Amateurgestaltung

Die Rhetorik der Elaboration im Grafikdesign am Beispiel Gemeinwesenarbeit und Lokalpolitik

 

Neben dem professionellen Grafikdesign nimmt die Amateurgestaltung in unserem visuellen Alltag einen wichtigen Platz ein: Aushänge, Flugblätter, Handouts, Kleininserate, Menutafeln etc. entstehen häufig durch Laienhand oder sind laienhaft ausgeführt. Mit Aufkommen des Fotokopierers um 1970 und insbesondere seit etwa 1985 durch technische Entwicklungen in der digitalen Produktion (DTP) und Distribution (Internet) von Grafikdesign wachsen die Spielräume für Laien, ihre Entwürfe "professionell" herzustellen, zu vervielfältigen und zu verteilen. Die hierbei entstandenen Artefakte sind oft weniger elaboriert als diejenigen von professionellen Gestalter/innen, erfüllen jedoch meist ihren Zweck und beeinflussen sogar im Gegenzug mit ihren spezifischen Stil- und Erscheiningsformen das professionelle Grafikdesign. Diese Elaborationstypen grafischer Artefakte sind bislang noch nicht Gegenstand der Forschung.

 

In Bereichen wie der lokalpolitischen Kommunikation oder der Gemeinwesenarbeit erfüllt visuelle Amateurkommunikation in Form von Standbeschriftungen, Informationsbroschüren oder Veranstaltungsflyern eine Funktion, die - meist aufgrund fehlender finanzieller oder zeitlicher Ressourcen - durch Profiarbeit nicht erbracht wird. Hierbei ist Amateurgestaltung jedoch nicht nur eine "Notlösung": Sie kann gerade durch ihre Rhetorik der Imperfektion beim Publikum den positiven Eindruck von "selbstgemacht", "engagiert" oder "authentisch" erwecken und damit erfolgreich sein.

 

Das skizzierte Projekt verfolgt das Ziel, die Rhetorik der Amateurgrafik und ihre Wechselbeziehung zum professionellen Grafikdesign im historischen Kontext zu verorten, anhand von Beispielmaterial und gestalterischen Interventionen in den Bereichen Gemeinwesenarbeit und Lokalpolitik empirisch zu untersuchen, und durch die Herausarbeitung von Elaborationstypen einen Theorievorschlag zu machen.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

 

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Organisation

Projektleitung:

Annina Schneller

 

Projektverantwortung:

Arne Scheuermann

Prof. Dr. Oliver Lubrich, Universität Bern

 

Kooperationspartner:

Forschungsprojekt im Rahmen der Graduate School of the Arts (GSA) der philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern und der Hochschule der Künste Bern

 

Laufzeit:

10/2012 - 04/2016

 

Finanzierung:

Schweizerischer Nationalfonds