Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit auf Berns Plakatsäulen

Vom 9. bis zum 22. September 2010 werden auf den Kultursäulen der Stadt Bern fünf Plakatkampagnen den Passantinnen und Passanten Bilder mit auf den Weg geben, die das eigen Tun hinterfragen und das Denken über die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen auf unserer einmaligen Welt anstacheln wird.

 

"Für Nachhaltigkeit werben" war das durch die Dozenten Christoph Stähli Weisbrod und Andréas Netthoevel gestellte Thema einer Plakatkampagne. Studierende des ersten Semesters der Visuellen Kommunikation an der Hochschule der Künste Bern (HKB) hatten den Auftrag je drei inhaltstarke Gestaltungsvorschläge im Weltformat auszuarbeiten. Dabei sollten die Menschen auf der Strasse einerseits über das immer aktueller werdende Thema informiert werden, andererseits war es Aufgabe allgemein Bekanntes wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückzurufen. Damit die Studierenden genügend Zeit aufwenden konnten, haben Andréas Netthoevel (Dozent Visualisieren) und Christoph Stähli Weisbrod (Dozent Typografie) ihre beiden Module für ein Quartal zusammengelegt, sodass die Studierenden während insgesamt vierzehn Tagen an dieser Aufgabe arbeiten konnten. Dieses Vorgehen erlaubte den Studierenden eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Um in das komplexe Gebiet der Nachhaltigkeit einzuführen wurde Holger Bazali von der „Foundation for Global Sustainability Zürich“ eingeladen. In einem Workshop hat er den Studierenden das Thema näher gebracht und stand diesen während des gesamten Projektes zur Beantwortung von Fragen zur Seite. Entstanden sind fünfzehn unterschiedliche Plakatkampagnen. In einer Jurierung wurden fünf Serien für den Aushang auf den Plakatsäulen ausgewählt. Zudem werden die Plakate im Web unter „nachhaltigkeit.org“ der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Diverse Herausforderungen

Nach der Recherche zum Thema war eine Bildidee gesucht die berührt, nicht plump und gleichwohl plakativ ist; eine Information auf den ersten Blick klar transportiert und diese auf originelle Weise in den Köpfen der Betrachtenden verankert. Im Kommunizieren des Inhaltes, reduziert auf «ein Bild» lag die Herausforderung, nicht nur etwas ästhetisch ansprechendes, sondern auch intelligentes auszuarbeiten. Beachtet werden musste zudem, dass eine Idee immer auch abhängig vom Wissensstand des Zielpublikums ist. Weiter zu berücksichtigen war, dass das Plakat ein Medium ist auf dem direkt, also «schlagwortartig» und nicht «erzählend», kommuniziert werden muss. Aditives Gestalten, das heisst, das Aneinanderreihen von Botschaften, das Aufzählen von Inhalten und das Zusammenfügen derselben in einer Art Puzzle sind für ein Plakat ungeeignet. Das gilt sowohl für die Bildidee, als auch für die Botschaften, die in Textform aufgeführt sind. Erschwerend kam hinzu, dass die Studierenden eine Idee realisieren mussten, die in ihren eigenen Möglichkeiten lag. Das bedeutet, dass das Bauen von teuren Szenenbildern, das hinzuziehen von FotografInnen oder anderen SpezialistInnen nicht möglich war.<

 

Unterschiedlichste Bilder

Die Studentin Rebecca Kunz beispielsweise wirft die Frage auf, ob unsere Nahrungsmittel mehr Zeit auf Reisen verbringen sollen als sie zum Wachsen brauchen und illustriert das mit gelungenen Sujets sehr prägnant. Selina Kallen macht in wundervoll eigenständigen Illustrationen auf die Selbe Problematik aufmerksam und ergänzt gezeichnetes mit verbalen Fakten. Selina Bernet ihrerseits geht von einem allseits bekannten, hoffnungsvollen Sprichwort aus und stellt diesem clever eingesetzte Zeichnungen von Tieren zur Seite. Boris Siebs setzt seinen Fokus auf grosse Headlines und schafft es, diesen mit einem präzisen typografischen Eingriff die nötige Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, wobei er diese Aufmerksamkeit gleich mit vertiefenden Botschaften in einer zweiten Ebene belohnt und Chloé Genet lockt mit ihren Aktionsplakaten in klassischer Manier Schnäppchengeile Konsumentinnen und Konsumenten in ihre Reichweite um diesen mitzuteilen, wie Verantwortungslos eine solch geizige Haltung ist.

 

Die Ideen sind auf klimaneutral produzierten Weltformatplakaten, vom 9. bis zum 22. September, auf den Kultursäulen der Stadt Bern zu entdecken. Ein Beitrag der HKB zu einem wichtigen Thema, bei uns in der Stadt und anderswo.

 

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