Das Urheberrecht und die digitale Kunst

10.06.2026 Eine neue Studie untersucht, wie sich der Urheberrechtsstatus darauf auswirkt, ob visuelle Kunstwerke online verfügbar sind und wiederverwendet werden.

Matthias Sahli, Postdoc am Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule, hat gemeinsam mit Alexander Cuntz und Paul Heald ein Paper veröffentlicht, das die Verfügbarkeit und Wiederverwendung von digitalen Kunstwerken untersucht.

Die Autoren analysierten dafür Tausende von Kunstwerken auf der Bilddatenbank Useum und nutzten Google-Rückwärtssuchen, um die Wiederverwendung der Bilder auf mehr als 88'000 Webseiten zu erfassen.

Die Ergebnisse zeigen: Gemeinfreie Werke sind auf Useum rund 19 Prozent häufiger verfügbar als vergleichbare urheberrechtlich geschützte Werke. Die gemeinfreien Bilder werden zudem tendenziell breiter im Web genutzt – durchaus auch kommerziell. Zudem haben Museumsbilder von gemeinfreien Werken eine durchschnittlich höhere Auflösung als digitale Abbildungen vergleichbarer geschützter Werke.

Die Studie macht deutlich, dass der rechtliche Status die digitale Zugänglichkeit, Weiterverwendung und Qualität von Kunstwerken messbar prägt. Zugleich deuten die Befunde darauf hin, dass Branchenstandards Museen helfen, geschützte Werke in niedriger Auflösung zugänglich zu machen und rechtliche Risiken zu begrenzen. Gerade mit Blick auf KI ist die Frage relevanter denn je: Die breite Verfügbarkeit hochwertiger public domain-Bilder prägt deutlich mit, was am Ende alles in Trainingsdaten der KI einfliesst.

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