HKB geht an Land

Die Hochschule der Künste Bern HKB bricht zu neuen Ufern auf. Sie lässt ihre Ateliers, Proberäume und Seminarsäle in Bern und Biel hinter sich und geht «an Land» – zum Beispiel in Rüeggisberg, Hindelbank, Corgémont oder Saanen.

Unter dem Titel «HKB geht an Land» bietet eine jährliche Ausschreibung der kulturellen Vielfalt im Kanton Bern eine unkonventionelle Bühne: Die rund 350 Berner Gemeinden sind eingeladen, Ideen für künstlerische Projekte einzureichen, die in einjähriger Kooperation mit Dozierenden und Studierenden der HKB zur Umsetzung kommen. Die Gemeinden sind inhaltlicher Ausgangspunkt und zugleich Schauplatz ihres Projekts – mit charakteristischen Örtlichkeiten, einer lokalspezifischen Thematik, kulturellen Eigenheiten, historischen oder aktuellen Fragestellungen, die die Region bewegen. Zur Realisierung der Ideen stellt die HKB kreatives Potenzial und künstlerisches Know-how aus all ihren Fachbereichen zur Verfügung.

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HKB geht an Land in Interlaken 2019/20

In Interlaken führt fast nichts am Thema Tourismus vorbei. Gäste aus allen Teilen der Welt generieren jährlich rund 1,5 Millionen Logiernächte. Die rund 6000 Einwohner*innen stehen in einem besonderen Verhältnis zu diesem Strom von Besucher*innen, der durch Interlaken fliesst. Was heisst das für die Identität der Bewohner*innen und die ihrer Kleinstadt? Wie verändert sie sich durch den Besuch aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen? Welche Traditionen gilt es zu bewahren, welche zu aktualisieren und in welche Richtung soll sich die Kleinstadt in Zukunft weiterentwickeln?

Die diesjährige Austragung von «HKB geht an Land» widmet sich diesen Fragen – auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Erhalten Sie hier einen Einblick in die verschiedenen Projekte und die Arbeit der beteiligten Student*innen, die sich derzeit in der Recherchephase befinden. Es wird nach Interlaken gereist, beobachtet, gesammelt, angefragt und protokolliert. Daraus entsteht eine Vielzahl von verschiedenen Sichten auf Interlaken, die wir an einem Abschlusswochenende Ende April / Anfang Mai 2020 dem breiten Publikum (ob von Interlaken, aus aller Welt oder aus Bern) zugänglich machen werden. Das detaillierte Programm des Wochenendes wird im März 2020 auf dieser Seite publiziert.

Geplante Projekte (Änderungen vorbehalten)

Kunsthäusern in ländlichen Regionen bieten sich andere Herausforderungen als solchen in grösseren Städten. Einige kämpfen mit einem Generationenwechsel. Wann folgt die neue Generation, um sich zu engagieren und das Kunsthaus für die übernächste Generation weiterzuführen? Auch andere Fragen stellen sich: etwa nach den Besucher*innen und den Unterstützerkreisen eines Kunsthauses. Wer ist an dessen Fortbestand interessiert? Wer nutzt das Haus? Und wer könnte es noch bespielen? Studierende der HKB erarbeiten interdisziplinär im Rahmen einer Case Study Strategien zur Weiterführung solcher Kunsthäuser, die auch im Hinblick auf andere kleinere Kulturinstitutionen der Deutschschweiz eine Bedeutung haben.

Während des Frühlingssemesters recherchieren Studierende aus verschiedenen Fachbereichen der HKB im Kunsthaus Interlaken, im Kunstmuseum Thun und im Kunsthaus Pasquart in Biel, was diese drei Kulturinstitutionen in Zukunft für die Besucher*innen, Tourist*innen, Anwohner*innen und Passant*innen sein könnten. Dabei führen Studierende Interviews mit den Kurator*innen dieser Häuser. Vor Ort und in der Umgebung der Häuser recherchieren sie, stellen Fragen und entwickeln daraus Ideen und Konzepte für ein übernächstes Kunsthaus. Die Ergebnisse fliessen in ein Workbook ein, das danach allen beteiligten und weiteren Institutionen ähnlicher Grössenordnung zur Verfügung gestellt wird.

Was macht einen Ort sehenswert bzw. zu einer Sehenswürdigkeit? Was ist die Motivation, bestimmte Orte in einer bestimmten Art zu fotografieren? Inwiefern unterscheidet sich diese je nach kultureller Herkunft? Der Tourismus und die Auswirkungen der Besucher*innenströme auf die Stadt Interlaken werden in diesem Projekt als Ausgangslage gesetzt. Die Durchreisenden halten ihre Erlebnisse fotografisch fest – als Souvenirs und um diese mit anderen zu teilen. Datenanalysen und Beobachtungen lassen vermuten, dass dabei tausendfach die immer gleichen Sujets fotografiert werden. Können diese Foto-Hotspots durch physische Veränderungen vor Ort oder mit Hilfe einer virtuellen Realität beeinflusst werden? Gelingt es, mittels künstlerischer Interventionen im realen oder digitalen Raum, neue Hotspots zu generieren? Oder zu behaupten, dass es sie gäbe, selbst wenn das nicht der Realität entspricht?

Am Abschlusswochenende werden die verschiedenen Herangehens- und Sichtweisen der Studierenden auf diese Fragestellungen und die daraus resultieren (Sound-)Installationen, Aktionen und vieles mehr in Interlaken ausgestellt.

Was in Computer-Spielen ist politisch? In einem Workshop für Jugendliche vor Ort wird gemeinsam gespielt, um dann die politischen und kulturellen Momente in den Spielen spielerisch zu reflektieren. Zwei Schweizer Spieleentwickler*innen diskutieren gemeinsam mit den Jugendlichen vor Ort über ihre Erfahrungen in der Spieleentwicklung, um die Produktionshintergründe von Spielen sichtbar zu machen. Zum Abschluss des Workshops sollen gemeinsam mit den Jugendlichen Ideen für eigene Spielkonzepte gesammelt werden. Zusätzlich ist eine Abendveranstaltung für Lehrpersonen, Eltern und Sozialarbeitende geplant, wo diese gemeinsam über das Thema «Jugendliche und digitale Spiele» diskutieren können.

Ein Postauto fährt durch Interlaken. Was wohl in seinem Innern vor sich geht? An unterschiedlichen Stationen und auf verschiedensten Routen werden Passant*innen, Tourist*innen und Bewohner*innen von Interlaken oder Schüler*innen dazu eingeladen, spontan zu Mitgliedern eines performativen Klangorchesters zu werden – zusammen mit HKB-Studierenden des Studiengangs Contemporary Arts Practice. Gemeinsam führen sie ein klangimprovisiertes Stück auf. Das Postauto dient als Bühne, als Requisiten die Treppen, Fenster und Türen, die HKB-Studierenden und Menschen aus Interlaken als Orchester.

Die Berge waren ursprünglich ein unwirtliches Gebiet, in dem Götter oder Drachen wohnten. Mit der allmählichen wissenschaftlichen Erforschung wurden die Alpen aber zunehmend auch anders wahrgenommen. Dies gipfelte in dem Gedicht «Die Alpen», das Albrecht von Haller 1729 schrieb. Darin verklärte er das einfache Leben und die Freiheit der Bergler*innen. In einem Europa, das unter Krieg und Konventionen stöhnte, traf er damit den richtigen Ton. Die Menschen sehnten sich nach Einfachheit und Freiheit. Die Alpen wurden nun zum Wohnort der «Edlen Wilden» und zu einer Art Paradies. Die Unspunnenfeste von 1805 und 1808, die eigentlich die Landbevölkerung mit den städtischen Herrschaften aussöhnen sollten, wurden ausführlich dokumentiert und verstärkten die Sehnsucht nach dem Wahren und Reinen. Bis hin zum Phänomen, dass es Mode wurde, sich ein einfaches Chalet als Symbol in den Schlosspark zu stellen.

Studierende und Dozierende der Konservierung & Restaurierung und des Schauspiels spüren dieser Entstehung des Mythos Alpen nach – vom Chalet bis zum Alpenbitter. Daraus entstehen verschiedene Formate wie Vorträge oder Führungen, die am Abschlusswochenende angeboten werden.

HKB geht an Land in Burgdorf 2018/19

Bereichernde Begegnungen, ungewöhnliche Zusammenarbeiten und globales Medienecho – all das und vieles mehr entstand von September 2018 bis März 2019 im Rahmen der künstlerischen Kooperation zwischen der Hochschule der Künste Bern HKB und der Stadt Burgdorf. Während eines Semesters erarbeiteten rund 75 Studierende verschiedener Fachbereiche der HKB mit Partner*innen aus Burgdorf 13 Projekte und präsentierten sie vor Ort. Dabei diente das Thema Auf die Stör gehen als Ausgangspunkt.

Gemeinsam mit rund 20 lokalen Kooperationspartner*innen wurden über 22 Veranstaltungen realisiert, die thematisch ganz unterschiedlich ausgerichtet waren. Insgesamt konnten fast 900 Leute mit der diesjährigen Kooperation in Burgdorf erreicht werden. Das Publikum, vor allem bestehend aus Bewohner*innen von Burgdorf, liess sich durch das spannende und abwechslungsreiche Programm immer wieder begeistern. Das überwältigende weltweite Medienecho zur künstlerisch-kulinarischen Versuchsanordnung Käse beschallen rückte die Gemeinde Burgdorf und die HKB über Nacht ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Auswahl der in Burgdorf umgesetzten Projekte

Lernende Zimmerleute des Bildungszentrums Emme wählten zusammen mit den Perkussionsstudierenden der HKB Holz aus und bauten daraus Schlaginstrumente. Zum Abschluss des Teilprojekts führten sie im Holzbaubetrieb in Burgdorf Michael Gordons Timber, also «Bauholz», auf: ein einstündiges Musikstück, das nur aus Holzklängen besteht.

Projektverantwortlicher

Brian Archinal (Dozent Perkussion, HKB Musik)

Studierende

Correntin Barro, Romane Bouffioux, Moritz Wappler, Juliana Santacruz, Federico Tramontana

Kooperationspartner*innen

Bernhard Guggisberg (Abteilungsleiter Holz/Milch, BZ Emme), Gfeller + Friedli Holzbau AG: Erika und Daniel Friedli (Geschäftsleitung), Tristan Hänni (Dipl. Holzbaumeister)

Normalerweise findet Oper in samtrot ausgeschlagenen Opernhäusern statt. Nun aber ging’s nach draussen, in das Eisenbahndepot der BLS Stiftung. Zwischen historischen Loks und Reisezugwagen trafen Opern- und Chorgesang auf dieses interessante Ambiente.

Projektverantwortliche

Mathias Behrends (Studiengangsleiter Oper, HKB Musik), Stefan Saborowski (Dozent Oper, HKB Musik)

Studierende

Katarina Brencic, Roxane Choux, Judith Dürr, Kristyna Hablova, Rira Kim, Marek Pavlícek, Pawel Slusarz, Réka Szabó, Marlena Thiele, Nino Topadze

Kooperationspartner*innen

Thomas Büchler (Geschäftsführung BLS Stiftung Burgdorf), Chormitglieder aus Burgdorf

Beeinflussen Schallwellen den Stoffwechselprozess von Käse derart, dass die Auswirkungen aromastofflich nachweisbar und kulinarisch spürbar sind? So lautete die Ausgangsfrage dieser künstlerisch-kulinarischen Versuchsanordnung. Im Käsehaus K3 in Burgdorf wurden neun Käselaibe mit verschiedenen Sinuswellen und Musikstücken gezielt beschallt. Danach wurden die Laibe einer aromastofflichen Untersuchung unterzogen sowie einer kulinarischen Jury vorgesetzt.


Künstlerisches Konzept und Begleitung

Michael Harenberg (Studiengangsleiter Sound Arts, HKB Musik)

Studierende

Pascal Lund-Jensen, Manolo Müller, Simon Walker, Raphael Hitz

Kooperationspartner und Produzent

Beat Wampfler (Käsehaus K3, Burgdorf)

Wissenschaftliche Begleitung

Tilo Hühn (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften)

Ein Schauspielstudent sammelte Lebensanekdoten von älteren Burgdorfer*innen. Er baute eine Klappmaulpuppe, die die gesammelten Geschichten nacherzählte. Indem er der Puppe die Anekdoten in den Mund legte, eröffnete sich für die Geschichten eine neue Bühne, ohne dass der*die Erzähler*in selbst ins Rampenlicht treten musste.

Projektverantwortlicher

Florian Reichert (Fachbereichsleiter, HKB Theater)

Studierender

Stephan Eberhard (Konzept und Durchführung des Projekts)

Kooperationspartner*innen

Zentrum Schlossmatt Region Burgdorf, Altersheim Sonnhalde, Theater Z

HKB geht an Land im Parc régional Chasseral im Berner Jura 2017

Unter dem Leitmotiv «Bâtiments vides ou pleins de vie?» setzten sich Dozierende und rund 100 Studierende aus den Fachbereichen Musik, Gestaltung und Kunst, Oper/Theater, Y Institut und vom Schweizerischen Literaturinstitut während zweier Semester künstlerisch mit der Industriegeschichte des Vallon de Saint-Imier und des Bas-Vallon auseinander. Die Studierenden erhielten die Gelegenheit, die Pforten still gelegter Fabriken zu öffnen, deren Geschichten zu erfahren, die Räumlichkeiten künstlerisch wiederzubeleben. Sie traten in einen künstlerischen Austausch mit einer unbekannten Region im Kanton Bern und realisierten im Rahmen ihrer Lehre themenspezifische Projektarbeiten in St-Imier, Courtelary, Orvin und Rondchâtel.

Nebst der Auseinandersetzung mit der Industriegeschichte wurde im Kulturzentrum Espace Noir in St-Imier die anarchistische Bewegung thematisiert. An zwei Wochenenden wurden die Projekte aus den verschiedenen Studiengängen zusammengezogen und für die öffentliche Schlusspräsentation in St-Imier, respektive Orvin/Rondchâtel zu einem künstlerischen Gesamtprogramm zusammengestellt.

Auswahl der im Berner Jura umgesetzten Projekte

Studierende aus Musik und Medienkunst haben sich im Berner Jura auf Tonreisen begeben und Figuren, Themen und Schauplätze der Region in Radio-Features festgehalten.

Leitung

Martin Bezzola (Gastdozent), Dozierende Sound Arts

Studierende

Luzius Bauer, Pablo Chacon, Till Eiholzer, Hector Fassa, Julian Glaus, Luz Gonzalez, Helena Hegglin, Laurens Inauen, Daniel Miska, Luzian Rast, Nora Ringgenberg, Andreas Ryf, Mathias Smith, Moritz Tobler, Demian Wyssmann, Merlin Züllig.

Anarchistische Theaterszenen, inszeniert als Mischung aus Theoriediskurs zwischen Proudhon, Bakunin und Stirner, historischem Reenactment und aktuellen Ausdrucksformen des libertären Denkens und Handelns.

Projektverantwortliche

Johannes Mager, Marianne Oertel

Studierende HKB Theater

Malte Homfeldt, Julius Kastner, Sandrine Zenner.

Die alte Ziegelei aus dem 19. Jahrhundert liegt hinter dem schmucken Dorf Orvin beim Weiler Jorat. Das Gebäude besteht aus einem grossen Ziegeldach, das einen in der Mitte gebauten Ofen schützt. Die angrenzenden Räumlichkeiten sind wie gemacht für Klanginterventionen und -installationen. Sound-Arts-Studierende haben während vier Tagen in einer Auseinandersetzung mit dem Ort («in situ») ihre Arbeiten entwickelt.

Projektverantwortliche

Cathy van Eck, Benoît Piccand, Valerian Maly

Workshop

Lilian Beidler, Studierende Sound Arts

Die Holzstofffabrik Rondchâtel liegt im engen Tal der Schüss, abseits vom Treiben der Stadt an einem weitgehend naturbelassenen Ort. Wie ein Block aus einer anderen, vormals industrialisierten Welt steht das grosszügige Jahrhundertwendegebäude da. Die Elemente Wasser, Holz und Stein prägen den Raum. Mit der Performance erwacht das Gebäude zu neuem Leben, erklingt und wird so mit allen Sinnen erfahrbar. Inspiriert von der jeweiligen Atmosphäre haben die Studierenden in kurzen Szenen Begebenheiten dargestellt, die im Hause stattgefunden haben könnten.

Pächter

Fritz Schwarz

Projektverantwortliche

Claudia Wagner, Daniela Toma, Anna Barmettler, Lucien Matthey (Perkussionsworkshop), Studierende Musik und Bewegung

Projektausschreibung HKB geht an Land 2021

Eine äusserst erfolgreiche zweite Austragung von «HKB geht an Land» in und mit Burdorf bestärkt die Hochschule der Künste Bern HKB, die künstlerische Kooperation mit Gemeinden des Kanton Bern weiterzuführen. Zum vierten Mal schreibt die HKB ihr Projekt HKB geht an Land aus. Wir würden uns freuen, Ihre und die Aufmerksamkeit Ihrer Gemeinde für diese aussergewöhnliche Partnerschaft zu gewinnen.

Zeitgleich zur Realisierung der dritten Austragung von HKB geht an Land 2020 in Interlaken lädt die HKB die Gemeinden im Kanton Bern ein, Ideen für künstlerische Projekte einzureichen, die 2021, bei der vierten Ausgabe von HKB geht an Land, vor Ort entstehen werden. Die Gemeinden sind Ausgangspunkt und zugleich Schauplatz ihres Projekts – mit charakteristischen Örtlichkeiten, einer lokalspezifischen Thematik, kulturellen Eigenheiten, historischen oder aktuellen Fragestellungen, die die Region bewegen. Dabei stehen alle künstlerischen Disziplinen der kantonalen Kunsthochschule zur Verfügung: Musik (Klassik/Jazz), Oper und Theater, Gestaltung und Kunst, Konservierung und Restaurierung, literarisches Schreiben und Forschung. HKB geht an Land trägt dieses kreative Potenzial in den Kanton hinaus – direkt in die Berner Gemeinden.

Bei Fragen oder für eine unverbindliche Kontaktaufnahme – auch zur Besprechung noch vager Ideen in Ihrer Gemeinde – steht Ihnen die Geschäftsleiterin Virginie Halter jederzeit gerne zur Verfügung.

Einreichfrist ist der 1. März 2020.

Wir freuen uns auf viele spannende Eingaben!

Kontaktieren Sie uns!

Jede in einer Berner Gemeinde wohnhafte Person kann unter Einbezug der lokalen Gemeindebehörden eine Projektidee für ihre Gemeinde oder Region einreichen. Gemeinden, die in vergangenen Jahren bereits ein Projekt eingereicht haben, werden bei erneuter Eingabe wieder neu und neutral in die Ausscheidung einbezogen.

  • Ausgangspunkt eines Projekts bildet der inhaltliche Bezug zur Gemeinde oder Region: Lokalitäten, Infrastruktur, historische, sprachliche oder kulturelle Eigenheiten, eine aktuelle Fragestellung etc.
  • Ein Projekt bezieht verschiedene Fachbereiche aus dem Lehrangebot der HKB mit ein: Musik, Gestaltung und Kunst, Konservierung und Restaurierung, Oper/Theater, literarisches Schreiben, Forschung. Die Bereiche können spartenübergreifend oder in Form individueller Teilprojekte einer Gesamtidee zum Tragen kommen.
  • Das Projekt ist keine Auftragsarbeit an die HKB, sondern wird in direkter Zusammenarbeit mit der eingebenden Gemeinde realisiert.
  • Die Gemeinde stellt für die Realisierung ihrer Projektidee nach ihren Möglichkeiten folgende Ressourcen zur Verfügung: Personal, Infrastruktur, Zeit, finanzielle Mittel (abhängig vom Projekt).

Die Zusammenarbeit zwischen der HKB und einer ausgewählten Gemeinde ist im Sinne einer Partnerschaft jeweils über ein Jahr angelegt (im Jahr darauf wird die Kooperation wieder neu ausgeschrieben). Die Kooperation kann sich – abhängig von der Form des Projekts und den beidseitigen Kapazitäten – über längere zusammenhängende Zeiträume oder punktuell übers Jahr verteilen.

Die Auswahl der überzeugendsten Projektidee aus allen jährlichen Eingaben geschieht durch eine Fachjury seitens der HKB. Nach Auswahl der überzeugendsten Projektidee werden in Absprache mit den lokalen Gemeindebehörden konkrete Formen und Gefässe für die künstlerischen Auseinandersetzungen entwickelt.

Eine Gemeinde kann mit ihrer Projekteingabe einen lang gehegten oder aktuellen Wunsch verwirklichen und wird während eines Jahres zum künstlerischen Schauplatz im Kanton Bern. Die Lokalbevölkerung und das ansässige Gewerbe sollen nach Möglichkeit aktiv am Projekt teilhaben – direkt mitwirkend, als Gastgeber oder Publikum. Auf der Gegenseite bekommt die HKB die Gelegenheit, das gewohnte Hochschulumfeld zu verlassen, ein anderes Stück Bern kennenzulernen und dort ihr kreatives Potenzial und künstlerisches Know-how einzubringen.

Die Ziele des gemeinsamen Experiments sind direkte Begegnungen, kultureller Austausch zwischen Stadt und Land, die gegenseitigen Einblicke, das Entdecken und die Zusammenarbeit zwischen der Kunsthochschule und den Gemeinden im Kanton Bern. Die Ergebnisse aus den Projektarbeiten werden öffentlich präsentiert und in der Entstehung medial begleitet.

Organisation

Geschäftsleitung

Virginie Halter
Geschäftsführung «HKB geht an Land»
+41 79 960 01 31
virginie.halter@hkb.bfh.ch

Projektleitung / Vorsitz Projektrat

Christian Pauli (Leiter Kommunikation und Publikationen HKB)

Mitglieder Projektrat

  • Minou Afzali (Forschungsdozentin Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign)
  • Verena Andel (Leiterin Weiterbildung)
  • Jacqueline Baum (Mitarbeiterin und Beraterin in den Studiengängen der Vermittlung)
  • Lennart Dohms (Studiengangsleiter MA Music Performance)
  • Michael Harenberg (Studiengangsleiter BA Sound Arts / Studienbereichsleiter MA Contemporary Arts Practice)
  • Claudia Kühne (Leiterin KULT – Studierendenagentur der HKB)
  • Florian Reichert (Fachbereichsleiter Theater)
  • Manuel Schüpfer (Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter MediaLab)