Digitale Nachhaltigkeit oder nachhaltige Digitalisierung?

11.08.2026 Eine neue Publikation der BFH klärt drei oft verwechselte Konzepte und zeigt, wie Digitalisierung nachhaltig, langfristig nutzbar und ethisch verantwortlich gestaltet werden kann.

Die Digitalisierung verändert Produktion, Konsum und gesellschaftliches Zusammenleben – mit Chancen, aber auch mit ökologischen und sozialen Risiken. In ihrem Beitrag «Nachhaltige Digitalisierung, digitale Nachhaltigkeit und digitale Verantwortung» ordnen Jan Bieser, Matthias Stürmer und Nikolaus Obwegeser drei zentrale Forschungsfelder ein, die aufgrund ihrer terminologischen Ähnlichkeit oft miteinander verwechselt werden: Nachhaltige Digitalisierung, digitale Nachhaltigkeit und digitale Verantwortung.

  • Nachhaltige Digitalisierung betrachtet digitale Technologien als Mittel, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
  • Digitale Nachhaltigkeit rückt dagegen digitale Güter selbst ins Zentrum und fragt, wie Software, Daten und digitales Wissen offen, langfristig verfügbar und unabhängig von einzelnen Anbietern entwickelt werden können.
  • Digitale Verantwortung schliesslich befasst sich mit ethischen Zielkonflikten – etwa bei Datenschutz, Fairness, Transparenz oder Umweltwirkungen.

Die Publikation zeigt auf, dass die drei Konzepte klar unterscheidbar sind, sich aber in der Praxis überschneiden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was mit digitaler Technik möglich ist, sondern was mit ihr getan werden sollte. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie die Verbindung von Digitalisierungs-, Nachhaltigkeits- und Ethikstrategien.

Der Beitrag ist im Sammelband «Nachhaltige Betriebswirtschaft» bei Springer erschienen. Das Open-Access-Buch zeigt, wie Nachhaltigkeit aktuell in den betriebswirtschaftlichen Disziplinen diskutiert und in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen verankert wird.

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