Punkt, Punkt, Komma, Strich

Blindenpädagogische Szenarien und gestalterische Parameter für ein Fördermittel zur Heranführung an die Brailleschrift für blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder im Vorschulalter (4-6 Jahren) und ihr sehendes Umfeld

 

Das Projekt untersucht Lehr- und Lernszenarien und die daraus abgeleiteten Fördermaterialien, die blinde und hochgradig sehbehinderte  Kinder in Vorschulalter auf den Erwerb der Brailleschrift vorbereiten –  unter der Einbeziehung des sehenden Umfelds des Kindes. Es stützt sich hierbei auf Ergebnisse eines zweijährigen Vorprojekts (Finanzierung: BFH; Laufzeit: 2010-2011).

 


Grundlagen
Auf dem aktuellen deutschsprachigen Lehrmittelmarkt sind keine Fördermaterialien für den privaten Erwerb erhältlich, die den Lernbedürfnissen blinder und hochgradig sehbehinderter Kinder entsprechen und das sehende Umfeld miteinbeziehen. Sehende Kinder erwerben bereits vor Schulbeginn die sensorischen und kognitiven Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb. Sie entwickeln durch spielerische und ungezwungene Auseinandersetzungen mit Schrift die Motivation zum Lesen- und Schreibenlernen. Blinde Kinder (und auf die Brailleschrift angewiesene hochgradig sehbehinderte Kinder) benötigen für diese grundlegenden Lernprozesse eine entsprechend vorbereitete  und ausgestaltete Umgebung. Lernmaterialien sollten daher - so die These - gleichzeitig die Brailleschrift vorstellen und für Eltern und Geschwister  so gestaltet sein, dass diese mit dem blinden bzw. hochgradig sehbehinderten Kind gemeinsam in Alltagssituationen die Prinzipien der Schriftsprache entdecken können. Um diesen Lernbedürfnissen gerecht werden zu können, ist eine detaillierte Analyse der notwendigen Lernsituationen und eine spezifisch auf die entsprechenden Ergebnisse abgestimmte Gestaltung der Lernmaterialien notwendig.

 


Vorgehen
Gemeinsam mit unserem Wissenschaftspartner – der Pädagogischen Hochschule Heidelberg – wurden in einem ersten Schritt neue Lehr- und Lernszenarien für das Fördermittel entwickelt.
Parallel hierzu wurden neuartige Druckverfahren für das Fördermittel getestet und weiterentwickelt, die es erlauben, schnell und kostengünstig sowohl erhabene Elemente (Braille, Linien, Muster, Flächen) als auch Schwarzschrift zu drucken.
Die Ergebnisse werden schliesslich gestalterisch zusammengeführt und Nutzer/innen und Expert/innen getestet.

 


Ergebnisse
Am Ende des Projekts sollen zwei in der Praxis validierte Prototypvarianten eines neuen Fördermittels stehen. Das Projektteam verspricht sich vom vorliegenden Projekt die Beantwortung grundlegender Forschungsfragen im Kommunikationsdesign von Fördermitteln für blinde und hochgradig sehbehinderte Kinder. Aus der Sicht der aktuellen Brailleleseforschung werden verlässliche Daten über Gestaltungskriterien kindgemässer Fördermaterialien in entsprechenden Lernkontexten des Emergent Literacy-Ansatzes erwartet. Darüber hinaus zeigen die im Projekt erarbeiteten Szenarien konkrete Möglichkeiten inklusiver Lehr- und Lernsituationen auf, die zu wichtigen Impulsen für die derzeitige wissenschaftliche Inklusionsdiskussion führen können.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

Suche

Projektleitung:

Fabienne Meyer

 

Projektverantwortung:

Andréas Netthoevel

Prof. Dr. Markus Lang, PH Heidelberg

 

Mitarbeit:

Martin Gaberthüel

Arne Scheuermann

Frank Laemers

 

Partner:

PH Heidelberg: Pädagogische Hochschule Heidelberg

 

Finanzierung:

Schweizerischer Nationalfonds

 

Projektdauer:

22 Monate, Start 2013