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Gesundheitsökonomie überblicken, verstehen und anwenden
27.08.2025 Agnesa Beqiri und Florian Heizmann haben den CAS Gesundheitsökonomie und Public Health im Rahmen ihres EMBA absolviert. Im Interview erzählen sie, wie sie politische Entscheidungen seither besser einordnen, Daten in grössere Zusammenhänge stellen und ihr Management strategisch auf kommende Herausforderungen ausrichten.
Das Wichtigste in Kürze
- Agnesa Beqiri und Florian Heizmann haben den CAS Gesundheitsökonomie und Public Health im Rahmen ihres EMBA absolviert.
- Sie haben gelernt, die Anreizstrukturen im Schweizer Gesundheitswesen zu verstehen, die politischen Rahmenbedingungen besser einzuordnen und ihr berufliches Handeln strategisch zu gestalten.
- Besonders wertvoll waren praxisnahe Inhalte, internationale Vergleiche und Diskussionen, die neue Perspektiven eröffnet und die Entscheidungsfähigkeit gestärkt haben.
«Vor allem hat mich die Neugier angetrieben, die Schweizer Gesundheitspolitik wirklich zu verstehen.»
Frau Beqiri und Herr Heizmann, was hat Sie zur Teilnahme am CAS motiviert und hatten die neuen Kompetenzen Einfluss auf Ihren beruflichen Alltag?
Florian Heizmann: Meine Teilnahme am CAS war Teil meines EMBA-Studiums in Management und Ökonomie im Gesundheitswesen. Angetrieben hat mich vor allem die Neugier, die Schweizer Gesundheitspolitik wirklich zu verstehen, ihre Stärken zu erkennen, Schwächen zu benennen und das Potenzial für künftige Entwicklungen einzuschätzen. In meinem Arbeitsumfeld ist es wichtig, agil zu bleiben und gleichzeitig mit Weitblick zu handeln. Hier haben mir die neu gewonnenen Kompetenzen geholfen. Ich kann mein Wissen direkt in meinem daten- und statistikgetriebenen Arbeitsumfeld anwenden und das Operations-Management der Lindenhofgruppe innovativ und zukunftsorientiert gestalten.
Ein Beispiel ist die «Ambulant vor Stationär»-Reform. Früher hätte ich die Umsetzung eher technisch betrachtet. Heute verstehe ich besser, wie politische Entscheidungen entstehen und umgesetzt werden und welchen Einfluss sie auf die medizinische Praxis haben.
«Mein Ziel war es, ökonomische Zusammenhänge zu verstehen und mein berufliches Profil weiterzuentwickeln.»
Agnesa Beqiri: Meine Tätigkeit im Gesundheitswesen sowie das EMBA-Studium weckten den Wunsch, mein Wissen in Gesundheitsökonomie gezielt zu vertiefen. Mein Ziel war es, ein fundiertes Verständnis ökonomischer Zusammenhänge zu erlangen, um mein berufliches Profil strategisch weiterzuentwickeln. Die Weiterbildung bot genau die praxisrelevanten und fundierten Inhalte, die ich gesucht hatte.
Über Agnesa Beqiri

Agnesa Beqiri ist seit 2017 im Bereich Performance Management der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern tätig und leitet dort die Patientendisposition. Ihr aktueller Schwerpunkt liegt auf der Kapazitätsplanung und der effizienten Nutzung klinischer Ressourcen. Sie ist ausgebildete Dentalassistentin (2009) und hat Weiterbildungen zur Prophylaxeassistentin sowie zur Praxiskoordinatorin FA absolviert. Zwischen 2022 und 2025 schloss sie mehrere Weiterbildungen ab, darunter CAS Leadership (Kalaidos FH), Betriebswirtschaft für Gesundheitsfachleute, CAS Gesundheitsökonomie und Public Health und CAS Controlling und Consulting (BFH). Anschliessend erwarb sie den EMBA in Ökonomie und Management im Gesundheitswesen an der BFH.
Welche neue Fähigkeit setzen Sie seit dem Studiengang im Beruf ein?
Agnesa Beqiri: Besonders wertvoll sind für mich die vertieften Kompetenzen in der Literaturrecherche und im Umgang mit Statistiken. Sie helfen mir bei der Beurteilung von wissenschaftlichen Publikationen und dabei, Medienberichte differenzierter zu analysieren. Die praxisnahen Inputs aus dem Unterricht haben zudem meine Entscheidungsfähigkeit im komplexen Klinikbetrieb gestärkt.
Florian Heizmann: Ich erhebe und analysiere täglich medizinische Daten. Der CAS hat diese Arbeit auf ein neues Niveau gehoben. Entwicklungen sehe ich heute im grösseren Zusammenhang, politische Rahmenbedingungen kann ich gezielter einordnen und ihre Auswirkungen abschätzen. Dadurch werden meine Analysen fundierter und relevanter für strategische Entscheidungen.
«Internationale Vergleiche und offene Diskussionen zu Gesundheitskosten haben mir gezeigt, wie unterschiedlich Länder Prioritäten setzen und wie wichtig es ist, Bestehendes zu hinterfragen.»
Über Florian Heizmann

Florian Heizmann ist Abteilungsleiter der OP-Disposition und verantwortlich für das OP-Management der Lindenhofgruppe in Bern. Er verfügt über fünfzehn Jahre Berufserfahrung in Operationseinheiten und sieben Jahre Führungserfahrung. Durch seine Tätigkeiten in drei Ländern und sieben Kliniken hat er einen breiten Überblick über unterschiedliche Strukturen und Abläufe gewonnen. Florian Heizmann hat eine Ausbildung zum Technischen Operationsassistenten abgeschlossen, die Qualifikation zum OP-Koordinator erworben und den Diplomabschluss als OP-Manager erreicht. Zusätzlich besitzt er einen Executive MBA in Ökonomie und Management mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen, Digitale Organisation, Gesundheitsökonomie und Strategisches Management.
Was zeichnet den CAS aus und gibt es eine Erfahrung aus dem Unterricht, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Florian Heizmann: Besonders eindrücklich waren die Diskussionen zu Gesundheitskosten: Wie entstehen sie, welche Faktoren treiben sie an und wie kann man ihnen begegnen? Der internationale Vergleich war dabei sehr hilfreich. Verschiedene Länder setzen unterschiedliche Prioritäten: mal Effizienz, mal Kosten, mal Qualität. Alles gleichzeitig zu erreichen, ist eine enorme Herausforderung. Fehlanreize im System gibt es und sie müssen offen benannt werden. Nur so ist eine ehrliche, lösungsorientierte Diskussion möglich. Diese Offenheit und kritische Haltung im Unterricht waren für mich besonders wertvoll. Sie haben mich ermutigt, Bestehendes zu hinterfragen und tatsächlich zu verändern.
«Reale Fallbeispiele machten komplexe Inhalte greifbar. Der CAS stärkte meine Entscheidungsfähigkeit im komplexen Klinikbetrieb.»
Agnesa Beqiri: Die Praxisorientierung der Dozierenden macht den Unterschied. Reale Fallbeispiele machen komplexe Inhalte greifbar. Die Module sind didaktisch klug aufgebaut, ohne inhaltliche Wiederholungen, dafür mit klarer Linie. So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess, der motiviert und echten Mehrwert schafft.