DesignMigration

Das Kommunikationsdesign von integrationsfördernden Massnahmen für Migrantinnen und Migranten und Schweizerinnen und Schweizer am Beispiel des Gemeinschaftszentrum Gäbelbach

 

Grundlagen
In der Schweizer Integrationspolitik hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass Migrantinnen und Migranten gewissermassen einen "Migrationsvertrag mit dem Gastland Schweiz" abschliessen: Sie verpflichten sich, Schweizer Gesetze und Regeln zu beachten, im Gegenzug bietet die Schweiz Integrationshilfen an und beseitigt bestehende Diskriminierungen und Integrationshindernisse (vgl. Kälin, W., Grundrechte im Kulturkonflikt, Zürich 2000). Zur Beseitigung von Integrationshindernissen wird empfohlen, eine höhere Durchmischung der ausländischen und schweizerischen Bevölkerung anzustreben. Die bestehende Segregation in Wohnquartieren wird als Form der Ausgrenzung verstanden (Eidgenössische Ausländerkommission EKA (Hrsg.), Integration und Habitat, Bern 2005).

 


Die angestrebte Durchmischung kann durch die Berücksichtigung sozialer Praktiken und kultureller Bedeutungen verbessert werden, indem den Interessen der Bewohner Rechnung getragen und diese bei der Quartiersentwicklung beteiligt werden (vgl. NFP 51 "Integration und Ausschluss"). Die Kommunikation im öffentlichen Raum und dessen Gestaltung (Public Design) sind zentrale Instrumente für den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

 


Das vorliegende Projekt erforscht unter dieser Prämisse einen neuen Lösungsansatz für die visuelle Kommunikation eines Gemeinschaftszentrums. Hierbei werden die Designkulturen spezifischer Migrationsgruppen und die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Kommunikatoren konstruktiv berücksichtigt. Die Auswahl des Gemeinschaftszentrums Gäbelbach erfolgt aufgrund seiner spezifischen Lage: Das sozial benachteiligte Quartier Gäbelbach stösst mit einem hohen Ausländeranteil auf den neu geplanten Berner Stadtteil Brünnen mit einem hohen Anteil an Einheimischen.

 


Vorgehen
Bewohner/innen des Quartiers Gäbelbach wurden interviewt und gaben über Cultural Probes Auskunft über ihren kulturellen Hintergrund sowie gestalterische Präferenzen. Darauf aufbauend wurde in partizipativen Designworkshops mit Jugendlichen ein Logo für ihre Jugendgruppe erarbeitet. Drei gestaltete Varianten und das Feedback der Jugendlichen auf sie dienten der Validierung der erhobenen Gestaltungshaltungen.

 

ausführliche Informationen zum Projekt (PDF)

 

Bild: Impressionen aus Gäbelbach (Jörg Grütter und Hélène Jordi-Marguet)

 

 

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Recherche

ORGANISATION

Projektleitung:

Minou Afzali

 

Mitarbeit:

Boris Bandyopadhyay

Harald Klingemann

Lukas Zimmer

Simon Küffer

Hélène Jordi-Marguet

Jörg Grütter, BFH-AHB

 

Projektverantwortung:

Arne Scheuermann

 

Projektpartner:

Gemeinschaftszentrum Gäbelbach, Regine Strub

 

Finanzierung:

Berner Fachhochschule, BFH

 

Laufzeit:

1/2009–6/2010