Arbeitslosigkeit und Erwerbsentscheide aus einer Haushaltsperspektive

In diesem Projekt untersuchen wir, wie das Arbeitsangebot und die Arbeitslosigkeit von Personen mit ihrer Haushaltssituation zusammenhängen – je nach Zusammensetzung, Bedürfnissen und Einkommen der Haushaltsmitglieder.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Soziale Arbeit
  • Institut(e) Institut Soziale Sicherheit und Sozialpolitik
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit (geplant) 15.11.2024 - 16.06.2025
  • Projektleitung Prof. Dr. Debra Hevenstone
    Prof. Dr. Dorian Kessler
  • Projektmitarbeitende Dr. René Rüegg
  • Partner Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
    FORS
  • Schlüsselwörter Arbeitsangebot, Arbeitslosigkeit, Familien

Ausgangslage

Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht besteht ein wachsendes Interesse daran, das Arbeitskräftepotenzial besser zu mobilisieren. Forschungsergebnisse zeigen, dass das Arbeitsangebot für Frauen und ihre Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit eng mit den Haushaltsbedingungen verknüpft sind. Dies betrifft etwa die Zusammensetzung und die Bedürfnisse des Haushalts sowie das absolute, relative und potenzielle Einkommen des Partners. Hinweise deuten zudem darauf hin, dass die Reaktionsfähigkeit auf politische Massnahmen zu bestimmten Zeitpunkten im Lebensverlauf höher sein kann – wenn die Arbeitszeit z.B. nach der Geburt des ersten Kindes reduziert wird oder wenn Eltern älterer Kinder über eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt nachdenken.

Vorgehen

Der Bericht beginnt mit einer deskriptiven Analyse von Erwerbstätigkeit, Arbeitsstunden und Arbeitslosigkeit nach Haushaltstyp. Dabei werden die Zusammensetzung des Haushalts (Einpersonenhaushalte, Paare mit und ohne Kinder, das Alter der Kinder) sowie das Einkommen des Partners berücksichtigt. Anschliessend wenden wir eine Event-Study-Analyse an, um zu schätzen, wie sich Haushaltsveränderungen (z. B. Heirat, Geburt eines Kindes, Eintritt des jüngsten Kindes in die Schule) und Veränderungen im Einkommen des Partners auf Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Einkommen auswirken. Schliesslich betrachten wir die Arbeitslosigkeit genauer und untersuchen, bei welchen Haushaltstypen Arbeitslosigkeit eher andauert, zum Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt oder zu einer Wiederbeschäftigung in schlechter bezahlte Jobs führt. Zusammengenommen liefern diese Analysen Hinweise darauf, bei welchen Personen unter günstigen Bedingungen ein Potenzial zur Erhöhung des Arbeitsangebots besteht.