Interpretationspraxis

Zur Entstandardisierung des 19. Jahrhunderts

 

Das Repertoire des 19. Jahrhunderts ist ein Kernbereich der traditionellen Lehrtätigkeit an Musikhochschulen. Die heute vorherrschende, standardisierte und kaum reflektierte Tradition in Interpretation und Geschichtsschreibung stammt jedoch weitgehend aus der Nachkriegszeit.

Das 19. Jahrhundert wurde in diesem Forschungsprojekt in zwei seiner wichtigsten Medien, dem Gesang und dem Klavier untersucht. Dabei standen Lied- respektive Solo- und Kammermusikrepertoire im Zentrum des Interesses. Theoretisch und praktisch wurden neue Erkenntnisse über das Verständnis der Stimme und über den Instrumentenbau gewonnen, die Veränderungen in der Spiel- und Unterrichtspraxis nach sich ziehen können. Aufbauend auf diesem Projekt sind im Forschungsfeld «Historisch informierte Performance» (HIP) weitere Forschungsprojekte entstanden, die sich auch anderen Gebieten der Musikpraxis des 19. Jahrhunderts widmen.

Zur Präsentation der Ergebnisse des Forschungsprojekts wurde vom 14. bis 16. Dezember 2005 ein Symposium an der Hochschule der Künste Bern veranstaltet:

«Zwischen ‹schöpferischer Individualität› und ‹künstlerischer Selbstverleugnung›. Zur musikalischen Aufführungspraxis im 19. Jahrhundert»

 

Publikationen

Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung. Zur musikalischen Aufführungspraxis im 19. Jahrhundert, hg. von Claudio Bacciagaluppi, Roman Brotbeck und Anselm Gerhard, Schliengen 2009 (Musikforschung der Hochschule der Künste Bern, Band 2)

 

D. Börner: Carl Czerny – oder: Was würde passieren, wenn wir ihn wirklich ernst nähmen, in: Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung, S. 26–36.

 

M. Bärtsch: Chopins Schlafrock. Von der Selbstauflösung der Romantik nach 1850, in: Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung, S.109–131.

 

T. Herbut: Chopins Pedal. Bemerkungen eines heutigen Interpreten, in: Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung, S.132–140.

 

C. Bacciagaluppi: Die Kunst des Präludierens, in: Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung, S.169–188.

 

R. Brotbeck: Das Forschungsfeld «Interpretationspraxis des 19. Jahrhunderts» an der Hochschule der Künste Bern, in: Zwischen schöpferischer Individualität und künstlerischer Selbstverleugnung, S.189–200.

 

 

Bild: Stimmstock des Bechstein-Flügels (Claudio Bacciagaluppi)

 

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ORGANISATION

Projektleitung:

Roman Brotbeck

 

Mitarbeit:

Claudio Bacciagaluppi

Manuel Bärtsch

Hans Peter Blochwitz

Carsten Eckert

Tomasz Herbut

Andreas Stahl

 

Finanzierung:

Berner Fachhochschule, BFH

 

Laufzeit:

1/2005-12/2005

 

 

 

Weitere Informationen

Website FSP Interpretation