzert eine eigene Komposition, in der er nicht nur als Bassklarinettist, sondern auch als Saxophonist seine musikalischen Vorbilder aus gegensätzlichen Genres des 20. Jahrhunderts in eine mitreissende Performance einband. Sein Rezital führte er in der Reithalle Bern weiter als überbordende, riesige und begehbare Konzertinstallation mit diversen Uraufführungen und einer volkstümlichen Blaskapelle. 

Als zusätzliche Förderung erhalten die beiden Tschumipreisträger*innen neu die Möglichkeit, im Saisonprogramm des Berner Symphonieorchesters als Kammermusikpartner oder als Solist*in aufzutreten, mit der Unterstützung der Bürgi-Willert-Stiftung.

Johanna Schwarzl – Flötistin, Musikvermittlerin und Projektleiterin

Seit 19 Jahren spielt Johanna unermüdlich die Flöte. Um das unbeschadet zu überstehen, hat ihre Familie früh ein Übezimmer im Keller eingerichtet. Ihr Studium hat sie von Stuttgart, über Paris und Basel schliesslich nach Bern geführt, wo sie die künstlerische Musikvermittlung für sich entdeckt hat.

Eigene Ideen und Projekte zu initiieren, verschiedene Dinge auszuprobieren, und sich selbst dabeinicht allzu ernst zu nehmen, haben sie in ihrer künstlerischen Entwicklung in vielerlei Hinsicht freigesetzt. Gemeinsam mit ihrem Mann Dan im duo2connect plant Johanna einen Kulturaustausch zwischen Stadt und Land. Ausserdem ist sie Soloflötistin des Berner Symphonie Orchesters.

Christian Spitzenstätter – Bassklarinettist des Solistendiploms

Christian Spitzenstätter studierte seit 2013 in der Klasse von Ernesto Molinari an der Hochschule der Künste Bern, das er nun mit einem Master Specialized Music Performance mit der Vertiefung Solist beendet. Sein Weg als Interpret führt ihn von klassischer Solo- und Kammermusikliteratur über Jazz bis hin zur zeitgenössischen, improvisierten und konzeptuellen Musik. Besondere Aufmerksamkeit schenkt er ausserdem der inszenierten und performativen Interpretation, sowie trans- und interdisziplinären Projekten. Erste Kompositionen entstanden im Alter von neun Jahren. Als Kompositions-Mentor nennt er gerne seinen Freund und Lehrer Ralph Schutti. Inzwischen konnte er u.a. im Auftrag der Jeunesse Österreich, der Academia Vocalis und der Tiroler Festspiele Erl komponieren. Sein bisher grösstes Werk, die Oper Stillhang, wurde im Dezember 2018 uraufgeführt. Seit einiger Zeit ist er vermehrt auch als Dirigent, Veranstalter und Organisator tätig.

Kontakt

Diplomjahrgang 2020

Weitere Absolvent*innen aus dem Master Specialized Music Performance Klassik

  • Ilya Ramlav, Klavier
  • Ayaka Sato, Euphonium
  • Sergey Chesnokov, Violine
  • Olivia Doutney, Gesang
  • Amelia Maszonska, Violine

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