Inclusive design of digital health interventions for the aging population
Das Projekt untersuchte, wie digitale Gesundheitsinterventionen für ältere Menschen inklusiver, zugänglicher und verständlicher gestaltet werden können. Als Ergebnis wurden Design-Guidelines entwickelt und mit Expert*innen validiert.
Steckbrief
-
Beteiligte Departemente
Hochschule der Künste Bern
Technik und Informatik -
Institut(e)
Institute of Design Research
Institute for Patient-centered Digital Health (PCDH) - Forschungseinheit(en) Social Design
- Strategisches Themenfeld Themenfeld Humane Digitale Transformation
- Förderorganisation BFH
- Laufzeit 01.01.2025 - 30.04.2026
-
Projektleitung
Prof. Dr. Kerstin Denecke
Beatrice Kaufmann -
Partner
Mayo Clinic
Loughborough University - Schlüsselwörter Design, digitale Gesundheit, patientenorientiert, Barrierefreiheit
Ausgangslage
Digitale Gesundheitsinterventionen (DGIs) sind evidenzbasierte Instrumente wie Apps oder Telemedizinplattformen, die zur Prävention, Behandlung oder zum Management von Gesundheitsproblemen eingesetzt werden. Mit der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens sind auch ältere Menschen immer häufiger gefordert, solche Angebote selbstständig zu nutzen. Bei der Entwicklung digitaler Gesundheitsangebote werden jedoch altersbedingte Bedürfnisse sowie unterschiedliche Voraussetzungen hinsichtlich Gesundheits- und Digitalkompetenz häufig unzureichend berücksichtigt. Dies kann den Zugang erschweren, die selbstständige Nutzung beeinträchtigen und damit auch die Wirksamkeit digitaler Gesundheitsangebote einschränken. Das Projekt setzte hier an und untersuchte, welche Gestaltungsprinzipien dazu beitragen, digitale Gesundheitsinterventionen für ältere Menschen zugänglicher, verständlicher und benutzendenfreundlicher zu gestalten.
Vorgehen
Im Zentrum des Projekts stand die Forschungsfrage: Welche barrierearmen und inklusiven Gestaltungselemente sind für digitale Gesundheitsinterventionen für ältere Erwachsene relevant? Das Projekt kombinierte unterschiedliche methodische und fachliche Perspektiven. In einer Scoping Literature Review wurden zunächst bestehende Erkenntnisse und Empfehlungen zum inklusiven Design von DGIs systematisch zusammengetragen. Ergänzend wurden qualitative Interviews mit Expert*innen aus unterschiedlichen Fachbereichen sowie eine Fokusgruppe mit älteren Menschen durchgeführt. Dadurch konnten wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis und den Perspektiven der Zielgruppe verglichen und ergänzt werden. Auf dieser Grundlage entstand ein erstes Set von Design-Heuristiken. Diese wurden anschliessend im Rahmen einer eDelphi-Studie mit internationalen Expert*innen aus den Bereichen Design, Medizininformatik, Digital Health und Inclusive Design validiert, präzisiert und zu praxisorientierten Design-Guidelines weiterentwickelt. Um sicherzustellen, dass die Heuristiken praktisch anwendbar sind und um direkt mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten, werden wir mit Praxispartner*innen aus dem Bereich der Geriatrie zusammenarbeiten. Es wird ein Workshop mit Vertreter*innen dieser Organisationen organisiert, um ihre Erfahrungen mit DHIs und deren Zugänglichkeit für ältere Menschen zu sammeln.
Ergebnisse
Das zentrale Ergebnis des Projekts ist ein validiertes Set praxisorientierter Design-Guidelines für inklusive DGIs für ältere Menschen. Die Guidelines unterstützen Entwickler*innen, Designer*innen und Forschende dabei, die unterschiedlichen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Voraussetzungen älterer Menschen bereits bei der Konzeption und Entwicklung von DGIs systematisch zu berücksichtigen. Die Projektergebnisse wurden in mehreren wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Dazu gehören eine Scoping Review zu Inclusive Design Heuristics, eine Studie zu den Perspektiven von Expert*innen sowie weitere Publikationen zur Gegenüberstellung von Literatur-, Expert*innen- und Nutzer*innenperspektiven und zur eDelphi-Validierung der Guidelines. Die Guidelines sollen zudem in Zukunft über eine öffentlich zugängliche Webseite für Forschung und Praxis verfügbar gemacht werden. Aufbauend auf den Ergebnissen wird ein Folgeprojekt zur Entwicklung einer «Toolbox für barrierearme digitale Gesundheitsinterventionen für ältere Menschen» erarbeitet.