Zusammenhänge von Waldstruktur, Totholz und Kohlenstoffkreislauf (MULTIFORDECA)
Totholz prägt Biodiversität und Kohlenstoffkreislauf im Wald – und gewinnt im Klimawandel weiter an Bedeutung. Das Projekt untersucht seine Dynamik, Zersetzung und Rolle für Artenvielfalt und CO₂‑Speicherung in Schweizer Wäldern.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften
- Institut(e) Multifunktionale Waldwirtschaft
- Forschungseinheit(en) Waldökosystem und Waldmanagement
- Förderorganisation SNF
- Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2029
- Projektleitung Prof. Dr. Thibault Lachat
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Projektmitarbeitende
Prof. Dr. Thibault Lachat
Nicolas Roth
Loesje Janssen
Romain Angeleri -
Partner
Eidgenössische Forschungsanstalt WSL
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich - Schlüsselwörter Biodiversität, Totholz, Kohlenstoffkreislauff, Waldstrukturen, Multiskalige Zusammenhänge, xylobionte Arten
Ausgangslage
Wälder sind zentrale Pfeiler für Biodiversität, Klimaregulation und wichtige Ökosystemleistungen. Totholz spielt dabei eine Schlüsselrolle, da es Lebensraum für spezialisierte Organismen bietet und den Kohlenstoffkreislauf massgeblich beeinflusst. Durch den Klimawandel nehmen Störungen wie Stürme, Trockenheit und Schädlingsbefall zu, wodurch die Menge an Totholz in vielen Wäldern steigt. Gleichzeitig fördern naturnahe Bewirtschaftung und Biodiversitätsmassnahmen gezielt dessen Erhalt. Diese Veränderungen beeinflussen Zersetzergemeinschaften, Abbauraten und die Speicherung von Kohlenstoff in Holz und Böden. Dennoch sind die komplexen Wechselwirkungen zwischen Totholz, Biodiversität und Kohlenstoffdynamik noch unzureichend verstanden. Ein integratives Verständnis ist jedoch entscheidend, um die zukünftige Entwicklung von Wäldern unter Klimawandel zu bewerten.
Vorgehen
Das Projekt untersucht die Dynamik von Totholz anhand umfangreicher Langzeitdaten aus Schweizer Wäldern und kombiniert diese mit innovativen Methoden. Dazu werden Waldinventuren, Biodiversitätsdaten und Fernerkundung verknüpft, um Zusammenhänge zwischen Waldstruktur, Totholz und xylobionten Organismen über verschiedene Skalen hinweg zu analysieren. Die zeitliche Entwicklung und Zersetzungsprozesse von Totholz werden mithilfe von statistischen Modellen untersucht. Ergänzend werden Kohlenstoffflüsse vom Totholz in den Boden mittels Isotopenmethoden quantifiziert. Die Rolle von Mikro- und Makroorganismen im Abbau wird durch molekulare Analysen erfasst. Eine integrative Auswertung verbindet diese Teilaspekte und ermöglicht die Übertragung der Ergebnisse von der Probefläche auf Landschafts- und nationale Ebene. Ziel ist es, robuste Vorhersagen zur Entwicklung von Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung unter veränderten Klimabedingungen zu ermöglichen.
Ergebnisse
Das Projekt soll ein vertieftes Verständnis der Rolle von Totholz für Biodiversität und Kohlenstoffkreislauf liefern. Es wird Zersetzungsprozesse sowie den Kohlenstofftransfer in den Boden quantifizieren und Wissenslücken schliessen. Zudem entstehen Modelle für verlässliche Prognosen zur Entwicklung von Totholz und Kohlenstoffspeicherung. Die Ergebnisse schaffen Grundlagen für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Naturschutzmassnahmen.