Nach dem Transfer – Brüche im Asylverfahren und ihre Auswirkungen

Wie prägen angeordnete Wohnortswechsel im Asylverfahren das Leben junger Menschen? Die Studie untersucht langfristige Folgen für Bildung, Integration und Wohlbefinden und entwickelt Empfehlungen für eine kindgerechte Asylpraxis.

Factsheet

Situation

2024 stammten 41% der Asylgesuche in der Schweiz von Minderjährigen – die meisten davon begleitete Kinder. Die Studie «Warten auf Transfer» zeigte erstmals, wie wiederholte Wohnortswechsel im Asylverfahren den Alltag dieser Kinder prägen: Verlust von Freundschaften, vertrauten Orten und schulischer Kontinuität – oft ohne Begleitung oder Abschied. Diese Folgestudie «Nach dem Transfer» untersucht, wie sich diese Erfahrungen sieben Jahre später auf Leben, Befinden und Entwicklung der betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auswirken.

Course of action

Die Studie kombiniert qualitative und quantitative Methoden und bezieht sich auf die Schweizer Integrationsagenda. Sie fragt, wie Transfers Bildungswege, Integration und Wohlbefinden beeinflussen und ob Integrationsziele trotz Transfers erreichbar bleiben. Es werden drei Zugänge kombiniert: • Modul 1: Schweizweite Datenanalyse zu Unterbringungswechseln (ZEMIS-Daten seit 2015) • Modul 2: Interviews mit rund 30 Akteur:innen des Asylwesens zu Entscheidungslogiken und Praxis der Transfers • Modul 3: Befragung und Begleitung von 60 betroffenen jungen Menschen zu ihren Erfahrungen und ihrer heutigen Lebenssituation Das Modul 1 wird am Departement Soziale Arbeit der BFH umgesetzt. Die Module 2 und 3 an der Universität Luzern, Ethnologisches Seminar. Geplant ist u.a. ein Praxisleitfaden für kindgerechte Transfers und damit eine bedarfsgerechte Unterbringung und Betreuung geflüchteter Kinder in der Schweiz.

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