Diplom 2006

GUT ZUM DRUCK

«Gut zum Druck» bezeichnet im grafischen Fachjargon die Freigabe eines gestalterischen Entwurfes, bevor er in den Druck geht – und somit in die reale, öffentliche Welt der Artefakte eintritt. Unter demselben Titel «Gut zum Druck» wurden vom 24. Februar bis zum 19. März 2006 die Diplomarbeiten des Studiengangs Visuelle Kommunikation der Hochschule der Künste Bern HKB in den Räumen des PROGR gezeigt. Die Parallelen liegen auf der Hand; so beschreibt «Gut zum Druck» im Kontext dieser Diplomausstellung den einschneidenden Moment des Übergangs: nach der gestalterisch-künstlerischen Ausbildung im Rahmen der HKB wird es für die Studierenden von nun an heissen, sich in der realen Berufspraxis als Visuelle Gestalterin und Visueller Gestalter zu bewähren.

 

Visuelle Kommunikation überführt Wissen und Denken der Sichtbarkeit von Zeichen, lässt Botschaften in Erscheinung treten, macht Welt und Bild offen-sichtlich und daher greif- und sinnvoll, sinnlich begreifbar. Als visuelle Sprache und Übertragungswerkzeug an der Schnittstelle von Auftrag und Öffentlichkeit bewegt sich Visuelle Kommunikation als Disziplin wie als Ausbildung in einem Spannungsfeld von Marktanspruch und dem Anspruch gestalterischer Freiheit und forschender Innovation. Dabei agiert Visuelle Kommunikation im Dazwischen und lotet simultan die Grenzbereiche aus, mit dem Ziel, während des Studiums eigenständige Gestalterinnen und Gestalter auszubilden.

 

Die präsentierten Arbeiten der 15 Diplomandinnen und Diplomanden spiegeln denn auch das breite Spektrum Visueller Kommunikation und geben Einblick in die eigenständige Auseinandersetzung der Studierenden mit gestalterisch relevanten, selbst gewählten Fragestellungen im Rahmen eines Prozesses der Sichtbarmachung und ihres Kontextes. So stehen fotografische und illustrative Arbeiten im Versuch den Rahmen verbaler Kommunikation zu sprengen, neben inhaltlich komplexen und visuell überraschenden Neukombinationen von Bild und Text. Andere experimentieren erforschend Einzelaspekte der Visuellen Kommunikation in ihrem inhaltlichen oder medialen Kontext und eröffnen ein Feld für eine ungewohnte Wahrnehmung, die neuer Erkenntnis vorausgeht. Der Heterogenität Arbeiten gemeinsam bleibt indes der Anspruch, Inhalte und Botschaften präzis dem Auge und dem Denken des Publikums in der Rolle eines möglichen Betrachters zu vermitteln.

 

Vor diesem Hintergrund fand die Präsentation der Diplomarbeiten folgerichtig nicht wie bisher in den geschützten Räumlichkeiten der HKB – Hochschule der Künste statt, sondern stellte sich im PROGR der interessierten Öffentlichkeit. Dabei verzichteten die Diplomandinnen und Diplomanden weitgehend auf eine Ausstellungspraxis, die traditionellen Präsentationsformen verpflichtet ist. Vielmehr besetzten sie Treppen, Gänge und Verbindungswege – Orte des Austauschs, die dem Zeigen und Betrachten und letztlich der Kommunikation dienen.

 

Diplomandinnen und Diplomanden

Claudia Häfliger

HERBSTZEITLOSE

 

Daniela Wittmer

ZEIT LUPE

 

Jan Beyer

Buskers Bern, Strassenmusik - Festival

 

Jan Frederik Linke

Weehsel Mustala Urbanikus

 

Janine Aebischer

Bildlandschaften jenseits der Wirklichkeit

 

Jörg Amstutz

Toiletcore, Rosettenpunk und Gentlemenrock

 

Julia Ryser

Der Mond tut nichts

 

Lukas Marti

Mientras Nenas

 

Marc Zimmermann

Labor für Typografie und Aktion

 

Marian Blaser

WIR

 

Simon Fuhrimann

FINK POCKET

 

Simon Häberli

BURGUNDERGRUND

 

Simona Brühlmeier 

DAZWISCHEN

MIT AUSZEICHNUNG DER JURY


Simone Streit-Schöni

Die Ebenen meines Wohnraums

 

Yves Wenger

LOST WORLDS

 

zurück

 

 

Suche