Vertiefte Partnerschaft zwischen der BFH und der finnischen Hochschule Laurea

07.04.2026 Beim dreitägigen Besuch der finnischen Hochschule Laurea standen strategische Gespräche, Austausch zu Cybersecurity und Digitalisierung sowie zum Berner Innovationsökosystem auf dem Programm.

Dank der Hochschulallianz PIONEER (siehe Infokasten) besteht ein institutioneller Rahmen, um die Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen gezielt zu vertiefen. Zu den PIONEER-Partnern gehört auch die Laurea. Die Fachhochschule betreibt in Südfinnland sechs Campusse mit rund 11'000 Studierenden und zählt zu den am schnellsten wachsenden Fachhochschulen Finnlands. Vom 9.-11. März 2026 waren Rektor Jouni Koski, die Vizerektorinnen für Lehre und Forschung, der Vizerektor Support Services und der Director of Development der Laurea zu Besuch bei der BFH, um Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.

«Da auch die Fachhochschule Laurea Teil des europäischen Hochschulnetzwerks PIONEER ist, war es besonders bereichernd, einen umfassenden Einblick in die Aktivitäten unserer Partnerhochschule zu erhalten. Das Wachstum der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeiten der BFH ist wirklich beachtlich. Für uns war es äusserst wertvoll, die entsprechenden Prozesse unserer eigenen Hochschule damit zu benchmarken und über mögliche Kooperationsformen in der F&E- und Innovationstätigkeit zu sprechen», so Laurea Rektor Jouni Koski.

Cybersecurity vorantreiben

Zu einem der fachlichen Schwerpunkte von Laurea gehören Sicherheitsfragen – nicht zuletzt auch im Kontext der geopolitisch exponierten Lage von Finnland. Laurea verfolgt dabei einen breiten Ansatz, der Fragen aus verschiedenen Sektoren integriert und kohärent betrachtet: von der Cybersecurity über den Schutz kritischer Infrastrukturen bis hin zum Schutz vor Umweltrisiken.

Die finnische Delegation traf sich zum Austausch mit dem BFH Institute for Cybersecurity and Engineering ICE und dem Institute Digital Technology Management IDTM. Das ICE entwickelt neue Technologien, um Gesellschaft, Wirtschaft und kritische Infrastrukturen vor Cyberbedrohungen zu schützen. Das IDTM beschäftigt sich mit digitaler Transformation als kulturellem Prozess. Zentrale Themen des Austausches waren das Sicherstellen von der digitalen Resilienz und vom Vertrauen in die digitalen Technologien.

Wirtschaftskontakte vertiefen

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs waren Wettbewerbsfähigkeit und Partnermanagement. Als unternehmerische Hochschule verfügt die BFH über eine besonders enge Verbindung zum Berner Innovationsökosystem. Beim Besuch des Switzerland Innovation Park Biel/Bienne erhielten die Gäste Einblick in die Zusammenarbeit von Hochschule, Industrie und Start-ups in der Region. Die BFH stellte die entscheidende Rolle bei der Entstehung und Weiterentwicklung des Berner Netzwerks be-advanced vor.

Hochschulallianz PIONEER

Seit 2020 fördert die EU internationale Allianzen von Hochschulen. Damit will sie die europäischen Hochschulen zukunftsfähig machen, indem sie die inter- und transdisziplinäre sowie internationale Zusammenarbeit fördert.

Beteiligt an PIONEER sind 10 Europäische Hochschulen, neben der BFH und Laurea sind dies z.B. die Université Gustave Eiffel, die Università IUAV di Venezia und die Technische Hochschule Köln. Die Partnerinnen verbinden technische mit kulturell-sozialen Fachrichtungen, um Antworten auf die drängenden Fragen in der nachhaltigen Entwicklung von urbanen Räumen zu geben. Dazu zählen unter anderem Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit wie Gesundheitsförderung und Sicherheit sowie ökologische und technische Herausforderungen wie Energieversorgung und Mobilität.  Die Allianz zeichnet sich durch ihren starken Fokus auf die Einbindung ihrer Praxispartner in alle PIONEER-Arbeitsbereiche aus. Thematisch liegt der Fokus von PIONEER beim UNO-Nachhaltigkeitsziel 11: Städte und Gemeinden inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten (Ziele für nachhaltige Entwicklung).

Die Kooperation umfasst u.a. interdisziplinäre Forschungsprojekte und gemeinsame Studienangebote, die Forschende und Studierende international sowie mit regionalen Partnerinnen und Partnern aus Politik, Wirtschaft und Innovationsszene vernetzen.

Der Austausch zwischen den beiden Hochschulen drehte sich um die Frage, wie strategisches Partnermanagement institutionell verankert und weiterentwickelt werden kann. Laurea-Rektor Jouni Koski: «Die bedeutende Wirkung der BFH auf die regionale Entwicklung im Kanton Bern hat uns sehr beeindruckt.»

Voneinander lernen

Beide Hochschulen befinden sich derzeit in einem Prozess zur Entwicklung ihrer Strategien. Der Aufenthalt der Laurea-Delegation war geprägt von intensivem Austausch und gegenseitigem Lernen. Beide Hochschulen profitieren dabei von ihren ähnlichen, zugleich aber komplementären Profilen, wie Jouni Koski unterstrich: «Die Strategieprozesse der Laurea‑Fachhochschule und der BFH ähneln sich stark, dennoch haben wir wertvolle neue Perspektiven für die strategische Führung der Fachhochschule Laurea gewonnen.» «Für uns ist es sehr wertvoll, dass wir als PIONEER‑Partner in vielen Bereichen die gleichen thematischen strategischen Schwerpunkte haben», ergänzte BFH-Rektor Sebastian Wörwag.