Kunst als Forschung: Künstlerische Gestaltungs- und Erkenntnisprozesse

In diesem Forschungsfeld des Instituts Praktiken und Theorien der Künste (IPTK) sind wissenschaftliche und künstlerische Forschungsprojekte angesiedelt, bei denen sich Forschende aus Kunst und Wissenschaft mit ästhetischen Praktiken intermedialer Künste im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen auseinandersetzen.

Es stellt künstlerische Gestaltungs- und Erkenntnisprozesse ins Zentrum. In Forschungsprojekten werden künstlerische Praktiken der Erkenntnisproduktion detailliert erkundet. Des Weiteren werden sie entwickelt und eingesetzt, um aktuellen Fragen nach Körperlichkeit, Materialität und Subjektkonstitution in gesellschaftlich-historischen und kulturellen Kontexten nachzugehen. Methodisch greifen die Projekte auf Interviews, Fotoelizitationen, teilnehmende Beobachtung u.a.m. zu.

Das Forschungsfeld rückt experimentelle Vorgehensweisen sowie Formen des Denkens durch eine künstlerisch-ästhetische, performative, medienübergreifende Praxis und die damit einhergehenden sprachlichen und nicht-sprachlichen Wissensformen ebenfalls in den Fokus. Ferner kommt Seh- und Erkenntnisprozessen der Kunstwahrnehmung sowie der bildlichen Bedeutungskonstitution eine zentrale Rolle zu.

Das Forschungsfeld hat direkte Wirkung in die Lehre der HKB, indem in verschiedenen Lehr- und Diskussionsgefässen Themen, Konzepte und Grundlagen der «Kunst als Forschung» diskutiert werden. Diese Auseinandersetzung führt zum einen zu Forschungsprojekten und zum anderen zu einer durch Forschung erweiterten Arbeitsperspektive der Studierenden.

Laufende Projekte

Auswahl

Die «Tiere Afrikas» hinter Glas – Die Dioramen im Naturhistorischen Museum Bern

Die «Tiere Afrikas», deren Felle, Schädel und Gehörne vor fast 100 Jahren aus Jagdexpeditionen nach Bern gebracht wurden, können in den Habitat-Dioramen des Naturhistorischen Museums Bern (NMBE) bis heute bewundert werden. Das interdisziplinäre Projekt untersucht, wie und nach welchen Vorbildern die Gaben zu lebendig wirkenden Tieren präpariert, in welche Landschaftsdarstellungen sie eingegliedert und wie die Dioramen über die Zeit hinweg instand gehalten wurden.

Practices of Aesthetic Thinking

A collaborative network of all four German-language universities of the arts in Switzerland is aiming to develop a self-contained epistemology of aesthetics. This project seeks to identify a specific form of knowledge in aesthetics that is distinct from other, conceptual, discursive or 'propositional' forms of knowledge in the sciences and philosophy. The general thesis is that practices themselves are not always bound up with a specific form of thinking (which is based in judgement), but that there are also forms of practices that performatively induce reflexivity.

Digitales Kapital im Einsatz: Zur Transformation digitaler Praktiken in den Kunstausbildungen

Welche digitalen Praktiken wenden Studierende in der Abschlussphase ihrer Kunstausbildung an, wo haben sie diese gelernt und wie werden sie evaluiert? Vor allem aber: wie prägen diese ihr studentisches Selbst? Sich diesen Fragen widmend untersucht die Studie Unterschiede in der Ordnung und Hierarchisierung des sozialen Raumes hinsichtlich der Zirkulation eines digitalen Kapitals (in Anlehnung an Bourdieus Kapitaltheorie). Damit liefert das Projekt Erkenntnisse zu Zusammenhängen zwischen der digitalen Transformation der Gesellschaft und den sozialen Chancen von Kunststudierenden.

Lebensmittel als Material in installativen und partizipativ-performativen künstlerischen Arbeiten – Dokumentation, Analyse, Rezeption

Künstlerische Arbeiten, die aus echten Lebensmitteln bestehen, sind häufig sehr kurzlebig und zeichnen sich durch eine multisensorische Dimension aus – neben dem Gesichtssinn werden auch andere Sinne der Betrachtenden involviert, wie Riechen, Tasten, Schmecken. Das Forschungsprojekt untersucht erstmals die Dokumentation, Analyse und Rezeption solcher Werke aus dreifacher Perspektive:  
1) Konservierung-Restaurierung, 2) Kunstwissenschaft und 3) Kunst/künstlerischer Forschung. Dabei liegt der Fokus auf installativen und partizipativ-performativen künstlerischen Arbeiten der Gegenwart.

Kontakt

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Hochschule der Künste Bern HKB
Forschung
Institut Praktiken und Theorien der Künste
Sekretariat: Daniela Wüthrich
Fellerstrasse 11
CH-3027 Bern