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OGURION: Echtzeit-Partikelerkennung für anspruchsvolle Produktionsumgebungen
25.08.2025 Constant Rieille und Sylvain Le Coultre des BFH-ALPS Labors Thin Films and Surfaces haben zum zweiten Mal eine Innosuisse-Förderung erhalten, um ihr Projekt voranzutreiben: «Partikelerkennung in extremen und schwer zugänglichen Umgebungen».
Das Wichtigste in Kürze
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OGURION entwickelt ein photonisches Echtzeiterkennungslösung für Partikelkontamination in extremen und schwer zugänglichen Umgebungen.
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Das von Innosuisse mit CHF 300’000 geförderte Projekt beabsichtigt, 2026 das erste kommerzielle Produkt auf den Markt zu bringen.
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Modulares Design, KI-gestützte Datenanalyse und eine intuitive Benutzeroberfläche ermöglichen eine vorausschauende Qualitätskontrolle in Hochpräzisionsbranchen.
Partikelkontamination in der Hochpräzisionsindustrie bekämpfen
Dieses neue Projekt baut auf dem ersten Innosuisse-Projekt «Pracmatic» auf, verfolgt diesmal jedoch das Ziel, einen erstes Detektor zu entwickeln, der vom zukünftigen BFH Spin-off OGURION vermarktet wird. Das Projekt erhält über einen Zeitraum von 18 Monaten CHF 300’000 an Fördermitteln.
Die Lösung soll die Herausforderung der Kontamination durch unerwünschte Partikel auf hochpräzisen Bauteilen in den Bereichen Optik, Mikro- und Nanotechnologie sowie Mikromechanik angehen. Eine solche Kontamination führt zu fehlerhaften Bauteilen, Produktionsstillständen und zusätzlichen Kosten – mit direkten Auswirkungen auf die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Besonders exponiert sind die Vakuumbeschichtungsverfahren (PVD, ALD, CVD), bei denen ultradünne Schichten aufgetragen werden, um Oberflächen zu funktionalisieren. Mit der Miniaturisierung und zunehmenden Komplexität von Produkten und Nebenprodukten wird die Erkennung und Vorhersage des Auftretens dieser Partikel sowie die Begrenzung ihrer Auswirkungen zu einer zentralen strategischen Herausforderung für diese Industrien.
«Unser Ziel ist es, den Herstellern eine kompakte, intelligente Lösung zu bieten, die sich einfach in ihre Anlagen integrieren lässt und nicht nur Kontamination erkennt, sondern auch die Analyse dieser Daten ermöglicht, um zukünftige Vorkommnisse vorherzusagen», erklärt Sylvain Le Coultre, Teamleiter und CTO des BFH Spin-offs OGURION.
Von extremen Umgebungen bis zu Reinräumen: kontinuierliche photonische Detektion ohne Störung
Die Lösung basiert auf einem photonischen Fernerkennungskopf, der selbst in extremen Umgebungen wie Ultrahochvakuum-Reaktoren, Hochtemperaturreaktoren oder Druckflüssigkeitsleitungen arbeiten kann, ohne Prozesse zu stören oder gestört zu werden. Dank ihres modularen Designs kann dieselbe Plattform auch in anderen sensiblen Bereichen wie der Pharmaindustrie oder in Reinräumen eingesetzt werden, wo null Partikeltoleranz erforderlich ist.
«Wie kann die lokale Partikelmessung genutzt werden, um die Endqualität einer Charge von Bauteilen zu bestimmen? Die von uns gelieferten Daten sollen den Nutzern zunächst mehr Kontrolle über ihre Produktion geben und es ihnen dann ermöglichen, die Prozesse zu identifizieren, die die Qualität beeinträchtigen, und direkt darauf zu reagieren», erklärt Constant Rieille, CEO des BFH Spin-offs.
Dieses Projekt ist Teil der Kommerzialisierungsstrategie: der Gründung des Spin-offs OGURION (ogurion.com) mit dem ersten Produktstart im Jahr 2026. Neben dem Sensor ermöglichen eine intuitive Benutzeroberfläche und Datenanalyse-Algorithmen den Nutzer*innen, Kontaminationsereignisse in Echtzeit zu identifizieren, zu visualisieren und vorherzusehen – und ebnen so den Weg für prädiktive Analysen, die durch künstliche Intelligenz unterstützt werden.
Was wir entwickeln, ist nicht nur ein Sensor, sondern ein entscheidender Baustein für die Industrie 4.0, der hilft, Qualität zu verbessern, Kosten und Ausschussquoten zu senken und die Durchlaufzeiten in verschiedenen Industriezweigen zu verkürzen.