Forschungs-Newsletter

Der Forschungs-Newsletter erscheint dreimal im Jahr und berichtet über die Aktivitäten in der HKB-Forschung. Neben der Mitteilung von aktuell Wissenswertem aus dem Bereich stellt jeder Newsletter in der Rubrik «Köpfe der Forschung» in einem Interview eine in der Forschung tätige Person und in der Rubrik «Fokus» ein laufendes Forschungsprojekt vor.

Forschungs-Newsletter #24 – November 2021

Das Swiss Center for Design and Health SCDH startet

In diesem Herbst wurde das Swiss Center for Design and Health SCDH durch den Bund und den Kanton Bern final als nationales Technologiekompetenzzentrum anerkannt und gefördert. Nun begibt es sich über eine Aufbauphase in den operativen Betrieb. Ab kommendem Jahr wird im Living-Lab des SCDH evidenz-basiert zu den Themenfeldern Design, Architektur und der Gesundheit geforscht. Das SCDH versammelt hierfür unterschiedliche öffentlich- wie privatrechtliche Stakeholder in einer Public-Private-Partnership. Die HKB ist in diesem Projekt seit 2018 für die BFH im Lead.

Wie fand das Farbpigment Ägyptisch Blau den Weg in die Schweiz?

Ägyptisch Blau ist eines der ersten vom Menschen künstlich hergestellten Farbpigmente. Es wurde von der Frühdynastischen Periode an in Ägypten erzeugt und verarbeitet. Antiken römischen Quellen zufolge brachte ein gewisser Vestorius das Produktionsgeheimnis nach Italien und fertigte monopolisiert in Pozzuoli nahe Neapel (Kampanien) Pigmentkügelchen. Das notwendige Herstellungswissen scheint sich nach dem Ende des Römischen Reiches zu verlieren und das meistverwendete Blaupigment der römischen Antike wird erst im 19. Jahrhundert durch archäologische Funde wiederentdeckt. 
Mittels bildgebender Ramanmikrospektroskopie untersuchten die Kunsttechnologin Petra Dariz (HKB) und der analytische Chemiker Thomas Schmid (Humboldt Universität zu Berlin) kürzlich frühmittelalterliches Ägyptisch Blau in einem Wandmalereifragment aus der Kirche St. Peter ob Gratsch (Südtirol, Norditalien) und gewannen so bisher nicht mögliche Einblicke in das komplexe Spektrum an Spurenbestandteilen. Diese lassen Verbindungslinien zu Rohstoffen aus den Phlegräischen Feldern bei Neapel vermuten. Ihre darüber hinaus abgeleiteten «biografischen» Informationen publizierten sie im Nature Research Journal Scientific Reports (Artikel lesen). In einem Folgeprojekt, das Anfang August an der HKB begonnen wurde, vergleichen sie die Resultate nun mit Pigmentkugeln und Wandmalereifragmenten aus Augusta Raurica und Avenches.

Das mittelalterliche Rabab, ein Streichinstrument mit arabisch-islamischer Vergangenheit und Gegenwart stand vom 5. bis 6. November im Mittelpunkt einer Tagung

Das mit einem Tierfell als Decke bespannte Rabab zählte neben der Fidel – und dem erst ab dem 14. Jahrhundert in den schriftlichen Quellen belegten Rebec – zu den wichtigsten Streichinstrumenten des Mittelalters und der frühen Renaissance. «Rabab und Rebec» werden seit 2019 im gleichnamigen SNF-Projekt interdisziplinär beforscht. An einer internationalen Tagung wurden nun die Ergebnisse des ersten Projektteils (9.–13. Jahrhundert) präsentiert und diese weiteren Forschungen zu verwandten Themen gegenüberstellt, um gemeinsam darüber zu diskutieren. 

«Traduction – relation»: Forschende denken und praktizieren «Übersetzung» einmal anders

Vom 8. bis 10. Oktober hat die Tagung «Traduction – relation», die im Rahmen des SNF-Projekts durchgeführt wurde, «Übersetzung» einmal anders gedacht und praktiziert: nicht bloss als Text, dessen Sinn, Charakter und Korrektheit es zu erfassen gilt. Oder einfach als Disziplin, deren Methoden man begreifen könnte. «Traduction – relation» versteht «Übersetzung» als singuläre Form der Beziehung, die verändert, was sie miteinander verbindet. Diese Beziehung wurde in Ateliers, Performances, Lesungen und Vorträgen erkundet.

Das Institut Interpretation lanciert die neue Veranstaltungsreihe «Input Interpretation» im Hybrid-Format

Das Institut Interpretation lädt herzlich zur neuen Veranstaltungsreihe «Input Interpretation» ein. Die einzelnen Veranstaltungen dieses Semesters, die online ebenso wie vor Ort besucht werden können, widmen sich den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Forschung (27.10.), dem Thema das Sammelns von Musikinstrumenten (3.11.), dem Komponisten Luigi Cherubini als Musiktheoretiker (1.12.) und der identitätsstiftenden Dynamik von «Volkskultur» (15.12.).

Die HKB-Forschung traf das Kunstmuseum Bern und diskutierte vom 15. bis 16. Oktober gemeinsam über Tierbilder im Kontext des Kolonialismus

Inwiefern war die Popularität «exotischer» Tiere um 1900 – in den Künsten wie auch in der Wissenschaft und Populärkultur – eine Folge der europäischen Kolonialexpansion, die die europäischen Sammlungen schlagartig anwachsen liess und in deren Zuge die Grenzen von Natur und Kultur, «Wildheit» und «Zivilisation» an und mit Tierkörpern visuell verhandelt wurden? Welche Bedeutung hatten Tierbilder für die Bewerbung des Kolonialgedankens, wie auch für die Prägung von Vorstellungen des «Eigenen» versus «Fremden», von verführerischer Ursprünglichkeit und «legitimer» Eroberung? Und inwiefern ging die Exotisierung von Tieren mit einer Exotisierung von Menschen, ihrem «Othering» und ihrer Sexualisierung einher? 
Eine vom Institut Praktiken und Theorien der Künste mit dem Kunstmuseum Bern organisierte Tagung widmete sich dem kolonialen Kontext, in dem August Gauls Plastiken «exotischer» Tiere entstehen und als Publikumslieblinge reüssieren konnten. Dabei wurde auch nach dem Fortleben kolonialer Bildwelten in heutigen visuellen Medien, sowie nach ihren Auswirkungen auf globale Machtgefüge, Vorstellungswelten und Herrschaftspraktiken gefragt. 

Das HKB-Business Lab wirkt seit Anfang Mai 2021 

Unternehmerisches Denken und Handeln ist ein wesentliches Ziel des Bildungs- und Forschungsauftrags. Das im Mai gegründete HKB-Business Lab ist die Anlaufstelle für alle Studierenden, Forschenden und weiteren Mitarbeitenden, die ihre eigenen Ideen und Projekte realisieren und auf stufengerechte wie praxisorientierte Unterstützung zurückgreifen wollen. Das HKB-Business Lab unterstützt Künstler*innen, Designer*innen und Konservator*innen dabei, ihre Projekte umzusetzen, Unternehmen und Organisationen zu gründen und die berufliche Selbständigkeit erfolgreich zu starten. U.a. bietet es Coaching, Mentoring, Unterstützung bei der Vermittlung von Infrastruktur, Vernetzung und finanzielle Förderung an: hkb.bfh.ch/businesslab

«Swiss Graphic Design Histories»: neue Publikation zum Schweizer Grafikdesign lanciert

Am 1. Juli 2021 luden die Herausgebenden, der Verlag Scheidegger & Spiess und die Berner Design Stiftung zur Vernissage der Publikation «Swiss Graphic Design Histories» ein. Diese baut auf den Ergebnissen des Forschungsprojekts «Swiss Graphic Design and Typography Revisited» auf. Mit zwölf Forscher*innen von sieben Schweizer Hochschulen sowie einer Laufzeit von vier Jahren war es das grösste akademische Forschungsprojekt im Bereich Design, das je vom SNF gefördert wurde. 
Die Veröffentlichung des Werks bietet nun einen umfassenden Überblick über die Grafikdesignlandschaft der Schweiz. Mehr darüber nachzuhören und -lesen in SRF und NZZ

Das Forschungsteam des SNF-Projekts «Kunstfiguren – Gestaltungsprozesse fiktiver Identitäten» lud am 21. Oktober zu einer Tagung ein

Künstlerisch gestaltete Identitäten, die von den jeweiligen Künstler*innen selber entwickelt und performt werden und sich von deren Alltagsidentität unterscheiden, können als Kunstfiguren bezeichnet werden. Darunter liessen sich bspw. Ziggy Stardust von David Bowie, Conchita Wurst von Thomas Neuwirth sowie Lady Gaga von Stefani Joanne Angelina Germanotta zählen. 
Ausgehend von Erscheinungsformen aktueller Kunstfiguren sowie ihren künstlerischen Darbietungen machte es sich die interdisziplinäre Tagung zur Aufgabe, die ästhetischen Strategien und performativen Praktiken von künstlerisch gestalteten Identitäten zu diskutieren. 

Das Institut Interpretation wirkt am Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie GMTH in Basel mit

Das Team des SNF-Projekts «In hommage from the multitude» (Roman Brotbeck, Marc Kilchenmann, Nemanja Radivojević, Eleni Ralli und João Carlos Victor) gestaltete ein Panel am diesjährigen GMTH-Jahreskongress, der zum Thema «Tonsysteme und Stimmungen» vom 1. bis 3. Oktober an der Musik-Akademie Basel/Hochschule für Musik (FHNW) stattfand. Zusätzlich sprachen Martin Skamletz und Eleni Ralli im Studio Eckenstein über ihre Forschungen zum Mikrotonkomponisten Harry Partch, während Dennis Mayer mit seinem Team die Plattform für medienbasierten Musiktheorieunterricht «Musiktheorie Digital» präsentierte.

Die Veranstaltungsreihe «Forschungs-Mittwoch» ist ins neue Semester gestartet

Mit seiner 122. Ausgabe startete die Veranstaltungsreihe Forschungs-Mittwoch in eine neue Runde. Mit Claire Bishop als Gast diskutierten Hanna B. Hölling und ihr Forschungsteam am 29. September, wie Performance-Kunst für die Zukunft erhalten werden kann. Mehr zum weiteren Programm

Neues Team und neue Mitglieder im Doktoratsprogramm Studies in the Arts SINTA

Thomas Gartmann ist der Verantwortliche der SINTA für die nächsten zwei Jahre und Cristina Urchueguía die stellvertretende Verantwortliche. Neue Programmkoordinatorin ist Hannah Ambühl, neue Sekretärin Olivia Nigg. Und neu ist auch ein Doktorat in den Digital Humanities möglich. 
Neu in die SINTA aufgenommen wurden folgende Doktrotand*innen:

  • Max Frischknecht: Grafiker und Webentwickler, doktoriert im SNF-Projekt «Partizipative Wissenspraktiken in analogen und digitalen Bildarchiven» im Fachbereich Digital Humanities mit dem Promotionsvorhaben «Digital-participatory Knowledge Visualizations».
  • Eliane Gerber: Designerin, entwickelt in ihrem Promotionsvorhaben «Communication Design in Countering and Resisting Violence (Kommunikationsdesign im gewaltfreien Widerstand)» einen Designleitfaden, der Aktivist*innen und Gestalter*innen Hand bietet, effektive Kommunikationsmassnahmen gegen Gewalt strategisch zu planen und wertekongruent umzusetzen.
  • Daniel Hildebrand: Musiker und Musikpädagoge, möchte mit seinem Doktorat «Förderung der Hörkompetenz von Kindern ab 9 Jahren unter Einsatz audiovisueller Medien im Musikunterricht» an die Forschung zur Offenohrigkeit anknüpfen, die besagt, dass kleine Kinder bis 9 Jahre für viele Musikstile offen sind, ab 9 Jahren aber nur noch für Popmusik.
  • Nathalie Rozanes: Schauspielerin und Autorin, macht ein Doktorat in Theaterwissenschaften und entwickelt in ihrem Promotionsvorhaben «Self-defense for the young actress* A study on potential/future/better/anti-hierarchical/gender-sensitive education in the performing arts» eine Workshop-Serie innerhalb der Schauspielausbildung. 
  • Raphaël Sudan: Pianist, doktoriert im SNF-Projekt «Im Brennpunkt der Entwicklungen: Der Schweizerische Tonkünstlerverein 1975-2017» mit Fokus auf freie Improvisation «Free improvisation: nod to the future, crystallization of the present or reminiscence of the past?».

Künstlerisches Doktorat – Kooperationsprogramm mit Linz

Der neue Jahrgang des künstlerisch-wissenschaftlichen Doktoratsprogramms der Anton Bruckner Privatuniversität Linz startet erstmals auch mit zwei Studierenden, die an der HKB zweitbetreut werden: Die Pianistin Joanna Wicherek beschäftigt sich mit den performativen Grenzen von theatralischer Klaviermusik und der Komponist Wataru Mukai mit queerem dokumentarischem Theater. HKB-Betreuer von beiden ist Leo Dick.

Die HKB forscht mit im BFH Call for Proposals 2022

Im Rahmen des BFH Call for Proposals 2022 zum Thema «Soziale Innovation für Nachhaltigkeit» wurden drei Projekte bewilligt, an denen auch die HKB beteiligt ist: «IntegrEAT – Bedürfnisse kognitiv beeinträchtigter Menschen bezüglich einer bildgestützten Ernährungskommunikation» (Lead: BFH-G), «Humane Dichte – Humane Nachhaltigkeit im verdichteten Wohnen erforschen, implementieren und fördern: Eine interventionsorientierte wissenschaftliche Begleitung von Architekturprojekten» (Lead: BFH-AHB), «PART-WEB – Interdisziplinäre Entwicklung eines mehrdimensionalen Instruments zur Charakterisierung der Partizipationsqualität in Dienstleistungen und Produktion von Gütern und Wissen» (Lead: BFH-G). In den Teams forschen Minou Afzali, Rahel Inauen und Beatrice Kaufmann von der HKB mit.

Klebstoffgitter – Methode und Anwendung zur flächigen Verklebung von Leinwandgemälden 

In dem im Frühling gedrehten Film zum Innosuisse-Projekt erklärt die Konservatorin-Restauratorin Mona Konietzny das neue Produkt der Klebstoffgitter: Leinwandgemälde können vielfältige Schäden aufweisen, die oft auch den Bildträger betreffen. Die Leinwand kann dabei so stark abgebaut sein, dass sie mit einem Stütztextil hinterklebt werden muss. Das HKB-Forschungsteam hat hierfür – gemeinsam mit der APM Technica AG und der Hochschule für Bildende Künste Dresden – wabenförmige Klebstoff-Netze entwickelt. Wie diese aussehen und anzuwenden sind, ist zu erfahren auf Youtube.

Alain Findeli-Gesamtwerk geht online 

Alain Findeli gilt als einer der führenden Designtheoretiker unserer Zeit und als Begründer der Designforschung in frankophonen Ländern. Seine Schriften wurden in zahlreichen Büchern und Zeitschriften veröffentlicht, von denen einige nur schwer erhältlich sind. Daraus entstand die Idee, eine Online-Bibliothek zu entwickeln, die vom Institute of Design Research umgesetzt wurde. Nun ist das Gesamtwerk Findelis öffentlich zugänglich: complete-works-alain-findeli.ch

Wir gratulieren herzlich:

  • Minou Afzali und Jimmy Schmid zu vier neuen Auftragsforschungsprojekten: mit den Spitälern Schaffhausen: «Neubau und Patientensicherheit: Evidenzbasierte Beratung im Planungsprozess der Intensivstation» (Teilprojekt) sowie «Neubau Kantonsspital Schaffhausen: Beratung von Signaletik, Material- und Farbkonzept, Lichtplanung» (Teilprojekt), Spital Zollikerberg: «Austrittsgespräch Maternité: Expertise Erklärvideo», Fachstelle Alter und Familie, Kanton Aargau: «Projekt Toolbox» 
  • Catalina Lucía Agudin zum SNF-Doc.CH-Beitrag zum Projekt «Revaluation of Wichi traditions: Applying Anthropological and Design Methods in a participatory project within Argentinian Aboriginal Community».
  • Luise Baumgartner und Floria Segieth-Wuelfert zum Projekt «Nachlass Surbek», wofür die Burgergemeinde Bern einen finanziellen Beitrag gesprochen hat.
  • Petra Dariz zum Folgeprojekt «Ägyptisch Blau», das von der Goethe-Stiftung für Kunst und Wissenschaft sowie der UBS Kulturstiftung unterstützt wird.
  • Carmen Effner und Lucy Gmelch zum Innosuisse-Projekt «Nano2: Neue Methode zur Restaurierung von tintenfrassgeschädigten Manuskripten durch chemische Entsäuerung und mechanische Stabilisierung».
  • Beatrice Kaufmann und Tine Melzer für die Aufnahme in die Community 2022/23 des Junior Scholars Program – BFH transversal. 
  • Karin Kraus für den Girafe Award, den der Verein «Agir pour la petite enfance» für die Initiative Lapurla in Paris vergeben hat. 
  • Robert Lzicar zum gemeinsamen Projekt «Alternative forms of publications» mit der SUPSI, HSLU, HES-SO, ZHdK und der FHNW, welches das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation auf Antrag von swissuniversities finanziert. Der Lead liegt bei der SUPSI.
  • Maren Polte zum Projekt «Digital Didactics in Art Education», das im Rahmen vom Erasmus+ Programm bewilligt wurde.
  • Aurel Sieber, Doktorand im SNF-Sinergia-Projekt «Praktiken ästhetischen Denkens», der zu «Epistemiken des Essayistischen. Harun Farockis Praxis» an der Universität Zürich mit summa cum laude promoviert hat.
  • Balthazar Soulier zum Projekt «Elucidating the Technology of Historical Violin Varnishes (II)», das die Karolina Blaberg Stiftung unterstützt.
  • João Carlos Victor SINTA-Doktorand, der 2022 die Nachfolge von Raphaella Smits als Professor für Gitarre an der LUCA Muziek School of Arts in Leuven (Belgien) übernimmt.
  • Gabrielle Weber deren «Neoblog – Swiss Contemporary Music» das Kuratorenteam von Feedspot.com in die Liste der Top 15 Switzerland Music Blogs im Web wählte.

HKB-Forschung in den Medien (Auswahl)

Max Frischknecht, PME Magazine/Digital Shapers, 28.10.2021
Skrjabin auf die Finger geschaut, Schweizer Musikzeitung, 13.10.2021
Pourquoi les Stradivarius envoûtent-t-ils tant?, Le Figaro, 11.10.2021
Ganz gross im Detail – die Schweizer Grafikgeschichte schien geschrieben. Nun wird sie nochmals neu erzählt, NZZ, 28.9.2021
«Seine Ideen sind hochaktuell», Der Bund, 15.9.2021
Das «andere» Klavierspiel, freiamt plus, 6.9.2021
Berner Forscherin auf den Spuren eines uralten Farbpigments, Berner Zeitung, 10.8.2021
Richard Wagner’s Essays on Conducting. A New Translation with Critical Commentary, Buchrezension von Mike Ashman in Gramophone 8/2021, S. 94f.
Eine Zeitreise am Klavier, ZDF heute journal, 2.8.2021
Die Schweiz, eine Grafikdesign-Nation, SRF 2 Kultur, 1.7.2021
Das letzte Hemd neu denken, Hochparterre, 16.6.2021
Sterben ist keine saubere Sache, blue News, 22.5.2021
Nouvelles archives en ligne sur le jazz suisse, Le Quotidien Jurassien, 8.5.2021
Nationalfonds bewilligt HKB-Projekte, Schweizer Musikzeitung, 8.5.2021
«Kauf mir mal was Schönes», sagte Bitten Stetters Mutter, als sie sterbenskrank war. Nun entwirft die Modedesignerin auch Spitalkleider, NZZ, 8.5.2021
Neues Online-Archiv zum Thema Schweizer Jazz, Radio SRF 2 KULTUR, 7.5.2021
Magic Piano von der HKB, Schweizer Musikzeitung, 1.5.2021
Mehr als Belcanto. Eine Tagung über Francesco Pollini in Mailand, Schweizer Musikzeitung, 1.5.2021
Konferenz: Beethoven and the Piano (Tagungsbericht), Eighteenth-Century Music, 18/2, 2021, S. 327–329.

Publikationen

Chiara Barbieri, Davide Fornari (2021): «Speaking Italian with a Swiss-German Accent: Walter Ballmer and Swiss Graphic Design in Milan», Design Issues (2021) 37 (1): 26–41.

Davide Fornari, Robert Lzicar, Sarah Owens, Michael Renner, Arne Scheuermann, Peter J. Schneemann (2021): «Introduction: New Perspectives on Swiss Graphic Design», Design Issues (2021) 37 (1): 4–9.

Davide Fornari, Robert Lzicar, Sarah Owens, Michael Renner, Arne Scheuermann und Peter J. Schneemann (2021): Swiss Graphic Design Histories, Zürich: Scheidegger & Spiess

Forschungsteam des SNF-Projekts «Sterbesettings»: «Die Zukunft des Sterbens», swissfuture – das Magazin für Zukunftsmonitoring, 2/2021.

Thomas Gartmann, Michaela Schäuble (Hg.) (2021): Studies in the Arts – Neue Perspektiven auf Forschung über, in und durch Kunst und Design, Bielefeld: Transcript

Mathias Gredig, Marc Winter, Rico Valär und Roman Brotbeck (Hg.) (2021): Der doppelte Po und die Musik. Rätoromanisch-chinesische Studien, besonders zu Li Po, Harry Partch und Chasper Po, Würzburg: Königshausen & Neumann 

Luzia Hürzeler, Alain Antille (Hg.) (2021): Quand on parle du loup. Sur les traces d’un invisible, Lausanne: art&fiction

Robert Lzicar (2021): «Swiss Graphic Design: A British Invention?», Design Issues (2021) 37 (1): 51–63.

Christian Steulet: Materialien zum Jazz in der Schweiz. Das persönliche Archiv von Christian Steulet / Matériel sur le jazz en Suisse. Les archives personnelles de Christian Steulet, online publiziert, 2021.

Chris Walton (2021): «Richard Wagner’s Essays on Conducting. A New Translation with Critical Commentary», Rochester: University of Rochester Press.

Klebstoffgitter, das mit Pinzette zwischen Farbe und Leinwand des Bilderrahmens geschoben wird.
Aus dem Innosuisse-Projekt «Klebstoffgitter» (Bild: Mona Konietzny)

Nach dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung Bern diplomierte Beatrice Kaufmann 2003 als Designerin FH in Visueller Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich HGKZ. Daraufhin begründete sie die Grafikagentur gut&schön mit, in der sie zehn Jahre lang arbeitete. Seit 2014 forscht sie als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute of Design Research der HKB. Zudem ist sie teilselbstständig als freischaffende Grafikerin und Illustratorin tätig. Sie ist Teil des Junior Scholars Program – BFH transversal.

Nathalie Pernet: Beatrice Kaufmann, bevor du deine Laufbahn als Designerin begonnen hast, hast du zwei Jahre Biologie an der Universität Bern studiert und mit dem 1. wie 2. Vordiplom abgeschlossen. Was hat dich an der visuellen Kommunikation so fasziniert, dass du eine andere berufliche Richtung eingeschlagen hast?

Die Biologie hat mich als Ganzes im Sinne der «Lehre vom Leben» immer sehr fasziniert – die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Lebensformen, «Grundbaupläne» von Lebewesen und die Schönheit der Natur. Diese etwas naive Vorstellung von der Universalgelehrten wich bald der Erkenntnis, dass man sich in diesem Fachgebiet sehr stark spezialisieren muss, was ich mir in Hinblick auf einen späteren Beruf nicht vorstellen konnte. So beschloss ich, die Aufnahmeprüfung für den Vorkurs an der Schule für Gestaltung Bern zu machen und mir dieses Jahr Zeit zu nehmen, um über meinen weiteren Weg zu entscheiden. Mir wurde dann schnell klar, dass ich mit der visuellen Kommunikation ein Gebiet gefunden hatte, in dem ich mich weiter vertiefen und später arbeiten möchte. Insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten, Informationen jenseits von verbaler Kommunikation zu vermitteln, begeisterten mich.  

Im Gesundheitswesen kommt der visuellen Kommunikation immer grössere Bedeutung zu: Diagnosen und Pflegeanweisungen anderssprachigen Patient*innen verständlich zu vermitteln ist für das Gesundheitspersonal oft herausfordernd. Wie kann hier die App, die du aktuell im Projekt «Sprechende Bilder» entwickelst, unterstützen?

Es freut mich, dass wir in diesem Projekt nun ein konkretes Produkt entwickeln und testen können, denn es basiert auf mehreren Vorstudien, in denen wir die Kommunikation zwischen medizinischen Fachpersonen und anderssprachigen Patient*innen untersucht haben. Mit unserem interdisziplinären Team von Forschenden aus Design, Pflege und Medizininformatik verfolgen wir den Ansatz einer bildbasierten Kommunikationshilfe. Anstatt eines sprachbasierten Übersetzungstools kreieren wir eine Art kuratierte Bildersammlung, die genau jene Bilder enthält, die häufig vorkommende Themen im Kindernotfall abdecken. Über eine Suchfunktion mittels Schlagworten sind die benötigten Bilder rasch zu finden. Inhaltlich lassen sich zusammengehörige Bilder, die für Folgefragen wichtig sind, verknüpfen: So werden neben dem Bild für Erbrechen bspw. auch solche für Trinken, Durchfall oder eine Uhr für Zeitangaben sichtbar. Soeben haben wir die entwickelten Bilder mit Pflegefachpersonen aus dem Kindernotfall sowie anderssprachigen Eltern und Kindern auf deren Verständlichkeit hin getestet. Nun sind wir daran, den Prototyp der App mit User*innen auf seine Tauglichkeit zu prüfen. Die App soll künftig in Kommunikationssituationen unterstützen, in denen eine Verständigung mit Händen und Füssen nicht ausreicht und keine Zeit da ist, eine*n Übersetzer*in beizuziehen.

An der BFH forschst du in interdepartementalen Teams und Projekten, so bspw. in der Gruppe Health Care Communication Design HCCD. Warum ist der interdisziplinäre Ansatz für deine Forschung so wichtig?

Ich bin überzeugt, dass bei komplexen und anspruchsvollen Fragestellungen interdisziplinäre Teams für deren Lösung unerlässlich sind. Gerade im Gesundheitswesen müssen die Bedürfnisse unterschiedlichster Interessegruppen berücksichtigt werden, bspw. der Patient*innen und des medizinischen Personals, aber auch von Angehörigen, Kostenverantwortlichen oder der Marketingabteilung. Durch das Zusammenkommen einer grossen Bandbreite an Kompetenzen und das Betrachten des Themas aus verschiedenen Perspektiven wird die Innovationskraft eines Teams gefördert, so dass Lösungen gefunden werden können, die über die Expertise der einzelnen Disziplinen hinausgehen. Persönlich bereichernd finde ich, dass ich meine Nase immer wieder in fremde Fachgebiete stecken kann, was das eigene disziplinäre Denken herausfordert und hinterfragt. Das kommt meiner Vorstellung der Universalgelehrten eigentlich wieder recht nahe – einfach nicht vereint in einer Person, sondern in einem Team.

Vielen Dank für das Gespräch.

Aufnahme in Farbe der mit geschlossenem Mund lächelnden braunhaarigen Beatrice Kaufmann. Sie schaut in die Kamera.

SNF-Forschungsprojekt
Die «Tiere Afrikas» hinter Glas – Die Dioramen im Naturhistorischen Museum Bern

 

Team

Sarah Csernay, Priska Gisler (Projektleitung), Luzia Hürzeler

Ein regungsloser Gorilla sitzt auf bemoosten Steinen in einem dichten Urwald und blickt durch eine Glasscheibe hindurch auf die Museumsbesuchenden. Er ist nicht mehr lebendig, sondern «ausgestopft», präpariert. Der Grosswildjäger Eric Miville hat ihn damals auf einer Expedition in Ostafrika erlegt. Eine ganze Reihe solcher Tierpräparate zeigt das Naturhistorische Museum Bern in seiner Sammlungsausstellung «Tiere Afrikas». Diese werden in Dioramen, d.h. dreidimensionalen Schaukästen in ihrem scheinbar natürlichen Lebensumfeld präsentiert. Mit szenischen Elementen und Landschaftsmalereien wird den Betrachtenden vermittelt, wie das Tier in der afrikanischen Steppe oder im Urwald gelebt haben soll.

Nun untersucht ein Forschungsteam der HKB in einem vierjährigen SNF-Projekt, wie und nach welchen Vorbildern man diese Tiere präpariert hat. Dazu gehört zu erkunden, wie sie inszeniert, in welche Landschaftsdarstellungen sie eingebettet und wie die Dioramen über die Zeit hinweg instand gehalten wurden. Um solche Dioramen herzustellen und zu erhalten, bedarf es nämlich einerseits wissenschaftlicher, andererseits kunsthandwerklicher Fertigkeiten.

Bild eines ausgestopften Gorillas, inszeniert im Dschungel mit Wasserquelle im Hintergrund
Berggorilla-Diorama im Naturhistorischen Museum Bern (Bild: Luzia Hürzeler)

Do, 25.11.2021, 18.15 Uhr
SINTA-Vortrag: Sonic Agency – Klangmacht, akustisches Selbstverhältnis und white aurality
UniS, Hörraum A022, Schanzeneckstrasse 1, 3012 Bern

Mi, 1.12.2021, 17 Uhr
Forschungs-Mittwoch des Institut Interpretation: Luigi Cherubini und die Ausbildung zur Komposition
HKB, Grosse Aula, Fellerstrasse 11, 3027 Bern

Do, 2.12.2021
Tagung: Perspektiven musikpädagogischer Forschung – Felder, Methoden, Projekte
PH Bern, Musikhaus, Fabrikstrasse 4, 3012 Bern

Mi, 8.12.2021, 17.30 Uhr
Forschungs-Mittwoch des Institute of Design Research & Master Design: Antisemitismus im Bild – zwischen Bildtraditionen und neuen visuellen Äusserungsformen
HKB, Auditorium, Fellerstrasse 11, 3027 Bern
sowie online

Mi, 15.12.2021, 17 Uhr
Input Interpretation: Musicking
HKB, Grosse Aula, Fellerstrasse 11, 3027 Bern sowie online

15.–17.12.2021
Tagung: Musicking Collective
HKB, Fellerstrasse 11, 3027 Bern

Do, 16.12.2021, 10–16 Uhr
Kolloquium des Institut Praktiken und Theorien der Künste
HKB, Grosse Aula, Fellerstrasse 11, 3027 Bern

Mi, 19.1.2022, 17.30 Uhr
Forschungs-Mittwoch des Institut Praktiken und Theorien der Künste
HKB, Auditorium, Fellerstrasse 11, 3027 Bern

Grafik mit *128 in weiss auf schwarzem Hintergrund. Nur der obere Fünftel ist horizontal in pinker Farbe.


 

No. 23 – April 2021

Fokus

SNF-Sinergia-Projekt «Swiss Graphic Design and Typography Revisited»

Köpfe der Forschung

Giovanna Di Pietro

Buchcover vorne und hinten

No. 22 – November 2020

Fokus

SNF-Projekt «Performance: Conservation, Materiality, Knowledge»
Projektleitung: Hanna B. Hölling

Köpfe der Forschung

Chris Walton

 

Fotograf am Flussbett in leicht geduckter Haltung, roter Rauch steigt direkt vor seinen Füssen auf.

No. 21 – Juni 2020

Fokus

BFH-Projekt: Tuba Ergonomie: Beschwerden beim Tuba-Spiel

Köpfe der Forschung

Fabiana Senkpiel

Fokus

No. 20 – November 2019

Fokus

SNF-Projekt: Digitales Kapital im Einsatz. Zur Transformation digitaler Praktiken in der Kunstausbildungen

Köpfe der Forschung

Arno Görgen

Fokus

No. 19 – Oktober 2018

Fokus

SNF-Projekt: Geldschein – Zur visuellen Rhetorik des Geldes

Köpfe der Forschung

Rita Hofmann-Sievert

Fokus

No. 18 – Januar 2018

Fokus

Innosuisse-Projekt: Röntgenbestrahlung zur Desinfektion von cellulose-/papierhaltigem Archiv- und Kulturgut

Köpfe der Forschung

Daniel Allenbach

Fokus

No. 17 – November 2017

Fokus

SNF-Projekt: Creating the Neapolitan Canon

Köpfe der Forschung

Julia Kiesler

Fokus

No. 16 - September 2017

Fokus

SNF-Forschungsprojekt: Listen, that’s us!

Köpfe der Forschung

Jimmy Schmid

Fokus

No. 15 – Januar 2017

Fokus

HKB-Forschungsprojekt: Kommunikationsbarrieren im Spitalalltag überwinden

Köpfe der Forschung

Franca Mader

Fokus

No. 14 – September 2016

Fokus

SNF-Projekt: Unfreezing History

Köpfe der Forschung

Michelle Ziegler

Fokus

No. 13 - Juni 2016

Fokus

SNF-Projekt: Das Schloss Dürande von Othmar Schoeck – Szenarien zu einer interpretierenden Restaurierung

Köpfe der Forschung

Manuel Schüpfer

Fokus

No. 12 – Januar 2016

Fokus

SNF-Projekt: Schreiben im Zwiegespräch

Köpfe der Forschung

Minou Afzali

Fokus

No. 11 – Oktober 2015

Fokus

SNF-Projekt: Mapping Worldmaps

Köpfe der Forschung

Karolina Soppa

Fokus

No. 10 – Mai 2015

Fokus

BFH-Projekt: Berührungslose Reproduktion fragiler dreidimensionaler Objekte mittels 3D-Scannen und 3D-Drucken

Köpfe der Forschung

Immanuel Brockhaus

No. 9 – Februar 2015

Fokus

BFH-Projekt: Blasinstrumentensammlung Burri

Köpfe der Forschung

Jacqueline Baum und Ursula Jakob

No. 8 – Dezember 2014

Fokus

BFH-Projekt: I See: Artistic Research Process

Köpfe der Forschung

Harald Klingemann

No. 7 – September 2014

Fokus

BFH-Projekt: Punkt, Punkt, Komma, Strich

Köpfe der Forschung

Kristina Herbst

No. 6 – März 2014

Fokus

BFH-Projekt: REVID

Köpfe der Forschung

Leo Dick

No. 5 – Dezember 2013

Fokus

BFH-Projekt: Wälchli-Maschine

Köpfe der Forschung

Annina Schneller

No. 4 – September 2013

Fokus

SNF-Projekt: Ästhetische Praktiken nach Bologna

Köpfe der Forschung

Cornelius Palmbach

No. 3 – März 2013

Fokus

SNF-Projekt: Vakuumgefriertrocknung

Köpfe der Forschung

Yeboaa Ofosu

No. 2 – Dezember 2012

Fokus

BFH-Projekt: KULTurA

Köpfe der Forschung

SNF-Förderungsprofessuren

Forschungs-Newsletter Nr. 24

No. 1 – September 2012

Fokus

SNF-Projekt: Wir sind im Winterschlaf!

Köpfe der Forschung

Thomas Gartmann