Nachhaltigkeit an der HKB

Bis 2030 will die HKB als Departement der BFH Forschungs- und Bildungsprogramme klimaneutral anbieten. Damit übernimmt die HKB Verantwortung und setzt sich für die Ziele der nachhaltigen Entwicklung ein.

Aufnahme eines dunklen Raums mit Wand, die aussieht wie Unterwasseraufnahme.

Die Hochschule der Künste Bern will eine nachhaltige Kunsthochschule sein. Dazu setzen wir uns vielfältig, diskursiv, kreativ und wissenschaftlich mit dem Thema auseinander. Als Departement der Berner Fachhochschule ergänzen wir das Themenfeld «Nachhaltige Entwicklung» mit unserem kreativen Wissen und dem Knowhow unserer Expert*innen der Kreativbranche. So werden dort Impulse gesetzt, wo ökonomisches und technologisches Denken an seine Grenzen stösst. Die HKB gibt vielen Beteiligten eine Stimme: sowohl denjenigen, denen es zu langsam geht und die sich deshalb kritisch äussern, als auch denjenigen, die im aktuellen Aufbruch eine Chance sehen.

Facts + Figures 2022

HKB
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~55
34%
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~30
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14
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5’516
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1’808’859
935’689
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76’010
2’082’000
Hochschule. Die HKB ist eine umfassende, transdisziplinäre Kunsthochschule mit Schwerpunkten in Forschung und Vermittlung. Sie ist Teil der Berner Fachhochschule BFH und bietet unter anderem Studiengänge in Gestaltung und Kunst, Literatur, Musik, Theater, Konservierung und Restaurierung an.

HKB-Projekte für Nachhaltigkeit

Ob die Rettung eines historischen Flügelaltars oder ökologische Kartografie. Die HKB fördert Forschungs- und Studierendenprojekte im Themenbereich der Nachhaltigkeit – hier können Sie sich einen Überblick verschaffen.

Das EcoArtLab ist ein transdisziplinärer Think-and-Do-Tank an der HKB. Sein Ziel ist es, Kooperationen zwischen künstlerischen Forscher*innen, Wissenschaftler*innen und der Öffentlichkeit zu initiieren. In einem Forschungsprojekt wird untersucht, wie transdisziplinäre Kollaborationen zwischen künstlerischer Forschung, Geografie und kritischer Nachhaltigkeitsforschung zu neuen Ansätzen für Klimagerechtigkeit führen können. 

Das Projekt gliedert sich in drei Teile: Eine Studie analysiert den institutionellen Rahmen von Klimakunstprojekten in der Schweiz. Im Fokus des zweiten Teils stehen Strategien und methodische Ansätze zur Ökologisierung künstlerischer Praktiken in der Geografie aus der Perspektive der kritischen Nachhaltigkeitsforschung. Der dritte Teil legt den Fokus auf Zielgruppen von Klimakunstprojekten, um ein künstlerisches Vermittlungskonzept zu erarbeiten.

Durch Verschränkung dieser drei Teile werden Evaluationskriterien für Klimakunstprojekte entwickelt. Im Dialog mit Forschenden, Künstler*innen und Institutionen sollen so praxisbezogene Impulse für innovative Formen transdisziplinärer Zusammenarbeit gegeben werden.

Studierende des Fachbereichs Konservierung und Restaurierung der HKB und Prof. Markus Küffner haben im Mai 2023 unter der Leitung von Prof. Dr. Karolina Soppa den historisch wertvollen Flügelaltar der Kirche St. Calixtus in Brienz/Brinzauls (GR) vor der Zerstörung gerettet. Mit Hilfe der Denkmalpflege und des Kulturgüterschutzes konnte das 5,6 Meter hohe Retabel, das ungefähr aus dem Jahr 1519 stammt, vor dem drohenden Bergsturz evakuiert werden.

Im Sommer 2023 konservierten und restaurierten dann Studierende der HKB das gerettete Flügelretabel in Stierva (gegenüber von Brienz/Brinzauls). Ein kompliziert gebrochenes Holzrelief mit vielen Fehlstellen und Übermalungen wird derzeit noch an der HKB restauriert.

Für ihr Engagement in diesem Projekt erhielt die HKB den Förderpreis 2023 der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturgüterschutz (SGKGS). Mit der Verleihung des Preises würdigt die SGKGS auch die gute Zusammenarbeit der HKB mit der Kantonalen Denkmalpflege Graubünden und dem Amt für Militär und Zivilschutz Graubünden. Mit dem Preisgeld von 4000 Franken soll vor allem die Bekanntheit des Flügelretabels gefördert werden.  

Ernährung kann einen grossen Beitrag zur Bewältigung unserer sozialen und ökologischen Probleme leisten. Aus diesem Grund entwickelt Florian Jakober, Student im Master Design der HKB, ein Starterkit und eine Webplattform, damit alle Interessierten in ihrer Nachbarschaft eine eigene «Foodcoop» aufbauen können. Darunter versteht man eine Gruppe von Haushalten, die Lebensmittel in Grossmengen direkt bei regionalen Produzent*innen einkaufen und verteilen. Nachhaltige Ernährung möglichst vielen Leuten zugänglich zu machen und durch den Wegfall der Detailhandelsmarge die Preise für die Lebensmittel um die Hälfte zu senken, lautet Zielvorgabe. Bis 2030 sollen so schweizweit 500 Foodcoops aufgebaut werden.

Daneben ist Florian Jakober auch im CAS «Nachhaltige Ernährung» der BFH engagiert. In diesem innovativen Weiterbildungsangebot erlangen die Absolvent*innen das Know-how, um als Vermittler*innen der Transformation des Ernährungssystems tätig sein zu können.

Beim Forschungsprojekt «Ästhetiken des Im/Mobilen: Wie Tanz- und Theaterperformances reisen» geht es um Fragen rund um die Mobilität. Die Mobilität im Zusammenhang von Tanz- und Theateraufführungen nimmt zu. Nicht nur Festivals, auch Theaterhäuser laden vermehrt Gastspiele und Gastkünstler*innen ein oder entwickeln transnationale Ko-Produktionen. Gleichzeitig stellen sich vermehrt ökologische Fragen rund um die Verbreitung von Tanz und Theater.

Ist es noch sinnvoll, dauernd von Aufführung zu Aufführung zu reisen? Oder sind Streaming-Formate die Zukunft? Seit Covid-19 boomen solche Formate, und Live-Performances wandern vermehrt auf den Screen. Für Künstler*innen mit Einschränkungen ist die Im/Mobilität aber nicht erst seit der Pandemie ein Thema.

Unter Leitung von Prof. Dr. Yvonne Schmidt vom Institut Praktiken und Theorien der Künste der HKB werden deshalb die Erfahrungen von Künstler*innen mit einer Einschränkung in die Forschung einbezogen. Durch die Verknüpfung von Theater und Tanz, Disability und Mobility Studies sollen zukunftsfähige Formen der Verbreitung, Vermittlung und Zugänglichkeit entwickelt werden.

Das Kulturdorf für Junge in Terra Vecchia im Kanton Tessin ist ein pädagogisches Projekt, in dem es um kulturelle Teilhabe geht. Organisatorin ist Barbara Balba Weber, Leiterin Music in Context & Musikvermittlung an der HKB. Das Dorf im Centovalli ist nur zu Fuss erreichbar. Hier werden jeweils von Mai bis Oktober junge Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Bildungshintergründen zu Kulturvermittler*innen des peripheren Raumes. So entstanden in den letzten Jahren mehrere Filme, das Geschichten-Buch noi siam partiti und das interkulturelle Songbook lettera alla natura. Im 30-minütigen Lehrvideo erzählen vier Studierende der Künste, ein afghanischer Geflüchteter und eine junge Psychiaterin, was man bei solchen Prozessen der Zusammenarbeit von Profis und Nicht-Profis der Künste lernen kann.  

Baumbestände haben im urbanen Raum eine wichtige Funktion im Bereich von Ökosystemleistungen und Biodiversität. Zudem haben sie einen wesentlichen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden. Angesichts der ökologischen und klimatischen Entwicklungen steht die städtische Raumplanung vor der Herausforderung, solche Aspekte stärker in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Es fehlt jedoch an erprobtem kartografischem Werkzeug, mit dem sich solche Faktoren darstellen und vermitteln lassen. Insbesondere die ökologischen Leistungen und die artspezifischen Anforderungen von Stadtbäumen sind in den Kartengrundlagen, die zur Planung und Verwaltung verwendet werden, kaum abgebildet.

Das Vorprojekt «Mapping for Green Cities» des Instituts of Design Research der HKB untersucht deshalb, wie Kartenvisualisierungen weiterentwickelt werden können, um die komplexen ökologischen Funktionen von Stadtbäumen besser zu vermitteln und insbesondere im Bereich der Stadtplanung zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen.

Welche Land- und Ernährungswirtschaft wünschen wir uns für die Zukunft? Die Denkwerkstatt Nachhaltiges Agrarsystem Schweiz ging dieser Frage auf Anregung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nach. 18 Persönlichkeiten – vom Wirtschaftsexperten bis zur Akademikerin, vom Landwirt bis zur Kulturvermittlerin – nahmen an drei Workshoptagen teil. Diese 18 Denkwerker*innen erörterten in einem moderierten und visuell basierten Prozess diese Fragestellung. Ziel war es, mutige Ideen und Szenarien aus verschiedenen Perspektiven und mit einem langfristigen Zeithorizont zu entwickeln.

Das Ergebnis ist ein Bilderatlas mit zwölf Bildtafeln – eine Sammlung von Ideenskizzen, wie die Land- und Ernährungswirtschaft in Zukunft aussehen könnte. Der Bilderatlas wurde vom Institut of Design Research der HKB unter der Leitung von Prof. Dr. Arne Scheuermann entwickelt. Er soll mithelfen, nachhaltige Lösungen für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft der Zukunft zu finden.

Im Vorprojekt «Queering Public Spaces» wurde vom Institut of Design Research der HKB ein Forschungsprojekt erarbeitet, das die Verbesserung von Stadtplanungsprozessen durch die Einbindung von Mitgliedern der LGBTIAQ* Community analysiert.

Öffentliche Orte haben Auswirkungen auf die Gesundheit aller – und Mitglieder der LGBTIAQ* Community sind prozentual höher von Krankheit betroffen, wie Forschungsprojekte in Grossbritannien und Australien aufgezeigt haben. Im Vorprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Arne Scheuermann soll dieser Zusammenhang nun praktisch durch Interventionsstudien in der Schweiz unter die Lupe genommen werden. Es werden die Grundlagen zur Konzeption von vier Fallstudien geschaffen, die sich interdisziplinär mit Fragen des Zugangs, der Teilhabe, der Sichtbarkeit und der Einbindung in Prozessen beschäftigen. Ziel ist die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit.

Der Fachbereich Konservierung und Restaurierung der HKB führte in Mendrisio und online eine Lesung mit anschliessender Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit in der Konservierung und Restaurierung durch. Als Referent*innen waren Textilrestauratorin Karin von Lerber, Kuratorin Barbara Neff und HKB-Dozent Stefan Wülfert, seines Zeichens Präsident der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD, mit dabei. Karin von Lerber befasste sich in ihrem Referat mit der Frage, ob die Bewahrung des kulturellen Erbes nachhaltig ist. Barbara Neff ging der Frage nach, weshalb es wichtig ist, den CO2-Fussabdruck von Museen zu messen. Und Stefan Wülfert referierte über Suffizienz und den Ansatz der Suffizienz in der gebauten Umwelt.

Ziel der Veranstaltung war es, den Wissensaustausch zwischen Fachleuten zu fördern, die an der nachhaltigen Pflege und Erhaltung des kulturellen Erbes interessiert sind.

Statements

Verschiedene Personen bringen verschiedene Lösungsansätze. Untenstehend erhalten Sie einen skizzenhaften Einblick in die Multiperspektivität einer Bildungsinstitution.

Interview mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragtem der HKB

«Jede Massnahme hilft, unsere Ziele zu erreichen»

Weshalb ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig für die HKB? Und wie ist ein Engagement für Nachhaltigkeit angesichts der Freiheit der Künste überhaupt möglich? Urs Zehnder, Beauftragter Nachhaltigkeit der HKB, liefert Antworten und erklärt, wo die HKB momentan steht und was auf sie zukommt. 

Das Interview führte Thorsten Kaletsch am 21. September 2023.

In meinem Arbeitsbereich gibt es viele Schwerpunkte. Etwa die betriebliche Nachhaltigkeit und die Frage, welche Beiträge die HKB für die Gesellschaft und die Umwelt leisten kann. Ich bin verantwortlich dafür, dass wir Daten im Bereich Nachhaltige Entwicklung erfassen, Massnahmen daraus ableiten und diese auch umsetzen. In meiner Funktion kann ich aber die HKB nicht alleine zu einer nachhaltigen Hochschule machen. Ich kann nur Inputs liefern – für wirkungsvolle Resultate braucht es das Engagement und das Commitment jeder und jedes Einzelnen. Deshalb ist es mein Ziel, alle Mitarbeitenden und alle Student*innen für diese Thematik zu begeistern, so dass wir gemeinsam einen wirkungsvollen Beitrag für die Gesellschaft und den Planeten leisten können.

Weil sie das tun muss! Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet – durch den Leistungsauftrag für Hochschulen des Kantons Bern. Zudem hat die Schweiz die Agenda 2030 mit den 17 Sustainable Development Goals (SDG) der UNO akzeptiert: Diese sollen zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planeten beitragen. Einerseits sind wir als HKB also verpflichtet, uns in diesem Bereich zu engagieren, andererseits liegt es auch im ureigenen Interesse jedes Individuums, dass wir das tun. 

Diesem Spannungsfeld begegne ich oft. Die Künste haben den Auftrag, an der Schnittstelle zur Gesellschaft Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, einen anderen Blickwinkel einzubringen oder die Menschen zu sensibilisieren und wachzurütteln. Das Thema Nachhaltigkeit ist omnipräsent – deshalb liegt es auf der Hand, dass man sich damit befasst. Das zeigen auch viele Lehr- und Forschungsprojekte an der HKB. Es gilt aber der Grundsatz der Freiheit von Lehre und Forschung. Jede und jeder kann also selbst entscheiden, mit welchen Themen sie oder er sich befasst. Gewissen Verpflichtungen können sich aber an der HKB auch die Künstler*innen nicht entziehen – etwa, wenn es darum geht, unser Flugerfassungstool zu benutzen oder sonstige Reporting-Aufgaben wahrzunehmen. 

Die HKB hat in ihren Werten Grundsätze zum Thema Nachhaltige Entwicklung verankert, in ihrer Strategie widmet sie sich ausserdem ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als Bildungsinstitution. Für die Umsetzung des Hochschulentwicklungsplans gibt es eine genau definierte Organisationsstruktur. Die Rollen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen bezüglich der Nachhaltigen Entwicklung als Querschnittsthema der ganzen HKB müssen noch spezifischer definiert werden. In diesem Bereich gibt es noch Handlungsbedarf, aber wir sind dran. Insbesondere muss geklärt werden, wie das Thema Nachhaltigkeit in den Prozessen verankert wird – etwa bei Forschungsprojekten. Bei den Infrastrukturen haben wir nur einen begrenzten Einfluss, weil die HKB in den Gebäuden eingemietet ist. In den betrieblichen Bereichen haben wir mehr Handlungsspielraum – da können wir den Ressourcenverbrauch sehr direkt beeinflussen. 

Wir sind dabei, die Ist-Situation zu erfassen: Wir haben in den letzten Monaten Interviews mit zehn Stakeholdern aus diversen Umfeldern der HKB und einer Studierenden geführt und sie jeweils einen umfassenden Fragebogen zum Thema Nachhaltige Entwicklung ausfüllen lassen. Die Erkenntnisse daraus fliessen jetzt in unsere Nachhaltigkeitsstrategie ein. Parallel dazu ermitteln wir momentan den Ressourcenverbrauch an allen Standorten, um die Ziele der Roadmap Klimaneutralität der BFH zu erreichen. Die BFH hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen vor Ort bis 2030 im Vergleich zum Referenzjahr 2022 um 60 Prozent zu reduzieren und mit Kompensationszahlungen klimaneutral zu werden. Bis 2040 heisst das Ziel dann sogar Netto-Null-Emissionen. 

Nachhaltige Entwicklung ist ein strategisches Themenfeld der BFH, das von einem Ausschuss der Fachhochschulleitung gesteuert wird. Dieser Ausschuss, dem auch HKB-Direktor Thomas Beck angehört, setzt sich unter anderem aus vier Departementsleiter*innen der BFH zusammen. Der Co-Leitung dieses Themenfelds ist die Fachstelle Nachhaltige Entwicklung unterstellt. Die Kommission Nachhaltige Entwicklung unterstützt die operative Ausführung der strategischen Ziele, stellt den Austausch mit den Departementen sicher und regt die Zusammenarbeit in departementsübergreifenden Projekten an. Als Beauftragter Nachhaltigkeit der HKB stelle ich die Verbindung zu dieser Fachstelle sicher und arbeite zudem in der Arbeitsgruppe Klimaneutralität mit.  

Die BFH hat zudem vier Fokusthemen definiert – das Ernährungssystem, die Siedlungsräume, die Kreislaufwirtschaft und die gesellschaftliche Transformation. Diese vier Themen sind auch in Lehre und Forschung der HKB von Bedeutung. Und nicht zuletzt hat die BFH vier Handlungsfelder in der Strategie verankert, in denen die Nachhaltigkeit konkret verbessert werden soll: Bildung für Nachhaltige Entwicklung – also der Bereich Lehre –, gesellschaftliche Partizipation, Forschung und nachhaltiger Betrieb. Mit dem nachhaltigen Betrieb beschäftige ich mich aktuell sehr intensiv. Da gibt es Unterthemen wie Klima und Energie, das Mobilitätsverhalten, die Eventorganisation, das Beschaffungswesen und die Biodiversität. 

Vor allen Dingen die Roadmap Klimaneutralität 2030. Wir haben auf Ebene BFH in den letzten Monaten aus 300 Massnahmen zur Einsparung von Ressourcen deren 41 ausgewählt. Eine externe Firma evaluiert jetzt die Wirkung und die Kosten der einzelnen Massnahmen, und die Fachhochschulleitung entscheidet dann, welche davon umgesetzt werden.

Nein. Wie gesagt, sind wir momentan noch dabei, die Strategie der HKB bezüglich Nachhaltigkeit zu entwickeln und in einem Aktionsplan konkrete Ziele festzulegen. Auch der Aufbau der Ablauforganisation Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Nachdem im September 2023 der HKB-Weiterbildungstag dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet war, wollen wir künftig zwei Sensibilisierungsaktionen pro Jahr durchführen. Mittelfristig geht es dann auch um unsere Infrastrukturen, um Bauprojekte und Betriebsoptimierungen. Wir wollen ein tragfähiges Netzwerk Nachhaltigkeit etablieren – interessierte Personen können sich jederzeit bei mir melden. Ich stelle in Workshops und Weiterbildungen immer wieder fest, dass die Teilnehmenden dem Thema gegenüber offen sind: Viele sagen aber, dass sie froh wären, wenn sie konkretere Anhaltspunkte hätten: Wie viel spare ich ein, wenn ich ein E-Mail weniger verschicke, bei Google eine Suchanfrage weniger mache oder einen Kaffee weniger trinke? Die gesteckten Ziele der BFH und der HKB sind hoch – deshalb ist es mir wichtig, zu betonen, dass jede einzelne Massnahme hilft, sie zu erreichen. 

Gesetzliche Grundlagen

Die Hochschule der Künste Bern HKB ist eine öffentliche Bildungsinstitution. Als solche ist sie den Prinzipien der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die gesetzlichen Leitplanken dazu setzen die Kantonsverfassung und das Fachhochschulgesetz. 

Die HKB ist als Departement der Berner Fachhochschule (BFH) eine Bildungsinstitution, die sich hauptsächlich mit öffentlichen Mitteln finanziert. Der Leistungsbesteller Kanton Bern verankert den Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung unter anderem im Fachhochschulgesetz. Auch gesetzliche Bestimmungen des Bundes verpflichten die HKB, bei ihren Tätigkeiten die Nachhaltigkeitsprinzipien zu beachten. 

Schweizer Hochschulen müssen sich akkreditieren lassen, um von Bundesbeiträgen zu profitieren. Das Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich nennt als Voraussetzung für die institutionelle Akkreditierung (Art. 30, Abs. 1, Bst. A, Ziff. 6): «Die Hochschule oder die andere Institution des Hochschulbereichs verfügt über ein Qualitätssicherungssystem, das Gewähr dafür bietet, dass die Aufgaben im Einklang mit einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung erfüllt werden.» 

Sofern eine Forschungstätigkeit der HKB durch Bundesmittel (mit)finanziert wird, kommen die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation zur Anwendung. Bezüglich Nachhaltigkeit gilt Art. 6, Abs. 3, Bst. a: «[Die Forschungsorgane] berücksichtigen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Weiteren die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.» 

Verfassung des Kantons Bern

Die Verfassung des Kantons Bern äussert sich zu den Themen Umweltschutz und Klimaschutz, ohne den Begriff der Nachhaltigkeit zu verwenden: «Die natürliche Umwelt ist für die gegenwärtigen und künftigen Generationen gesund zu erhalten.» (Art. 31, Ziff. 1) 
«Die natürlichen Lebensgrundlagen dürfen nur soweit beansprucht werden, als ihre Erneuerungsfähigkeit und ihre Verfügbarkeit weiterhin gewährleistet bleiben.» (Art. 31, Ziff. 2) 
«Kanton und Gemeinden richten die öffentlichen Finanzflüsse insgesamt auf eine klimaneutrale und gegenüber der Klimaveränderung widerstandsfähige Entwicklung aus.» (Art. 31a, Ziff. 4) 

Eine besondere Verantwortung im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung weist die Kantonsverfassung dem Bereich Bildung und Forschung zu: «Das Bildungswesen hat zum Ziel, die harmonische Entwicklung der körperlichen, geistigen, schöpferischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten zu fördern sowie das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt zu stärken.» (Art. 42, Ziff. 1) 

Das Gesetz über die Berner Fachhochschule (FaG) hält fest, wie die BFH die Verfassungsgrundsätze zur Nachhaltigkeit umsetzen muss: «Sie erfüllt ihre Aufgaben im Dienst der Allgemeinheit. Sie achtet und schützt die Würde des Menschen und der Natur.» (Art.1, Ziff. 3) 
«Sie fördert den Wissens- und Innovationstransfer und leistet in ihren Kernaufgaben in Lehre, Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen einen wirkungsvollen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung.» (Art. 4, Ziff. 8) 
«Die Berner Fachhochschule leistet im Rahmen ihrer Kompetenzen den erforderlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität.» (Art. 4a) 

Leistungsvertrag Kanton Bern

Der Leistungsvertrag 2021–2024 des Berner Regierungsrats mit der BFH verpflichtet die BFH, ihre Leistungen gemäss dem formulierten Auftrag zu erbringen. Auszüge: «Die Aufgabenerfüllung durch die BFH soll der Entwicklung der Gesellschaft und der Wirtschaft dienen, einen Beitrag zur Standortattraktivität des Kantons Bern leisten und dadurch zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung beitragen.» 
«Mit einem verstärkten Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Lehre, Forschung und Betrieb nimmt die BFH ihre Verantwortung als Akteurin im gesellschaftlichen Transformationsprozess wahr.» 

Die Leitsätze der HKB sind programmatisches Statement und Visitenkarte zugleich. Sie benennen, «was uns wichtig ist»: «Die HKB ist am Puls der Zeit. Sie ist eine Institution, die aktuelle künstlerische Diskurse und gesellschaftliche Debatten aufgreift, befragt und weiterentwickelt. (…). Als Teil einer multidisziplinären Fachhochschule bringen wir unser Wissen in spartenübergreifende Kooperationen ein, die zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen.» 
Weitere Grundsätze zum Selbstverständnis der HKB enthält der Code of Conduct. Auch er macht Aussagen, die im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der HKB wichtig sind: «Als Kunsthochschule fördern und fordern wir Kreativität, nehmen eine wichtige Funktion als Ort der Kritik ein und leisten einen Beitrag zu gesamtgesellschaftlichen Fragen. Um diese Aufgabe unabhängig gestalten zu können, sind die Freiheit der Kunst und ein offener Diskurs von besonderer Bedeutung. Diese Kunstfreiheit bringt aber auch eine Verantwortung mit sich: Die HKB kann im gesellschaftlichen Diskurs nur dann glaubhaft Orientierung bieten, wenn sie selbst eine Vorbildfunktion einnimmt. Wir schaffen den Rahmen für Integrität, Vielfalt, Nachhaltigkeit und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.» 
Und weiter: «Wir befassen uns mit Themen von hoher gesellschaftlicher, künstlerischer und gestalterischer Relevanz, suchen dazu die Zusammenarbeit mit anderen Interessierten und teilen Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen. Indem wir am gesellschaftlichen Wandel mitwirken, schaffen wir die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei orientieren wir uns an den Sustainable Development Goals der UNO.» 

Auch im Hochschulentwicklungsplan 2025 werden Vorgaben zur Nachhaltigkeit formuliert. Das Entwicklungsziel 1 heisst «Gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltige Entwicklung»: «Forschende, Lehrende und Studierende der HKB befassen sich mit Themen von hoher gesellschaftlicher, künstlerischer und gestalterischer Relevanz. Wir suchen dazu die Zusammenarbeit mit anderen Interessierten und teilen Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen. Indem wir am gesellschaftlichen Wandel mitwirken, schaffen wir die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.»

Autoren: Mike Sommer, textatelier.ch Biel; Urs Zehnder, Beauftragter Nachhaltigkeit HKB