eHealth

Das CAS eHealth vermittelt Ihnen fundiertes Wissen zu den technischen, organisatorischen und regulatorischen Grundlagen der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS) eHealth
  • Dauer Herbstsemester: KW43 bis KW14
  • Unterrichtstage Freitag: 13.00–max. 19.30 Uhr, Zeiten je Tag gemäss Stundenplan
  • Anmeldefrist 11. Oktober (garantierte Durchführung)
    9–24 Teilnehmer*innen
  • Anzahl ECTS 12 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 7’850
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Biel, Aarbergstrasse 46 / Online
  • Departement Technik und Informatik
  • Nächste Durchführung Herbst 2026 – garantierte Durchführung

Inhalt + Aufbau

Erwerben Sie das nötige Wissen und die Kompetenzen, um anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen eHealth, mobile Health, elektronisches Patientendossier und digitale Transformation im Gesundheitswesen zu übernehmen.

Portrait

Das Gesundheitswesen befindet sich mitten in einem tiefgreifenden digitalen Wandel. Neue Technologien verbessern nicht nur die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsinstitutionen, sondern erhöhen auch die Qualität, Effizienz und Sicherheit der Versorgung. Gesundheitsdaten entstehen dabei an zahlreichen Stellen – in der medizinischen Software von Behandelnden, in Labor- und Diagnosesystemen, in Spitälern, Apotheken sowie zunehmend auch in Wearables und über das Internet der Dinge (IoT). Diese Daten bilden die Grundlage für datengetriebene Innovationen – von personalisierten Therapien bis hin zu intelligenten Entscheidungshilfen. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen ermöglichen es, Muster und Zusammenhänge in diesen vielfältigen und grossen Datenmengen zu erkennen. Diese Entwicklungen verändern die Rollen und Verantwortlichkeiten im Gesundheitswesen nachhaltig und eröffnen neue Chancen für Patient*innen und Fachpersonen gleichermassen.

Im Rahmen des CAS eHealth werden Sie sich mit den technischen Aspekten dieser Megatrends auseinandersetzen und die Zukunft mitgestalten:

  • Gesetzliche Vorgaben und Rahmenbedingungen des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG),
  • Wachsende Anforderungen an die IT-Systeme im Gesundheitswesen: Interoperabilität, Standardisierung und Reduktion von Komplexität,
  • Einsatz zukunftsweisender Standards und Schnittstellen,
  • Potenziale von Künstlicher Intelligenz (KI), Clinical Decision Support und Evidence-Based Medicine.

Für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im Gesundheitswesen ist eine ganzheitliche Herangehensweise entscheidend. Die Bedürfnisse der Auftraggebenden und der Nutzer*innen müssen systematisch erfasst und in die Projektgestaltung integriert werden. 
Ein zentrales Thema bildet die Interoperabilität, sowohl im ambulanten wie auch im stationären Bereich. In der heutigen und zukünftigen eHealth-Landschaft der Schweiz gilt es, technische, semantische, organisatorische und rechtliche Anforderungen konsequent zu berücksichtigen, um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteur*innen und Systemen zu ermöglichen.
 

Ausbildungsziele

Die Teilnehmenden erwerben das nötige Wissen und die Kompetenzen, um anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen eHealth, mobile Health, elektronisches Patientendossier und digitale Transformation im Gesundheitswesen zu übernehmen – von der strategischen Gestaltung bis zur praktischen Umsetzung. 

  • Sie erwerben das nötige Grundlagenwissen, um im Bereich eHealth und Digitalisierung Verantwortung zu übernehmen, sei es in der Entwicklung oder im Product Management von Medizinalsoftware oder in der Leitung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im Gesundheitswesen.
  • Sie können die Interoperabilität zwischen Systemen planen und beurteilen.
  • Sie sind gerüstet für die Herausforderungen, die mit Technologien wie Künstlicher Intelligenz, Cloud Computing, Wearables oder mHealth auf das schweizerische Gesundheitswesen zukommen.
  • Sie kennen sich aus in den Themen eHealth, mHealth, Cybersecurity und den dazugehörenden Themen wie Rechtsfragen und Datenschutz.
  • Sie können Prinzipien des partizipativen Designs anwenden, um anwender*innenzentrierte digitale Lösungen für das Gesundheitswesen zu planen und zu gestalten.

Es werden folgende Gebiete besprochen:

  • eHealth in der Schweiz: Grundlagen und Umsetzung
  • Einführung in die Interoperabilität
  • Das digitalisierte Gesundheitswesen
  • Partizipatives Desing digitaler Lösungen
  • Aktuelle Entwicklungen in der Schweiz: DigiSanté, SNOMED CT, etc.
  • Hands on eHealth-Standards, -Profiles und -Terminologien: 
    • HL7 (V2, CDA, FHIR)
    • IHE ITI (Technical Framework)
  • Nationale Anpassungen der IHE-Integrationsprofile und nationale Integrationsprofile für das EPD: SNOMED CT und LOINC

  • Use Cases:
    • ePrescribing, Computerized Physician Order Entry (CPOE)
    • KIS-Systeme Schweiz, Deutschland und Österreich
  • Organisation der Spitalinformatik, Rechtliches, Datenschutz und Datensicherheit, Connectivity and Security, Informationssicherheit
  • Spezifische medizinische Applikationen: PDMS, RIS / PACS, LIS, Künstliche Intelligenz und Decision Support, Wearables und mHealth
  • Strategie der digitalen Transformation im Spital
  • Software as a medical device
  • Semesterarbeit (Living-Case-Aufgabe)

eHealth in der Schweiz: Grundlagen und Umsetzung

  • eHealth Schweiz: Strategie und Architektur, Nutzen, Umsetzung und Knacknüsse
  • Informationssysteme in der Medizin und in der Pflege: von der Papier- zur elektronischen Dokumentation
  • Standardisierung und Transparenz als Treiber der Qualitätsverbesserung
  • Klinische Dokumentation für verschiedene Berufsgruppen (Ärztinnen und Ärzte, Pflegende) und Fachbereiche (Medizin, Chirurgie, Pädiatrie etc.)
  • Aktuelle Themen der Digitalisierung rund um DigiSanté, SNOMED CT etc.

Einführung in die Interoperabilität

  • Grundbegriffe und Dimensionen der Interoperabilität
  • Rolle der Standards für den strukturierten Datenaustausch
  • Interoperabilität in der Schweiz und in der EU
  • Analyse von Interoperabilitätsproblemen im persönlichen Tätigkeitsbereich

IT-Systeme im Gesundheitswesen

  • Administrative Systeme in der Arztpraxis und im Spital (Prozessanforderungen, Funktionen und Verzahnung mit dem Patientenprozess)
  • Systemintegration: Kriterien für/gegen ein Spezialsystem, Schnittstellenproblematik
  • Einbettung in die Arten des Informationssystems, Grundsatzüberlegungen für den Betrieb eines KIS: Orientierung nach Transaktion statt nach Analytik, Sicherung der Persistenz der Daten über lange Zeiträume, Herstellerunabhängigkeit

Hands on eHealth Standards

  • Überblick über die bestehenden eHealth-Standards und -Organisationen, Stand der Diskussion bezüglich der Implementation in der Schweiz und im internationalen Umfeld
  • HL7 V2, FHIR / IHE IT Infrastructure (ITI) Technical Framework
  • IHE ITI – Cross Community / IHE Profile im EPD
  • openEHR-Einführung
  • DICOM-Einführung
  • FHIR-Einführung: Ressourcen und RESTful API
  • Schweizer FHIR Implementation Guides, International Patient Summary
  • SMART on FHIR
  • FHIR-Terminologie-Server
  • Für alle Themen gibt es praktische Übungen (hands-on) bezüglich des Datenaustauschs.

Use Cases

eHealth Use Case 1: e-Prescribing, Computerized Physician Order Entry (CPOE)

  • Elektronische Verordnungssysteme
  • Medikationssicherheit und Patientensicherheit
  • Implementation und Design von CPOE-Systemen
  • Closed Loop Medication Systems (CDSS) und dessen Vorbedingungen
     

eHealth Use Case 2: KIS-Systeme Schweiz, Deutschland und Österreich

  • Überblick über die KIS-Landschaft im deutschsprachigen Ausland
  • Stand der Einführung und lessions learned am Beispiel der elektronischen Gesundheitsakte ELGA in Österreich

Organisation der Spitalinformatik, Rechtliches, Datenschutz und Datensicherheit

  • Risikomanagementverfahren und Aufbau einer Informatiksicherheitsarchitektur
  • Grundlagen des Datenschutzes und der Datensicherheit im Kontext der Spitalsysteme
  • Datenschutz und Datensicherheit: Grundlagen, Datenschutz versus Praktikabilität / Systemnutzen
  • Rechtliches zum Thema Datenschutz, die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU und deren Umsetzung in der Schweiz, Datensicherheit, Archivierung
  • Cybersecurity
  • Software as a Medical Device

Spezifische medizinische Applikationen: PDMS, RIS/PACS, LIS, Künstliche Intelligenz, Decision Support, Wearables und mHealth, Cloud Computing, Data Handling

  • Einbinden von einzelnen medizinischen Modalitäten wie EKG, Endoskopie etc. in ein Gesamtsystem: Abläufe, Datenaustausch, Standards
  • Pflegeinformatik, Entwicklungen der Pflege, Interdisziplinarität
  • Pflege-Information, Pflege-Dokumentation, Devices für die Pflege
  • Die Unterstützung von klinischen Entscheidungen mittels Clinical Decision Support Systems (CDSS), z.B. Interaktionsdatenbanken von Medikamenten
  • Die Anwendung von Künstlicher Intelligenz bei der Analyse von komplexen medizinischen Daten, Grundsätze und ausgewählte Beispiele
  • Partizipatives design zur Konzipierung und Entwicklung von nutzerzentrierten digitalen Lösungen im Schweizer Gesundheitswesen

Strategie der digitalen Transformation im Spital

  • Die sieben Hebel der digitalen Transformation im Gesundheitswesen
  • Praxisbezogener «Fitness-Check» zum Überblick über die Herangehensweise zur Entwicklung einer digitalen Strategie
  • Erarbeitung eines Massnahmenportfolios
CAS | eHealth

Kompetenzstufen

  1. Kenntnisse | Wissen
  2. Verstehen
  3. Anwenden
  4. Analyse
  5. Synthese
  6. Beurteilung
  • Kontaktunterricht
  • Selbststudium
  • Semesterarbeit (Living Case)

Dominik Aronsky
Adjunct Associate Professor, Department of Biomedical Informatics, Vanderbilt University Medical Center, Nashville, USA

Oliver Egger
Founder adhis AG
Lehrbeauftragter BFH

Andreas Greulich
CEO und Vorsitzender der Geschäftsleitung, Spital Uster

Prof. Dr. Sang-Il Kim
Co-Leiter Institut I4MI BFH

Prof. Michael Lehmann
Leiter Medizininformatik BFH

Marc Oertle
CMIO, Spital STS AG

Jost Toedtli
Geschäftsinhaber toedtli-consulting

Mauro Welte
Leiter Digitalisierung, H+ Die Spitäler der Schweiz

Aline Andres
Systemintegratorin, x-tention

Prof. Dr. Kerstin Denecke
Studiengangsleiterin Digital Health BFH

Erich Studer
Geschäftsführer Mecomis GmbH

Larissa Naber
Co-Founder Proregia AG

Stefan Iseli
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, eHealth Suisse

Matthias Bender
Wissenschaftlicher Mitarbeiter BFH

Beatrice Kaufmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin BFH

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «eHealth»

Voraussetzungen + Zulassung

Erfahren Sie, für welche Fachpersonen diese Weiterbildung konzipiert ist und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten.

Zielpublikum

  • Personen, die in Spitälern, Praxen, Behörden oder bei Versicherern Verantwortung im Bereich eHealth und Digitalisierung tragen oder künftig übernehmen möchten. 
  • Personen, die im Bereich Softwareentwicklung und -validierung oder in der Applikationsverantwortung tätig sind.
  • Personen in Gesundheitsberufen, Health Care Professionals, Projektmanager*innen, Berater*innen und Entscheidungsträger*innen in Health Care Infrastruktur- und Dienstleistungssektoren.

Voraussetzungen

  • Sie haben einen Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Fach, in Ingenieurwesen, der Medizintechnik oder Medizininformatik, der Medizin oder Veterinärmedizin, in Life Sciences in der Pflege oder in einem anderen Gesundheitsfachberuf.
  • Sie haben beruflich mit Fragen der Veränderung/Verbesserung oder der Digitalisierung zu tun oder möchten sich systematisch mit dem Thema auseinandersetzen.

Studiengänge richten sich an Personen mit einem Hochschulabschluss und Berufspraxis. Personen ohne Hochschulabschluss können zu Studiengängen zugelassen werden, wenn sich ihre Befähigung aus einem anderen Nachweis ergibt.

Infoveranstaltungen + Beratung

Sie haben Fragen zur Weiterbildung? An unseren Infoveranstaltungen beantworten die Studiengangsleiterin, CAS-Leitende und Dozierende Ihre Fragen.

Studienort

Der Unterricht findet hauptsächlich vor Ort an der Aarbergstrasse 46 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne statt.

Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB)

Vielseitige Standortvorteile
 

  • Unterrichtsräume in zwei Minuten Gehdistanz vom Bahnhof Biel/Bienne
  • Ideale Zugsverbindungen im 15-Minuten-Takt ab Hauptbahnhof Bern und im 30-Minuten-Takt ab Bern Wankdorf (neue Linie Thun-Biel)
  • Modernste Infrastruktur im SIPBB-Neubau
  • Vielseitige Verpflegungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • Innovative Events und Networkinganlässe

Und noch dies…
 

  • Innovations-Hotspot Biel/Bienne
  • Hochschulstadt Biel/Bienne
  • Industrie- und Dienstleistungsstadt mit zahlreichen Leadern in den Bereichen der Uhren-, Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie sowie Vertretern der Kommunikations- und Telekommunikationsbranche
  • Unmittelbare Nähe zum Bielersee mit vielseitigem Sport- und Freizeitangebot
  • Gelebte Zweisprachigkeit
  • Kulturleben in allen Facetten

Biel Aarbergstrasse 46 (Switzerland Innovation Park Biel/Bienne)

Biel, Aarbergstrasse 46

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel