10 Stunden «Unendlicher Spass» Auszüge aus dem Wallace-Roman

Über fünf Stunden nichts als Lieblingspassagen aus dem wilden Romanprojekt von David Foster Wallace. Zusammengestellt und gelesen von Studierenden des Literaturinstituts in Biel.

16.11.2019, 17-22 Uhr – Literaturcafé, Biel

Die vielen Geschichten, aus denen «Unendlicher Spass» gemacht ist, die in immer neuen Anläufen, Abbrüchen, erneuten Aufschwüngen erzählt werden, kreisen um zwei Häuser, die sich wie Spiegel einander gegenüber stehen. Enfield Park ist eine Tennisakademie auf dem Berg, zu dessen Füssen sich das Ennet House, ein Heim für Drogensüchtige auf Entzug befindet. Ihrer geografischen Nähe entspricht die Ähnlichkeit der geistigen und seelischen Verfasstheit ihrer Bewohner: Hier wie dort wird das Leben von Sucht bestimmt. Hier wie dort leben Süchtige in süchtigen Zusammenhängen. Nur versuchen die aus dem Entzugsheim sich ihrer Sucht zu stellen, indem sie sie anerkennen. Während die aus der Tennisakademie noch all ihre Kräfte brauchen, um sie zu leugnen. In einer radikalen Sprache und in einer zerstückelten Romanform gelingt es Wallace, einer Gesellschaft der Süchtigen und Obdachlosen eine Art Heim und Wirklichkeit für ihre zertrümmerten Leben zu bieten. Ilse Aichinger spricht von ihrer «immer noch anhaltenden Sucht, die Geographie von Geist und Geistern herauszufinden». David Foster Wallace scheint diese Sucht mit ihr zu teilen. Sein «Unendlicher Spass» ist ein unheimlicher Beitrag zur Präzisierung dieser Art von Geistergeographie und Seelenlandschaftsvermessung.

Gespräch zum Roman von Lucas Knierzinger und Friederike Kretzen

Steckbrief

  • Startdatum 16.11.2019, 17-22 Uhr
  • Ort Literaturcafé, Biel