Interessengemeinschaft Swiss Drug Pricing Model
Die Berner Fachhochschule entwickelt mit dem Swiss Drug Pricing Model (SDPM) ein evidenzbasiertes Modell zur Bewertung und Preissetzung von Arzneimitteln in der Schweiz. Gemeinsam mit den vier Krankenversicherern CSS, Helsana, Sanitas und Swica hat die BFH dazu die Interessensgemeinschaft SDPM gegründet, um wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Arzneimittelpreisbildung zu schaffen.
In der Schweiz verhandeln die Krankenversicherer die Preise für einen Teil der neuen Leistungen direkt mit den pharmazeutischen Herstellern, und müssen eine Preiseinigung finden. Das KVG schreibt vor, dass übernommene Leistungen die Kriterien Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) erfüllen müssen. Es wird aber kein Verfahren vorgegeben, wie ein wirtschaftlicher Preis ermittelt werden kann. Einige Versicherer haben dies zum Anlass genommen, um gemeinsam mit der Berner Fachhochschule das Swiss Drug Pricing Model (SDPM) als Instrument für eine evidenzbasierte, effiziente, und nachvollziehbare Preissetzung von neuen Therapien zu entwickeln.
Mittels des SDPM wird der Nutzen von Therapeutika, vornehmlich Arzneimittel, bezüglich Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet. Einige Bewertungen dienen den Krankenversicherern zur Verhandlung von Therapien mit pharmazeutischen Herstellern. Andere Bewertungen stellt die Interessensgemeinschaft SDPM der Öffentlichkeit zur Verfügung: Mit der frühzeitigen und nachvollziehbaren Preisempfehlung können nachfolgende Diskussionen kompetent geführt werden, auch in der Öffentlichkeit.
Nachhaltige Arzneimittelpreise verankern
Die Interessensgemeinschaft SDPM verfolgt das Ziel, sich für nachhaltige Arzneimittelpreise im Schweizer Gesundheitssystem einzusetzen. Sie positioniert sich mit ihren veröffentlichten Nutzenbewertungen als unvoreingenommene und akademische Informationsquelle sowie als Kompetenzzentrum für alle involvierten Akteure im Schweizer Gesundheitswesen. Ihr Handeln basiert auf einem wissenschaftlichen Code of Conduct, und sie gewährleistet die Qualität ihrer wissenschaftlichen Analysen.
Die Interessengemeinschaft SDPM ist eine einfache Gesellschaft gemäss Art. 530 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR). Ihre Gesellschafter sind die Berner Fachhochschule sowie die vier Krankenversicherer CSS, Helsana, Sanitas und SWICA. Die Berner Fachhochschule übernimmt als akademischer und strategischer Partner die Verantwortung für die Durchführung der Analysen mittels SDPM. Die Krankenversicherer fungieren als Kostenträger und strategische Partner und legen gemeinsam mit der Berner Fachhochschule die Handlungsfelder der Interessengemeinschaft SDPM fest.
Organisation und Publikationen
Rechtsform und Organisation
Die Interessensgemeinschaft SDPM wird in der Rechtsform einer einfachen Gesellschaft gemäss Art. 530 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) geführt. Die einfache Gesellschaft stellt keine juristische Person dar und verfügt über keine eigene Rechtspersönlichkeit.
Die einfache Gesellschaft ist nicht berechtigt, rechtsverbindliche Verträge abzuschliessen, Zahlungen an Dritte zu leisten oder sonstige finanzielle Verpflichtungen einzugehen. Sämtliche auf dieser Website dargestellten Informationen dienen ausschliesslich der fachlichen Information, Koordination und Kommunikation und entfalten keine rechtsverbindliche Wirkung. Handlungen einzelner Mitwirkender, welche über diese beschränkten Kompetenzen hinausgehen, erfolgen ausschliesslich in deren eigener Verantwortung.
Jeder Gesellschafter stellt einen Vertreter/eine Vertreterin im Steering Committee, welches gemeinsam Beschlüsse in der Interessensgemeinschaft SDPM fasst.
Gesellschafter
Die Vertreter*innen der Gesellschafter sind wie folgt:
CSS Kranken-Versicherung AG
Gabrielle Flury
Gruppenleiterin Integrierte Versorgung und Spezialverträge
Helsana Versicherungen AG
Martina Weiss
Leiterin Leistungseinkauf Arzneimittel und Medizinprodukte
Sanitas Grundversicherungen AG
Vera Hirsch
Leiterin Leistungsmanagement Medikamente und Genetik
SWICA Krankenversicherung AG
Daniel Lo Verdi
Leiter Fachführung Medizin
Berner Fachhochschule, Instiut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik
Niklaus Meier
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Scientific Board
Für die methodologische Weiterentwicklung des SDPM ist es wichtig, die Meinung von Expert*innen aus der Wissenschaft einzuholen. Solche Vertreter*innen der Wissenschaft können aus akademischen Institutionen sowie Health Technology Assessment (HTA) Agenturen stammen, aber dürfen kein finanzielles Interesse an den Ergebnissen von SDPM-Bewertungen haben. Die Mitglieder des Scientific Boards beraten zu den methodischen Weiterentwicklungen des SDPM und werten je nach Bedarf die Methodik individueller SDPM-Bewertungen aus. Die spezifischen Personen in den Boards werden vom Steering Committee der Interessensgemeinschaft SDPM nominiert.
Das genaue Format sowie Zusammensetzung des Scientific Boards werden zurzeit entwickelt. Weitere Informationen werden folgen.
Stakeholder Dialog
Ein erster Austausch mit der Öffentlichkeit fand im Janauar 2025 statt.
Geplant ist, die interssierte Öffentlichkeit einmal jährlich an eine Veranstaltung für einen gemeinsamen Dialog einzuladen. So können verschiedene Perspektiven und Interessen in die Aktivitäten der Gesellschaft eingebracht werden.
Publikationen
Medienbeiträge
1. Mai 2025
BFH-News: Mit mehr Transparenz zu fairen Medikamentenpreisen?
19. Februar 2025
Revue Médicale Suisse: Le juste prix des médicaments
14. Feburar 2025
BFH-News: Medikamentenpreise: Kann das Swiss Drug Pricing Model Klarheit schaffen?
20. August 2024
Artikel im MedInside - Arzneimittelpreise: Das Swiss Drug Pricing Model könnte Klarheit schaffen