Lehrangebote Bachelor

Jahresthema

Das Y bestimmt jeweils zu Studienjahresbeginn ein Thema, das in Y-Lehrangeboten künstlerisch erforscht wird.

Jahresthema 2019/20: «ÜberSetzen»

«Übersetzen ist das falsche Wort für eine Sache, die es nicht gibt.»
(Oskar Pastior)

Übersetzen ist eine zentrale Kulturtechnik, ob es sich nun um den Transfer von einer Sprache in die andere, von einer Kultur in die andere oder von einem Medium ins andere handelt. Ensprechend breit betrachten wir den Begriff — mit Lehrangeboten, die nach Übertragungen zwischen den Künsten suchen, aber auch solchen zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Ebenso interessiert uns das Thema Vermittlung als Übersetzung zwischen Kunstproduktion und Publikum. Schliesslich haben wir Kurse zur Übersetzung zwischen Sprachen und Kulturen im Angebot.

Das Y-Jahresthema ist zugleich Thema eines Laboratoriums, mit dem die HKB ihren Status als mehrsprachige, multidisziplinäre Hochschule demonstriert. Die Y-Lehrangebote zum Jahresthema werden mit in die Präsentationen des Laboratoriums zwischen März und Mai 2020 einfliessen.

Jahresthema 2018/19: «Fake»

«Die Lüge ist eine Realität zweiter Ordnung.» 
(Aristoteles)

Wir leben im Zeitalter der Fakes. Ob es sich um gefälschte Luxusuhren handelt oder um gezielt gestreute Falschnachrichten, die sich in Windeseile in den sozialen Medien verbreiten: Was wahr ist und was falsch, was echt ist und was nicht, scheint fragwürdiger denn je.

Berühmt geworden ist beispielsweise das sogenannte Pizzagate: Im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf machte 2016 die Meldung die Runde, im Keller einer Pizzeria in Washington, D. C. habe sich ein Kinderpornoring einquartiert, in den auch die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verwickelt sei. Prompt überfiel ein mit einem Sturmgewehr bewaffneter Mann die Pizzeria, um die dort angeblich festgehaltenen Kinder zu befreien, und gab mehrere Schüsse ab. Als er nichts fand, liess er sich widerstandslos festnehmen.

Das Beispiel zeigt: Fakes können Folgen haben, die alles andere als harmlos sind. Was aber ist ein Fake? Eine Fälschung, eine Täuschung, eine Lüge, eine Erfindung, ein Betrug? Und wie ist sein Verhältnis zum Fakt? Was der Anteil der Fiktion? Was braucht eine Erfindung überhaupt, damit sie glaubhaft ist und unmit- telbare Auswirkungen auf die Wirklichkeit hat?

Fest steht: Das Spiel mit Fakten, Fakes und Fiktionen ist eine uralte künstlerische Strategie in sämtlichen Sparten. Wie aber sollen die Künste darauf reagieren, dass ihr Spiel mit der Illusion heutzutage so wirkungsmächtig und wirklichkeitsrelevant geworden ist? Und wie gehen sie mit der zunehmenden Fiktionalisierung der Welt um?

Mit diesen und ähnlichen Fragen setzen wir uns im Studienjahr 2018/19 unter dem Titel FAKE auseinander.

Y-Projekte

In den Y-Projekten, die sich thematisch auf das Jahresthema beziehen, kommen Studierende aller Studienrichtungen der HKB zusammen. Es wird von einer gemeinsamen Fragestellung ausgegangen, deren theoretischer und historischer Hintergrund erarbeitet wird. Auf dieser Grundlage entwickeln die Studierenden eigene Projekte in ihrer Disziplin, die das Thema auf künstlerische Weise erforschen und reflektieren. Die disziplinäre Arbeit wird dadurch in den erweiterten Kontext der anderen Künste gestellt. In dieser "verschärften Nachbarschaft" erhalten die Studierenden die Möglichkeit, die Bedingungen ihres eigenen Fachs und dessen Positionierung zu erfahren und in konstruktiver Konkurrenz gegenseitig zu behaupten.

Die Projekte finden jeweils am Freitag statt. Am Ende des Semesters werden die Projektarbeiten öffentlich vorgestellt.

Y-Toolboxes

Toolboxes sind Kompaktangebote mit den Schwerpunkten Theorie, Experiment und Anwendungswissen. Sie finden in der neunten Woche jedes Semesters statt. Studierende erhalten für ihren Besuch 2 Credits.
Toolboxes werden, wenn nicht anders vermerkt, mit min. 10 und max. 18 Studierenden durchgeführt.

Toolboxes im Frühjahrssemester 2019

Kulturhistorische Vorlesung

Im Herbstsemester versteht sich die Vorlesungsreihe als eine Einführung in das Zusammenspiel der Künste und widmet sich ästhetischen Grundbegriffen, die Gültigkeit in allen Kulturbereichen besitzen.

Im Frühjahr sind die Anwendungsbeispiele an der Reihe: Dozierende der HKB und Gäste berichten aus ihrem jeweiligen Fachgebiet – auf eine Weise, die für Vertreter anderer Fachrichtungen verständlich und bereichernd ist.

Y-Talks

Die Veranstaltungsreihe „Y-Talks“ möchte die Schnittstellen zu anderen künstlerischen wie auch wissenschaftlichen Disziplinen beleuchten. Was tut sich in den Grenzbereichen zwischen Literatur und Philosophie oder Politik, zwischen Literatur und bildender Kunst oder Musik? Welche Persönlichkeiten und Positionen prägen die interdisziplinäre künstlerische Praxis? Die Y-Talks werden versuchen, Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu finden; ausgehend von aktuellen Diskussionen und Texten; im Gespräch mit KünstlerInnen und DenkerInnen, deren Stimmen Einfluss auf die verschiedenen Diskurse haben.