Entwicklung von nachhaltigen «Hotel Cabins» für verschiedene Klimazonen

In diesem Projekt entwickelten Forschende modulare «Hotel Cabins», die sich an verschiedene Klimazonen anpassen lassen. Durch die Planung nach der Eco-Design-Methode fällt ihr ökologischer Fussabdruck deutlich geringer aus.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Architektur, Holz und Bau
  • Institut(e) Institut für Holzbau IHB
    Institut für Baustoffe und biobasierte Materialien IBBM
  • Forschungseinheit(en) Fachgruppe Integrale Bau- und Planungsprozesse FGIBP
    Fachgruppe Holztragwerke FGH
    Fachgruppe Gebäudehülle und Bauphysik FGGB
    Fachgruppe Werkstoffe und Ökobilanzierung FGWO
  • Förderorganisation Innosuisse
  • Laufzeit (geplant) 01.10.2022 - 31.03.2025
  • Projektleitung Christof Tschannen
  • Projektmitarbeitende Prof. Dr. Heiko Thömen
    Prof. Christoph Renfer
    Jeremias Bohl
    Dr. Christelle Ganne-Chédeville
    Guillaume André
  • Partner Cielo Azzuro SA
    Heima SAGL
  • Schlüsselwörter Hotellerie, modulares Bauen, Nachhaltigkeit

Ausgangslage

Tiny Häuser liegen im Trend. Die Idee auf kleinstem Raum mit minimalem Fussabdruck zu leben, begeistert immer mehr Menschen. Auch im Tourismus sind kleine individuelle Cabins beliebt. Die Idee des Projekts war es, diese Cabins zu einem hochwertigen Produkt zu entwickeln, die ohne grossen Einfluss auf die Umgebung aufgebaut und später wieder abgebaut werden können. Die Cabins sollten zudem nach der Eco-Design Methode entworfen werden. Dies bedeutet, dass jedes Bauteil vom Ende des Lebenszyklus aus betrachtet wurde und die Wiederverwertung bzw. Entsorgung miteinbezogen wurde. Zusätzlich war die Anforderung an die Cabins, dass diese überall auf der Welt aufgebaut werden können, ob in einem kühl-trockenen Klima oder in einem tropischen Klima. Die sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und die Verfügbarkeit von Materialien erforderten eingehende Untersuchungen, um ein Konzept zu entwickeln, das den verschiedenen Bedingungen standhält.

Vorgehen

Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Forschungsansatz, um alle Interessen der umfangreichen Stakeholder-Gruppe zu erfüllen. Dieser Ansatz ermöglicht es, Forschungsfragen aus verschiedenen Bereichen und wissenschaftlichen Disziplinen zu behandeln. Innerhalb des Projekts wurde ein Konzept für den modularen Bau der Hotel Cabins entwickelt, das in verschiedenen Klimazonen anwendbar ist und bei dem nach dem Abbau nahezu keine Spuren in der Natur hinterlassen werden. Weil die Nachhaltigkeit im Zentrum stand, wurden bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb konsequent Nachhaltigk Das Projekt umfasst die Entwicklung eines Konzepts für den modularen Bau der Hotel Cabins, das in verschiedenen Klimazonen anwendbar ist und bei dem nach dem Abbau nahezu keine Spuren in der Natur hinterlassen werden. Bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb sollen konsequent Nachhaltigkeitskriterien berücksichtig werden, denn Nachhaltigkeit steht bei diesem Projekt im Mittelpunkt. Deswegen wird ein zirkulärer Eco-Design-Ansatz verfolgt und der Entwicklungsprozess wird durch Analysen der Umweltauswirkungen und der Kosten begleitet. Die technische Entwicklung umfasst die Erarbeitung eines Konstruktionsprinzips für den effizienten Auf- und Abbau der Hotel Cabins, den Aufbau eines BIM-Modells und die Entwicklung von Wand- und Dachaufbauten, die den Anforderungen der ausgewählten Klimazonen gerecht werden. Das Konzept soll mit dem Bau eines Prototyps in der tropischen Klimaregion demonstriert werden.

Ergebnisse

Die transdisziplinäre Zusammenarbeit – insgesamt waren sieben Disziplinen, darunter Architektur, Gastgewerbe, Materialwissenschaften, Bauphysik, CAD und Lebenszyklusanalyse beteiligt – war sehr erfolgreich. Die Erkenntnisse sind in die Geschäftsstrategie sowie in die Gestaltung von Cabins und Resorts des Umsetzungspartners Heima eingeflossen. Entstanden sind unter anderem ein Handbuch für Nachhaltigkeitsindikatoren, ein voll ausgearbeitetes Konstruktionskonzept unter Berücksichtigung der Klimazonen, der Entwurf eines rückbaufähigen Fundaments, eine Analyse der Verbindungsmittel sowie Konzepte zur Materialisierung und Segmentierung für eine optimierte Transportlösung der Bauteile. Durch die platzoptimierte Planung ist es möglich, alle Bauteile für ein Cabin in zwei Schiffscontainern zu transportieren. Zusätzlich wurde ein umfangreiches Energiekonzept erarbeitet, um auch während des Betriebs einen minimalen Fussabdruck zu ermöglichen. Das Energiekonzept vergleicht – jeweils auf den Standort bezogen – die Energie aus dem Netz mit lokal erzeugtem Solarstrom.

Ausblick

Der erarbeitete Entwurf der Cabins reflektiert den modernen Holzbau. Indem Materialien optimiert auf Kosten, Verfügbarkeit und Nachhaltigkeitskriterien betrachtet werden, geht der Entwurf auch über den aktuellen Stand der Technik hinaus. Die Konstruktion ist flexibel anpassbar auf verschiedene Klimazonen, verwendet umweltfreundliche Materialien und ermöglicht eine einfache Montage mit minimalem Eingriff in die Natur. Der Bau eines ersten Prototyps ist an einem Standort in Italien geplant. Die Hotel Cabins sowie die Analyse des Energiebedarfs wurden deshalb auf die klimatischen Rahmenbedingungen im Mittelmeerraum angepasst und optimiert.

Die Hotel Cabins sind ein neues Hotellerie-Konzept.
Kernstück des neuen Hotellerie-Konzepts sind die Hotel Cabins (Bild: Heima).

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • 5: Geschlechtergleichheit
  • 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  • 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • 10: Weniger Ungleichheiten
  • 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • 12: Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
  • 13: Massnahmen zum Klimaschutz
  • 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele