CAS Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär

Dieses Programm ist eine Zusammenarbeit des Fachbereichs Konservierung und Restaurierung, der HKB Weiterbildung und des Kunstmuseums Bern. Es vermittelt in sechs Modulen aus multidisziplinärer Perspektive theoretisches Hintergrundwissen und grundlegende Methoden der praktischen Werkidentifikation. Es bietet Grundlagen zur Translokations- und Provenienzforschung sowie Recherchehilfen zur Rekonstruktion von Werkbiografien.

 

An Case Studies wird aus wechselnder Perspektive die jeweilige Werkbiografie nachverfolgt und das Werk im Kontext interdisziplinär beurteilt. Berufsleute in Weiterbildung und Studierende bilden dazu multidisziplinäre Arbeitsteams, denn Ziel ist es, Methoden und Argumente der eigenen Fachrichtung im Diskurs und Spannungsfeld zwischen historischen Gegebenheiten, Kunstwissenschaft, Kunsttechnologie und Naturwissenschaft anzuwenden und zu vertreten. Auch die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen werden thematisiert.

 

Es werden Rollen und Verantwortungen für Arbeitsbereiche geklärt, wie etwa Provenienzforschung und Restitution, Werkzuschreibung und Fälschungserkennung oder Handel von Kulturgütern aus aktuellen Kriegsgebieten. Die Teilnehmenden werden für die Zusammenarbeit in einem multidisziplinären Experten-Team für die Praxis im Museum und in öffentlichen sowie privaten Sammlungen oder im Kunsthandel, als selbständig Tätige oder in der Forschung vorbereitet. Dieses interdisziplinäre Vorgehen ist in der Praxis nicht hinreichend etabliert und findet in der Ausbildung noch kaum Entsprechung.


Aktuell

Das Folgerecht des Urhebers des Originals eines Kunstwerks – Le droit de suite. Öffentlicher Vortrag von Sandra Sykora (Juristin und Kunsthistorikerin). Dienstag, 18.12.2018, 17:30 Uhr, HKB-Fellerstrasse 11, Raum 229, 3027 Bern.

Informationen

Info-Broschüre CAS Werkzuschreibung und Provenienzrecherche

Zielpublikum

Das Programm ist inhaltlich multidisziplinär ausgerichtet und spricht daher neben Berufsleuten und Masterstudierenden der Konservierung / Restaurierung auch (angehende) Kunstwissenschaftler*innen, Rechtswissenschaftler*innen sowie Naturwissenschaftler*innen oder Forensiker*innen an. Damit werden über konkrete Fallbeispiele bereits in der Ausbildung Vertreter*innen von Disziplinen zusammengeführt, die in der künftigen beruflichen Praxis zum notwendigen multidisziplinären Netzwerk gehören werden.

 

Dauer und Umfang

Der CAS erstreckt sich über zwei Semester und läuft von Dezember 2018 bis Juni 2019. Er umfasst sechs Module und 15 ECTS. Es sind weitere Module geplant, die ergänzend belegt werden können. Bitte halten Sie dazu Rücksprache mit der Studienleitung. Begleitend zu den Modulen findet je ein öffentlicher Abendvortrag statt, die Teilnahme wird erwartet.

 

Studienort

Hochschule der Künste Bern: Fachbereich Konservierung und Restaurierung, Kunsttechnologisches Labor und weitere Durchführungsorte: Museen, Sammlungen, Archive.

 

Unterrichtssprache

Deutsch (einzelne Veranstaltungen in englischer Sprache) 

 

Zulassung

Mindestens erfolgreich abgeschlossener BA-Abschluss in einem für das Themengebiet relevanten Bereich. Nach Absprache mit der Studienleitung werden auch Interessent*innen mit nachgewiesenen relevanten Kompetenzen aufgenommen, welche über keinen entsprechenden Abschluss verfügen. In Ausnahmefällen können einzelne Module als Fachkurs besucht werden, es gelten die gleichen Aufnahmebedingungen.

 

Anmeldeunterlagen

Für die Anmeldung wird ein Lebenslauf mit den entsprechenden Zeugnissen und ein Motivationsschreiben (max. A4-Seite) erwartet unter Angabe der derzeitigen Tätigkeit. Über die definitive Aufnahme entscheidet ein Orientierungsgespräch. Die Angaben werden vertraulich behandelt. Der Studiengang wird nur bei einer genügenden Anzahl Anmeldungen durchgeführt. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt.

 

Abschluss

Certificate of Advanced Studies BFH in Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär

 

Kosten

Studiengebühr pro Semester CHF 2'700.– (wird semesterweise in Rechnung gestellt) plus CHF 250.– Anmeldegebühren (einmalig). Die Gebühren sind steuerlich absetzbar. Wir beraten Sie gerne betreffend Ratenzahlungen und Stipendien. Bitte informieren Sie sich auch über Weiterbildungsstipendien Ihres Heimatlandes.

 

 

 

Ziele und Aufbau

Aufbau des Zertifikatprogrammes

Die Provenienzrecherche setzt eine fundierte Werkidentifikation voraus und umgekehrt. Die einzelnen, aufeinander aufbauenden Module beziehen daher beide Aspekte der Beurteilung von Kunstwerken und Artefakten ein. Die Module reflektieren drei Aspekte des Lernens, nämlich 

 

Netzwerk

Die Teilnehmenden lernen in den unterschiedlich ausgerichteten Modulen wichtige Spezialisten*innen des Fachgebiets und deren fachliche Netzwerke kennen. Gleichzeitig erhalten sie an relevanten Beispielen konkrete Einblicke in deren interdisziplinäre Zusammenarbeit. 

 

Wissen & Kontext

Die Module erschliessen das Fachwissen und die relevanten Kontexte zum Thema der Werkidentifikation und Provenienzrecherche. Wichtige Grundlagen werden in den Modulen vermittelt und eine Basis für das weitere Selbststudium gelegt.

 

Methoden & Anwendung

Die Teilnehmenden lernen etablierte Methoden der Werkidentifikation und Provenienzrecherche kennen, haben Gelegenheit diese zu üben und am Fallbeispiel anzuwenden. 

 

Module

1. "Fälschung, Fake, Kopie oder Rekonstruktion?": Mo. 17.12.2018 bis Do. 20.12.2018

 

2. "Provenienz und Werkverzeichnis": Mi. 09.01.2019 bis Sa. 12.01.2019

 

3. "Kunsttechnologie und Forensik": Mo. 14.01.2019 bis Do. 17.01.2019

 

Wegen der Feiertage im Mai/Juni werden die Module 4 und 5 vertauscht:

5. "Kunstmarkt, Recht und Gutachten": Mo. 27.05.2019 bis Mi. 29.05.2019

 

4. "Drucktechnologie und Fälschung von Druckgraphik": Mo. 03.06.2019 bis Fr. 07.06.2019

 

6. "Projektwoche", Zwischenpräsentation und Abschlussbericht:

Di. 11.06.2019 bis Do. 13.06.2019 (Anwesenheit fakultativ; begleitetes Selbststudium);


Fr. 14.06.2019 Abschlusspräsentationen (obligatorisch).

 

Weitere Informationen zum CAS bietet die Informationsbroschüre.

Dozierende

Leitung

Floria Segieth-Wuelfert, M.A. BFH in Conservation-Restoration, M.A. Uni Bern in Research on the Arts; HKB, Konservatorin-Restauratorin

 

Dozierende

Zum ersten Lehrgang 2017/2018 haben beigetragen:

  • Dipl. Rest. Nathalie Bäschlin, Konservatorin-Restauratorin; Kunstmuseum Bern, Leiterin Konservierung und Restaurierung
  • Thomas Becker, Konservator-Restaurator; HKB, Materialprüfer RT1, Röntgen von Kunst und Kulturgut
  • Prof. Akad. Rest. Sebastian Dobrusskin, Konservator-Restaurator für Grafik und Fotografie; HKB, Leiter HKB Forschungsschwerpunkt Materialität
  • Dr. Nikola Doll, Kunst- und Zeithistorikerin; Kunstmuseum Bern, Leiterin Provenienzforschung
  • Martin Fürbach, document examiner ESC, School of Criminal Justice, Uni Lausanne
  • PD Dr. Christian Fuhrmeister, Kunsthistoriker; Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
  • PD Dr. Jean-Robert Gisler, Archäologe; assoz. Forscher Institut für Archäologische Wissenschaften Uni Bern
  • Dr. Uwe Hartmann, Kunsthistoriker; Deutsches Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg, Leiter Fachbereich Provenienzforschung
  • Dr. Meike Hopp, Kunsthistorikerin; Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München
  • Prof. Dr. Anne Krauter, Kunsthistorikerin; HKB, Leiterin ArtLab
  • Dr. jur. Philip Kübler, Direktor ProLitteris, Zürich
  • Henriette Küffer, MLaw et M.A., RA, Kunsthistorikerin, Staatsanwältin; Zürich
  • Prof. assoc. Dr. Geneviève Massonnet, School of Criminal Justice, Uni Lausanne
  • Dr. jur. Peter Mosimann, Jurist, spez. Kunst und Recht, Basel
  • Dr. Peter W. Pfefferli, Forensiker; SWISS-FORENSIC-EXPERT, Thalwil
  • Dr. des. Jennifer Rabe, Kunsthistorikerin; HKB, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Chris Richter, Fotograf; HKB, Leiter Atelier für Dokumentationsfotografie
  • Prof. Dr. Nadim Scherrer, Erdwissenschaftler; HKB, Leiter Kunsttechnologisches Labor
  • Ernst Schöller, Kriminalhauptkommissar i.R. (LKA Baden Württemberg)
  • Esther Tisa Francini, lic. phil., Historikerin; Museum Rietberg Zürich, Leiterin Schriftenarchiv und Provenienzforschung
  • Benno Widmer, Jurist und Kunsthistoriker; Bundesamt für Kultur BAK, Leitung Museen und Sammlungen, Anlaufstelle Raubkunst
  • Prof. Dr. Stefan Zumbühl, Dipl. Konservator-Restaurator; HKB, Kunsttechnologisches Labor
  • Floria Segieth-Wuelfert, M.A. BFH in Conservation-Restoration, M.A. Uni Bern in Research on the Arts; HKB, Konservatorin-Restauratorin, Studienleitung / Modulkoordination

 

Die Aktualisierung der Dozentenliste für den Lehrgang 2018/2019 folgt in Kürze.

 

Kooperation

Impressionen

Artikel "Zu Gast" mit Kuratorin und Provenienzforscherin Nikola Doll 

Die ganze HKB-Zeitung online lesen (oder als pdf herunterladen).

Suche

Termine und Anmeldung

Der CAS Werkzuschreibung und Provenienzrecherche findet statt. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Sekretariat Weiterbildung.

Studienbeginn: 17. Dezember 2018

Kontakt

Studienleiterin

CAS-Programm Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär

Floria Segieth-Wuelfert M.A./M.A.

T +41 31 848 38 92

E-Mail

 

Sekretariat Weiterbildung

Hochschule der Künste Bern

Fellerstrasse 11

3027 Bern

 

T +41 31 848 38 15

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