Weniger Emissionen in Lieferketten

08.10.2026 Eine neue Studie zeigt, wie Unternehmen ihre Lieferkettenemissionen systematisch erfassen und reduzieren können – mit einer zielgerichteten Vorgehensweise, wirksamen Massnahmen und einer besseren Datengrundlage.

Viele Unternehmen verursachen einen erheblichen Teil ihrer Treibhausgasemissionen in der Lieferkette. Gleichzeitig ist es schwierig, diese Emissionen zu reduzieren, da Liefernetzwerke oft global verteilt sind und Unternehmen nur begrenzten Einfluss auf ihre Zulieferer haben.

Im Rahmen des Projekts «From Data to Action» untersuchten Prof. Dr. Jan Bieser, Dr. Matthias Sahli und Melanie Senn vom Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule gemeinsam mit Swisscom, wie Unternehmen Lieferkettenemissionen strategisch managen können, welche Reduktionsmassnahmen zur Verfügung stehen und welche Daten dafür notwendig sind. Grundlage der Studie sind eine Literaturanalyse und Berichtsstandards sowie Fallstudien von drei grossen Schweizer Unternehmen mit Erfahrung im Umgang mit Lieferkettenemissionen (Swisscom, SBB und Bühler).

Als zentrales Ergebnis entwickelt der Bericht ein Prozessmodell, das Organisationen dabei unterstützt, ihre Lieferkettenemissionen systematisch zu messen und zu reduzieren. Das Modell umfasst vier Schritte: Zunächst braucht es die Unterstützung des Managements, klare Verantwortlichkeiten und die notwendigen Ressourcen. Anschliessend werden Emissionen entlang der Lieferkette erfasst, Emissionsschwerpunkte identifiziert und passende Reduktionsziele sowie Massnahmen entwickelt. Im letzten Schritt geht es um die Umsetzung, Überwachung und transparente Berichterstattung der Fortschritte.

Die Studie zeigt 14 konkrete Ansätze zur Emissionsreduktion auf. Dazu gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die Berücksichtigung von Klimakriterien bei der Lieferantenauswahl, die Optimierung von Materialien und Produkten sowie die Verankerung von Klimazielen im Einkauf. Eine weitere Erkenntnis ist die zentrale Bedeutung von Daten: Unternehmen benötigen verlässliche Informationen, um Emissionen zu berechnen, Hotspots zu erkennen und Fortschritte zu messen. Gleichzeitig empfiehlt der Bericht, den Aufwand für Datenerhebung und den Nutzen sorgfältig abzuwägen und detaillierte Analysen vor allem auf besonders emissionsintensive Bereiche zu konzentrieren.

Der Bericht macht deutlich: Erfolgreiches Management von Lieferkettenemissionen erfordert strategische Verankerung, gezielte Zusammenarbeit mit Partnern und einen pragmatischen Umgang mit Daten. Damit können Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Transformation hin zu einer emissionsärmeren Wirtschaft leisten.

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