Internationales Praxisprojekt
"Kunst, Konflikt & Kooperation"

"Kunst öffnet neue Türen: In Krisensituationen rücken kulturelle Anliegen und künstlerisches Engagement meist in den Hintergrund. Zu Unrecht: Unzählige Beispiele zeigen, wie 'Art in Conflict' in schwierigen Situationen weiterhelfen und neue Perspektiven aufzeigen kann."

Das Deza-Magazin Nr. 4 / Dezember 2015

 

Künstlerische Ausdrucksformen werden zunehmend als konstruktive Formate zur Konflikttransformation in der humanitären Hilfe und in der Entwicklungszusammenarbeit wahrgenommen. Gut durchdachte und strukturierte kulturelle Bildung leistet in Konfliktgebieten wertvolle Arbeit, indem an der gemeinsamen Gestaltung der Zukunft gearbeitet wird und Begegnungen ausserhalb unserer Komfortzone möglich werden...

 

Das Praxisprojekt "Kunst, Konflikt & Kooperation" gibt professionell arbeitenden Kulturschaffenden aller Sparten und Kunst- und KulturvermittlerInnen einen Einblick in die künstlerische Arbeit mit Menschen in Transitions- und Konflikt-Situationen am Beispiel von Flucht und Migration. Es bietet die Möglichkeit, vertiefte, praktische Arbeitserfahrungen in einem konfliktbelasteten Kontext zu sammeln und bietet Ausblicke für deren Anwendung in der Schweiz.

Informationen

Zielpublikum

Das Projekt ist ein Angebot der Weiterbildung der Hochschule der Künste Bern und richtet sich an professionell arbeitende Kulturschaffende aller Sparten, Kunst- und KulturvermittlerInnen, die Knowhow auf dem Gebiet von Applied Theatre, Arts for Social Change und der Anwendung von Kunst in der Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe praktisch kennen lernen möchten, um dieses Arbeitsfeld auch in der Schweiz anzuwenden und zu etablieren.

 

Das Praxisprojekt richtet sich an Kunstschaffende, die die Verknüpfung von sozialem Engagement, interkultureller Arbeit und künstlerischer Kompetenz in einem internationalen Konfliktgebiet kennenlernen möchten. Das fragile Umfeld, in dem die Menschen leben, mit denen wir zusammenarbeiten werden, bedingt einen hohen Grad an Sensibilität und Flexibilität von unserer Seite. Darum ist der sogenannte "safe space" der kulturellen Praxis für alle Beteiligten ein eminent wichtiger Faktor.

 

Ziele für die Teilnehmenden

  • Erwerb von Know-how auf dem Gebiet von Applied Arts, Arts for Social Change und der Anwendung von Kunst in der Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe Anwendung des erworbenen Know-hows in einem konkreten, praktischen Projekt
  • Arbeitserfahrung in einem fremden kulturellen, sozialen und politischen Kontext
  • Vernetzung mit internationalen Organisationen
  • Zusammenarbeit mit KünstlerInnen unterschiedlicher Sparten und nach Möglichkeit aus unterschiedlichen Kulturkreisen
  • Kenntnisse der Praxis der interkulturellen Vermittlung in der Schweiz und mögliche Arbeitsfelder

 

Passagen Nr. 65/ An die Künstler der Zukunft/ Milo Rau: "Die Künstler müssen wieder Reisende werden. Sie müssen sich in der Welt bewegen, sie müssen Distanz gewinnen zu ihrem Land, zu ihrem Kontinent. (...) Der Künstler muss beginnen zu reisen, imaginär und in der Realität. In die Vergangenheit, in die Zukunft und auf andere Kontinente. (...) Er muss über Distanz Nähe herstellen. Er muss sich Erkenntnisweisen erarbeiten für eine Welt, die ökonomisch total globalisiert ist und in der es Nähe nur noch im Privaten gibt."

 

Ziele für die Projektbeteiligten vor Ort

(Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung)

  • Freude und Abwechslung in ihrem komplizierten und oft eintönigen Alltag
  • Möglichkeiten, über den kreativen Ausdruck ihre eigene Stimme zu finden, Unrecht auszusprechen und ihre Zukunft zu gestalten
  • Gemeinsam etwas zu erarbeiten, das bei der Präsentation auf ein Publikum trifft und so weitere Menschen erreicht
  • Kontakt mit Menschen aus der Schweiz, Kennenlernen anderer Realitäten, Meinungen, Ansichten und Gemeinsamkeiten

 

Studienorte

HKB-Standort Fellerstrasse und Jordanien (Basis in Amman)

Reisehinweise für Jordanien (EDA)

 

Studiengebühr

Die Studiengebühr beträgt CHF 2600.–; ermässigt CHF 2000.– (Studierende, freischaffende Künstler und Künstlerinnen sowie Personen mit nachgewiesen geringem Einkommen).

In den Studiengebühren sind sämtliche Kontaktunterrichtstage sowie Aufenthalt, Transporte vor Ort und Verpflegung in Jordanien enthalten.

Nicht enthalten ist der Hin- und Rückflug nach Amman (der Flug kann über die Stiftung NOIVA zu einem vergünstigten Preis von ca. CHF 700.– organisiert werden).

 

Zulassungsvoraussetzung

Die Teilnahme am Projekt setzt einen Hochschulabschluss und/oder eine professionelle künstlerische oder gestalterische Praxis voraus. Praktische Erfahrung oder Interesse an der Arbeit als Teaching Artist oder in Kunst- oder Kulturvermittlung sind erwünscht. Zudem werden gute Englischkenntnisse erwartet.

 

Anmeldeunterlagen

Bitte laden Sie bei der Anmeldung einen Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben (max. eine A4-Seite) hoch, in welchem Sie darlegen, weshalb Sie sich für das Praxisprojekt interessieren und was Sie hoffen, dabei mitzunehmen.

Projektaufbau

"Creativity is the power to reject the past, to change the status quo, and to seek new potential. Simply put, aside from using one’s imagination, perhaps more importantly, creativity ist the power to act." (Ai Weiwei, Katalog Libero, 2016 Giunti Editore S.p.A)

 

Zusammenarbeit

In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team von NGO-MitarbeiterInnen und KulturvermittlerInnen wird an einem partizipativen Kulturvermittlungsprojekt in drei verschiedenen Kontexten mit Flüchtlingen in Jordanien gearbeitet. Die Lehrenden sind bei diesem Projekt Wegweisende und Begleitende und kollaborieren mit den Lernenden. Wissen und Können wird in der Praxis erleb- und umsetzbar. Das Praxisprojekt ermöglicht eine Arbeitserfahrung in einem fremden kulturellen, sozialen und politischen Kontext, die Vernetzung mit internationalen Organisationen und die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen unterschiedlicher Sparten. Das Projekt bietet Schutz, Begleitung und das Know-How erfahrener MitarbeiterInnen vor Ort in Jordanien und ermöglicht so Zugänge, Begegnungen und Berufserfahrungen mit Flüchtlingen, die ohne die Zusammenarbeit nicht möglich wären.

 

Das Projekt strebt keine Entwicklungszusammenarbeit an, sondern ermöglicht persönliches und professionelles Wachstum, Horizonterweiterung und interkulturelle Begegnung auf mehreren Ebenen. Das Projekt verfolgt weder therapeutische, ideologische, kapitalistische noch kolonialisierende Ziele.

 

Ablauf

Das Projekt besteht aus drei Phasen:
1. Im Vorfeld erhalten die Teilnehmenden Inputs zu folgenden Themen (3 Tage in Bern):

  • Einblick in die Grundsätze und Praxis von "Art for development", "Art for social change" und "Art in conflict zones"
  • Kontext des Projektes: Situation der Flüchtlinge in Jordanien
  • Inhaltliches und praktischer Ablauf des Projektes vor Ort

 

2. Das praktische Projekt (ca. 10 Tage in Jordanien) wird so gestaltet sein, dass Teilbereiche verschiedener künstlerischer Disziplinen zu einem Gesamtprojekt komponiert werden. Das Projekt wird, beim momentanen Stand der Planung, dreimal als Kurzprojekt an drei verschiedenen Orten mit Flüchtlingen in Jordanien umgesetzt: Azraq Camp (seit 2014, Camp für syrische Flüchtlinge), Stadt Mafraq (mit syrischen Flüchtlingskinder des learn2life-Projekts,) & Baqa'a Refugee Camp (seit 1968, Camp für palästinensische Flüchtlinge) und ermöglicht so Einblicke in die praktische Arbeit in unterschiedlichen Kontexten sowie drei Auftritte vor Publikum.

 

3. Nach der Rückkehr in die Schweiz wird das Projekt evaluiert und reflektiert (1 Tag in Bern). Neben der Evaluation der Kurzprojekte in Jordanien werden Ausblicke für individuelle, zukünftige Projekte der Teilnehmenden besprochen werden: Wo und wie lassen sich Projekte in der Schweiz und im internationalen Kontext realisieren?

 

Daten

  • 19./20./27. Januar 2018: Input-Tage, Hochschule der Künste Bern
  • 17.–28. Februar 2018: Projekt in Jordanien
  • 9. März 2018: Abschlusstag, Hochschule der Künste Bern

Projektleitung

Sinje Homann (Theaterpädagogin, Regisseurin, Kulturmanagerin und Erwachsenenbildnerin, Studienleitung des CAS Teaching Artist an der HKB)

 

Christoph Brunner (Schlagzeuger und Kulturvermittler, Studienleiter verschiedener musikpädagogischer CAS sowie Beauftragter für Chancengleichheit und Inklusion an der HKB)

 

Bettina Holzhausen (Choreografin und Tanzpädagogin, aktuell beim Ballett des Opernhaus Zürich und im Tanznetzwerk reso, MA Theatre and Development an der University of Leeds, div. Internationale Projekte)

 

 

In Kooperation mit der Stiftung NOIVA.

 

Anna Winkler (Sportpädagogin, Project Manager, humanitäre Arbeit mit der Stiftung NOIVA, Jordanien; Sportlehrerstudium und Komplementärstudium APA (Adapted Physical Activities) an der ETH Zürich, 2013 Semesterkurs an der StageArt Musical & Theatre School, Zürich, Arbeit mit Ghettokids im Rahmen von Sommercamps Metro Ministries, New York; 2001–2013 Arbeit als (Sport-)Lehrerin an verschiedenen Kantons-, Primar- und Oberstufen Schulen im Kanton Bern und Zürich und Leitung von Sportlagern z.B. mit Behinderten Kindern.)

 

 

 

Die Dozierenden der Input-Tage werden spätestens im Herbst 2017 bekannt gegeben.

Impressionen

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Termine und Anmeldung

Anmeldeschluss: 5. November 2017

Projektbeginn: 19. Januar 2018



Kontakt

Sekretariat Weiterbildung

Hochschule der Künste Bern

Fellerstrasse 11

3027 Bern

 

T +41 31 848 38 15

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