Starke Wechselwirkung?

Den Hintergrund des Projekts bildet einerseits das problematische Verhältnis zwischen den exakten Wissenschaften und der Sphäre von Geisteswissenschaft, Kunst und Literatur, die laut C.P. Snows bekannter These zwei inkompatible Kulturen darstellen. Andererseits lassen sich zwischen beiden Gebieten zahlreiche Wechselwirkungen feststellen, die inzwischen historisch, hermeneutisch und wissenstheoretisch interpretiert werden. Dabei ist der Begriff des Experiments zentral. Im Umgang mit Wissenschaft begnügt sich Literatur neben Beispielen von Originalität häufig mit etablierten Modellen.


Komplementär dazu sowie zur kulturwissenschaftlichen Diskussion führt das Projekt «Starke Wechselwirkung?» ein literarisches Experiment durch, um in konkreten Fallstudien und Selbstversuchen mit Hilfe des künstlerischen Schaffensprozesses als poietischem Erkenntnisinstrument zu erforschen, wie naturwissenschaftliche und mathematische Aspekte sinnvoll und möglichst innovativ in genuin literarische Texte transformiert werden können.


Dazu untersuchen fünf Schriftsteller/-innen zwei naturwissenschaftliche Themen und verifizieren deren literarische Umsetzbarkeit, indem sie gemäss geeigneter Transformationsparameter (Form, Semantik, Gehalt, Arbeitsmethode usw.) zu beiden Themen einen Text verfassen. Diesen positiven Forschungsergebnissen stellen sie Gegenproben mit verworfenen, aber aufschlussreichen Materialien zur Seite sowie eine Bewertung des Schaffensprozesses und der Forschungsbedingungen.


Die vergleichende Analyse der Resultate aus künstlerischer und philologischer Perspektive wird durch einen literaturgeschichtlichen Abriss des Forschungsthemas ergänzt.

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ORGANISATION

Projektleitung: 

Theres Roth-Hunkeler

 

Mitarbeit:
Oswald Egger, freier Schriftsteller
Wolfram Höll
Urs Richle
Raphael Urweider, freier Schriftsteller
Alexander Wenzel

 

Laufzeit:
2011–2012

 

Finanzierung:
Berner Fachhochschule, BFH