Visuelle Rhetorik in der Gebrauchsgrafik

Auf der Suche nach rhetorischen Regelwerken und Wirkzusammenhängen in der visuellen Kommunikation

 

Grundlagen
Aufrüttelnde Bilder, rote Signalfarbe, extreme Typografie: Wir alle wissen, dass Gebrauchsgrafik Gefühle wecken und Wirkungen erzeugen kann – doch eine designtheoretische Grundlegung dieser Phänomene fehlt bislang. In den rhetorischen Wissenschaften hat die Analyse wirkungsintentionaler Kommunikation hingegen eine lange Tradition. Das Projekt setzte hier an und wendet erstmals Erkenntnisse der Rhetorik umfassend auf das Grafikdesign an. Damit soll eine der wesentlichen Lücken in der Designdisziplin geschlossen werden.

 


Das Ziel des Projektes war also, langfristig ein neues Forschungsfeld zu begründen, in dem sich der Praxispartner als Fachverlag verstärkt engagieren wird und in dem der Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign mittelfristig eine ganze Reihe von ähnlich gelagerten Folgeprojekten angeht. Die leitende These des Projektes besagte: Die Wirkung visueller Kommunikation folgt (obschon für Gestalterinnen und Gestalter oft unbewusst) rhetorischen Regeln. Im Rahmen des Projektes wurden sowohl für die Gebrauchsgrafik spezifische Wirkungsphänomene untersucht als auch eine übergreifende Übersicht über rhetorische Wirkungen in verwandten Disziplinen wie Architektur und Mode erstellt.

 


Vorgehen
In einem ersten Schritt wurden die Wirkregeln des Grafikdesigns an Beispielen aufgezeigt, verschlagwortet und in ein Regelhandbuch überführt.
In einem zweiten Schritt dienten diese Regelhandbücher der experimentellen Gestaltung von Grafikdesign: In je drei Varianten wurden bestimmte Wirkziele an Weinetiketten, Buchumschlägen, Werbeanzeigen, Visitenkarten u. a. beispielhaft realisiert.
Diese Artefakte wurden schliesslich im Usability Labor unseres Wissensachftspartners Hochschule der Medien Stuttgart HDM experimentell evaluiert.

 


Ergebnisse
Grafikdesign lässt sich in gröben Zügen als wirkungsintentionales Regelwerk beschreiben und empirisch überprüfen. Interessant sind jedoch insbesondere auch jene Abweichungen von der Regel, die den gestalterischen Spielraum ausmachen.

 


Das Projekt steht am Anfang einer ganzen Reihe von Folgeprojekten und Publikationen im Forschungsfeld "Design and Rhetoric" – hier finden Sie mehr Informationen rund um die Forschung zur visuellen Rhetorik in Bern.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

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ORGANISATION

Projektleitung:

Arne Scheuermann

Christian Jaquet

 

Mitarbeit:

Annina Schneller

Simon Küffer

Hélène Jordi-Marguet

 

Kooperationspartner:

Verlag Hermann Schmidt Mainz

Hochschule der Medien Stuttgart

 

Finanzierung:

Schweizerischer Nationalfonds (DORE)

 

Laufzeit:

8/2007–6/2009