Lehrangebote Bachelor

Jahresthema

Das Y bestimmt jeweils zu Studienjahresbeginn ein Thema, das in Y-Lehrangeboten künstlerisch erforscht wird.

Jahresthema 2021/22: «Reisen»

I haven’t been everywhere, but it’s on my list. (Susan Sontag) 

Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihren Wohnort für eine Weile verlassen. Sie pilgern, treiben Handel, möchten sich bilden oder erholen. Reisen im touristischen Sinne waren in Europa lange den Wohlhabenden vorbehalten. Junge Adelige begaben sich seit der Renaissance auf die Grand Tour, und auch Forschungsreisen waren eine privilegierte Angelegenheit. 

Thomas Cook soll 1863 die erste Pauschalreise verkauft haben. Sie führte ins Berner Oberland und brachte die Schweiz als Reiseziel aufs Tapet. Heute ist der Fremdenverkehr breiten Bevölkerungsschichten zugänglich – und zugleich als Massentourismus zum Problem geworden. Die Klimakrise erfordert ein Umdenken, eine neue Ästhetik und Logistik des Reisens. Und derzeit schränkt eine Pandemie die Bewegungsfreiheit weltweit ein. Was bedeutet dies für die Zukunft des Reisens? Wie sieht der Tourismus von morgen aus? Und wie gestalten sich die globalen Migrationsströme, die eine ganz andere Form der Ortsveränderung darstellen? 

Die Kunst- und Kulturgeschichte bietet einen unerschöpflichen Vorrat alternativer, nämlich imaginativer Reiseformen: In Romanen, Theaterstücken und Filmen, in der Musik und auf Gemälden haben Künstler*innen ihr Publikum auf Reisen durch Raum und Zeit mitgenommen, an reale und erdachte Orte. Sie taten und tun dies, ohne dass die Körper sich in Bewegung setzen müssten – oder jedenfalls nicht sehr weit. 

Y-Projekte

In den Y-Projekten, die sich thematisch auf das Jahresthema beziehen, kommen Studierende aller Studienrichtungen der HKB zusammen. Es wird von einer gemeinsamen Fragestellung ausgegangen, deren theoretischer und historischer Hintergrund erarbeitet wird. Auf dieser Grundlage entwickeln die Studierenden eigene Projekte in ihrer Disziplin, die das Thema auf künstlerische Weise erforschen und reflektieren. Die disziplinäre Arbeit wird dadurch in den erweiterten Kontext der anderen Künste gestellt. In dieser "verschärften Nachbarschaft" erhalten die Studierenden die Möglichkeit, die Bedingungen ihres eigenen Fachs und dessen Positionierung zu erfahren und in konstruktiver Konkurrenz gegenseitig zu behaupten.

Die Projekte finden jeweils am Freitag statt. Am Ende des Semesters werden die Projektarbeiten öffentlich vorgestellt.

Y-Toolboxes

Toolboxes sind Kompaktangebote mit den Schwerpunkten Theorie, Experiment und Anwendungswissen. Sie finden in der neunten Woche jedes Semesters statt. Studierende erhalten für ihren Besuch 2 Credits. Toolboxes werden, wenn nicht anders vermerkt, mit min. 10 und max. 18 Studierenden durchgeführt.

Y-Toolboxes im Herbstsemester 2021

Kulturhistorische Vorlesung

Im Herbstsemester versteht sich die Vorlesungsreihe als eine Einführung in das Zusammenspiel der Künste und widmet sich ästhetischen Grundbegriffen, die Gültigkeit in allen Kulturbereichen besitzen.

Im Frühjahr sind die Anwendungsbeispiele an der Reihe: Dozierende der HKB und Gäste berichten aus ihrem jeweiligen Fachgebiet – auf eine Weise, die für Vertreter anderer Fachrichtungen verständlich und bereichernd ist.

Y-Talks

Die Veranstaltungsreihe „Y-Talks“ möchte die Schnittstellen zu anderen künstlerischen wie auch wissenschaftlichen Disziplinen beleuchten. Was tut sich in den Grenzbereichen zwischen Literatur und Philosophie oder Politik, zwischen Literatur und bildender Kunst oder Musik? Welche Persönlichkeiten und Positionen prägen die interdisziplinäre künstlerische Praxis? Die Y-Talks werden versuchen, Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu finden; ausgehend von aktuellen Diskussionen und Texten; im Gespräch mit KünstlerInnen und DenkerInnen, deren Stimmen Einfluss auf die verschiedenen Diskurse haben.