Gesund im Bestand: Bezahlbare und soziale Transformation in Bern

Wie kann gesundes, bezahlbares und sozial gerechtes Wohnen im Bestand gelingen? Mit dieser Fragestellung befasst sich das als Modellvorhaben für nachhaltige Raumentwicklung geförderte Projekt.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Architektur, Holz und Bau
  • Institut(e) Institut für Siedlung, Architektur und Konstruktion ISAK
  • Forschungseinheit(en) Fachgruppe Urbane Transformation FGUT
  • Förderorganisation Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesverwaltung)
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2026 - 31.12.2030
  • Projektleitung Jonathan Stimpfle
  • Projektmitarbeitende Ulrike Schröer
    Christine Gross
    Andreas Sager
    Giulio Galasso
    Henriette Lutz
    Prof. Dr. Hedi Gaspar
    Prof. Simone Gäumann
  • Partner Stadt Bern, Stadtplanung
    CPV/CAP Pensionskasse Coop, Immobilien
    Hochschule Luzern, Institut für Finanzdienstleistungen Zug
    Kanton Bern, Amt für Gemeinden und Raumordnung
    Mössinger Immobilien Research Walkers
    Stadt Bern, Sozialplanung
    Stadt Bern, Umwelt und Energie
    Stiftung Familiensupport Bern West
    urbanistin, Community Developer
    Vereinigung Berner Gemeinwesenarbeit
    Visana Services AG, Immobilien
    Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit, Abteilung Soziale Systeme
    Berner Fachhochschule, Gesundheit, Institut Kollaboration und Leadership

Ausgangslage

Im Zentrum steht dabei insbesondere, wie sich bestehender Wohnraum so weiterentwickeln lässt, dass er gesund, bezahlbar und sozial gerecht ist. Auf Grundlage des sich in der anwendungsorientierten Stadtforschung etablierenden Ansatzes der Urban Health (WHO 2022) hat das Projekt zum Ziel, anhand von Fallstudien modellhafte und integrierte Strategien für eine gesunde Transformation des bestehenden Wohnraums zu entwickeln. Besonderes Augenmerk liegt auf der Preisgestaltung und Tragbarkeit des transformierten Wohnraums für einkommensschwächere Haushalte sowie auf der sozialverträglichen Gestaltung von Transformationsprozessen. Denn Wohnraum ist ein wichtiger Faktor, durch den gesundheitliche Ungleichheiten entstehen und über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben (Swope 2019). Das Projekt soll Wege aufzeigen, wie der Bestand so weiterentwickelt werden kann, dass er gesundheitsfördernd, sozial durchmischt und wirtschaftlich tragfähig bleibt - und gleichzeitig zur Wohnraumschaffung und verträglichen Verdichtung beiträgt.

Vorgehen

In mehreren Fallstudien werden typische Nachkriegssiedlungen aus den 1950er- bis 1980er-Jahren, insbesondere in privatem Besitz, untersucht. Diese dominieren den Mietwohnungsbestand und weisen einen erheblichen Erneuerungsbedarf auf. Methodisch basiert das Projekt auf der systemischen Verknüpfung von Gesundheit, Wohnen und Wohnumfeld, wodurch ganzheitliche Strategien entwickelt und neue Handlungsfelder erschlossen werden. Diese sollen auf verschiedenen Ebenen Wirkung entfalten und unterschiedliche Akteur*innen des Wohnungsbaus und darüber hinaus, ansprechen. Das Wohnlabor bildet das zentrale organisatorische und methodische Rückgrat des Projekts und fungiert als kooperatives Arbeits- und Austauschformat. Als kontinuierlicher Dialograum verbindet es kollaborative Stadtforschung und Stadtpraxis, indem qualitative und quantitative Ansätze, forschendes Entwerfen sowie verwaltungsbezogene Umsetzungen iterativ erprobt, diskutiert, geschärft und in den Fallstudien zusammengeführt werden. Gleichzeitig dient es als Aushandlungs- und Entwicklungsplattform für komplexe Stadtentwicklungsprozesse. Als dynamisches Gefäss, geprägt durch direkte persönliche Kommunikation und geringen bürokratischen Aufwand, ermöglicht es eine effiziente und innovationsfördernde Zusammenarbeitskultur im Umgang mit hoher Komplexität.

Ergebnisse

Das Projekt liefert Ergebnisse und Produkte, die auf unterschiedlichen Ebenen Wirkung entfalten sollen und verschiedene Nachhaltigkeits- und Politikbereiche sowie unterschiedliche Akteur*innen des Wohnungsbaus ansprechen. Im Fokus stehen Erkenntnisse und Lösungsbeiträge sowie deren Implementierung und der Aufbau anschlussfähiger Strukturen in den Bereichen Architektur und Planung, Governance, Wirtschaft und Politik. Dabei wird direkt an die laufende Revision der baurechtlichen Grundordnung (BGO-Revision) der Stadt Bern sowie an Massnahmen der städtischen Wohnstrategie und der Energie- und Klimastrategie angeknüpft, um einen Wissenstransfer mit grösstmöglicher Hebelwirkung zu ermöglichen.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden