Prof. Dr. Emanuela Chiapparini

Steckbrief

Prof. Dr. Emanuela Chiapparini Co-Abteilungsleiterin

  • Adresse Berner Fachhochschule
    Soziale Arbeit
    Abteilung Soziale Systeme
    Hallerstrasse 10
    3012 Bern

Tätigkeiten

  • Armutsbekämpfung und -prävention: User Involvement, partizipative Modelle in der Praxis , Ausbildung und Forschung (z.B. Peer-Arbeit, Rat für Armutsfragen, Fachkurs oder Praxisleifaden), Nicht-Bezug

  • Soziale Arbeit im Kontext Schule: Tagesschule, ausserschulische Bildung, Schulsozialarbeit, Kindeswohl, Peers, Kooperation, Kindesschutz, Professionalisierung, Grenzüberschreitungen

  • Kinder- und Jugendhilfe; Zugehörigkeit und Erinnerungsarbeit von fremdplatzierten Kindern und Jugendlichen

  • Elternbildung, Erreichbarkeit von Mütter und Väter, innovative Lernsettings

  • Soziale Probleme und Interventionen, soziale Ungleichheit

  • qualitative und quantitative Sozialforschung, Mixed Methods

Lehre

  • Bacherlor- und Master-Studiengang

  • Weiterbildungsmodul Angewandte Forschung (2020-2023)

  • Zusammenarbeiten - Transdisziplinäre Kooperation und Organisation

  • Tagesschule, Qualität, Bildung und Inklusion

  • User Involement und Peer Groups

  • Partizipative Modelle in der Armutsprävention und -bekämpfung

  • Partizipation in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

  • Kinder- und Jugendforschung

  • Qualitative Forschungsmethoden, Mixed Methods

Lebenslauf

  • Emanuela Chiapparini ist seit April 2026 Co-Leiterin des Bereichs Soziale Systeme und Co-Leiterin Forschung am Departement für Sozialarbeit der Fachhochschule Bern. Zuvor war sie seit 2022 Leiterin des Instituts für Kindheit, Jugend und Familie am Departement für Sozialarbeit der Fachhochschule Bern.
    Sie ist in der empirische Forschung in den miteinander verknüpften Bereichen Tagesschule, Freizeit und Peer-Arbeit tätig, wobei sie spezifische Methoden der Sozialforschung wie partizipative Ansätze, Nutzer:innen-Forschung und kindzentrierte Forschung entwickelt und anwendet. So bezieht sie im laufenden Projekt zu Peer-Arbeit (SNF-Projekt 227353) armutsbetroffene Menschen als Mitforschende, um massgeschneiderte Konzepte für Peer-Arbeit in den Städten Bern, Biel und Neuenburg zu entwickeln. Die Umsetzung dieser Konzepte wird von einer Wirkungsstudie mit gemischten Methoden begleitet.
    Zu ihren weiteren wichtigen Arbeiten der letzten Jahre zählen verschiedene anwendungsorientierte Forschungsprojekte im Auftrag von Bildungsbehörden, Sozialdiensten, Bundesbehörden und Nichtregierungsorganisationen.
    Im Rahmen der Förderphase (2019–2024) der Nationalen Plattform gegen Armut, in der Partizipation als Schwerpunktthema festgelegt wurde, beauftragten das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) Emanuela Chiappparini mit der Durchführung zahlreicher Projekte. In diesen konnte sie das Wirkungspotenzial von Beteiligungsprozessen bei armutsbetroffenen Personen im Rahmen armutsbekämpfender Massnahmen und Projekte nachweisen. Diese Berichte bildeten eine Grundlage an Referenzliteratur für die Schweizer Partizipationsforschung zur Armutsbekämpfung und -prävention.
    Weitere Forschungsthemen umfassen die Tagesschule, Zusammenarbeit, Wohlbefinden, Kindesschutz, Schulsozialarbeit sowie Elternbildung innerhalb und ausserhalb der Schule. In diesem Zusammenhang hat sie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die Rolle der Sozialen Arbeit, das umfassende Verständnis von Bildung und die Qualitätskriterien in der Tageschule zu etablieren sowie die Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen bei der Bewertung von Tagesschulen, deren Nutzen und deren Inanspruchnahme zu berücksichtigen.

    Ihre Fachexpertise in der Schweiz und im Ausland spiegelt sich in den Beiträgen von Wissenschaftlern und Experten wider, etwa in Gutachten, Vorträgen, Publikationen und anderen Forschungsaufträgen sowie in der Mitwirkung in Beiräte zur Entwicklung der Beteiligung in der Armutsbekämpfung und -prävention, im Bereich der Tagesschule und der Qualitätsrahmen für die Schulsozialarbeit.

    Durch ihren starken Fokus auf die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis hat Emanuela Chiapparini wissenschaftlich fundierte Beiträge dazu geleistet, deutlich zu machen, dass es zur Bekämpfung von Armut wichtig ist, den armutsbetroffenen Menschen eine Stimme zu geben, sie in Massnahmen und Projekte zur Armutsbekämpfung einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, eine aktive Rolle zu spielen, damit sich der Zugang und die Zielführung Massnahmen und Unterstützungsangeboten optimiert werden kann (Stichwort: Nicht-Bezug).
    Zu diesem Zweck haben private und öffentliche Unterstützungsangebote im Hinblick auf ihre Zugänglichkeit sowie die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu überprüfen.
    Zudem sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, um negative Folgen wie symbolische Beteiligungsprozesse oder eine missbräuchliche Verantwortungsabgabe zu verhindern.

    Emanuela Chiapparini wirkt in verschiedenen wissenschaftlichen Fachorganisationen der Sozialen Arbeit und der Erziehungswissenschaft in der Schweiz und international mit. 2026 wurde sie zum Mitglied der Koordinationsgruppe des Rates für Armutsfragen in der Schweiz (Nationale Plattform gegen Armut) und in den Vorstand von Caritas Bern gewählt.

    Zudem hat sie mit wissenschaftlich fundierten Beiträgen dazu beigetragen, deutlich zu machen, dass Lernen nicht nur im Unterricht stattfindet, sondern auch in den ausserunterrichtlichen Angeboten an Tagesschulen, und dass das Wohlbefinden des Kindes als Orientierungspunkt für die Entwicklung von Tagesschule zu verstehen ist.
    Sie wurde in den Vorstand des Schweizerischen Kinderbetreuungsverbandes (Kibesuisse) gewählt, damit diese Ansätze breit und direkt in die Bildungs- und Sozialpolitik einfliessen können. Zudem hat sie massgeblich zur Wissensvermittlung zum Thema Tagesschule beigetragen (z. B. CAS in der italienischsprachigen Schweiz/SUPSI), und ihre Expertise wird regelmässig von renommierten Medien nachgefragt, unter anderem in mehreren Interviews im Schweizer Radio und Fernsehen.

    Schliesslich war sie 2009 Mitbegründerin der interdisziplinären Peer-Mentoring-Gruppe für qualitative Forscher:innen (QualiZüri) und leitete diese viele Jahre lang. Dies hat wesentlich zur Etablierung der qualitativen Forschung auf universitärer Ebene in der Schweiz beigetragen, Konferenzen in der Schweiz gefördert und junge Forscher:innen in ihrer Karriere gestärkt.
  • seit 2026 Co-Abteiligungsleiterin Soziale Systeme und Co-Leiterin Forschung Berner Fachhochschule, Departement Soziale Arbeit
  • 2022-2026 Leiterin Institut Kindheit, Jugend und Familie Berner Fachhochschule, Departement Soziale Arbeit
  • 2025 Lehrbeauftragte Yerevan State University
  • 2022 Lehrbeauftragte Universität Fribourg
  • 2019 bis heute Professorin in Soziale Arbeit Berner Fachhochschule
  • 2014-2018 Dozentin & Projektleiterin, Departement Soziale Arbeit, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
  • 2014-2016 Internationale Studienaufenthalte Boston University und New York University
  • 2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt EUMARR (SNF, ESF) Universität Zürich
  • 2012-2016 Leitung des Projekts "Bedeutung von Peerbeziehungen in informellen Gruppen zu Beginn der Berufsausbildung" Universität Zürich
  • 2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Jugendvereine in der March (Mercator Schweiz, Stiftung idee:sport, Jugendbüro March) Universität Zürich
  • 2012-2014 Dozentin & Postdoc am Soziologischen Institut mit Schwerpunkt Jugendforschung Universität Zürich
  • 2010-2014 Leitung der qualitativen Teilstudie im Forschungsprojekt "Partizipations- und Engagementformen Jugendlicher im Kanton Zürich" (SoYouth) Universität Zürich
  • 2009-2013 Co-Gründerin & Co-Leiterin der Forschungsgruppe „QualiZüri-Kompetenz & Vernetzung in der qualitativen Sozialforschung“ Universität Zürich
  • 2009 Gastforscherin und Referentin University of Canterbury und University of London
  • 2023-2024 CAS Academic Leadership - Führen an Hochschulen Universität Bern
  • 2021 Weiterbildung in Leadership: Entwicklung, Reflexion und Empowerment in der Führung Berner Fachhochschule
  • 2012-2014 Hochschuldidaktisches Programm mit Zertifikat „Teaching Skills“ Universität Zürich
  • 2007-2011 Promotion in Erziehungswissenschaften: "Ehrliche Unehrlichkeit. Eine qualitative Untersuchung zur Tugend Ehrlichkeit bei Jugendlichen an der Zürcher Volksschule" (2012) Universität Zürich
  • 1995-2001 Studium in Allgemeiner Pädagogik, Sozialpädagogik, Philosophie und Religionsgeschichte Universität Zürich
  • Einjähriges sozialpädagogisches Praktikum im Jugendheim Heizenholz (Zürich) & im Behindertenheim Waldheim, Lachen (AR)
  • Ehrenamtliches Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit (Fokolar-Bewegung Bern, Schweiz und international)

Projekte

Publikationen

Mitgliedschaften

Betreute Arbeiten

  • Blattmann, Martina Lebensweltorientierte Schulsozialarbeit an der "Tagesschule 2025". Das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern im Fokus 2018

  • Frener, Pascal Das Projekt „Tagesschule 2025“ und der erweiterte Bildungsbegriff. Eine Dokumentenanalyse 2018

  • Fischer, Sabina Startbedingungen schaffen! – Wie durch frühe Förderung mehr Chancengerechtigkeit beim Schuleintritt geschaffen werden kann. Ein kritischer Vergleich Deutschschweizer Projekte der frühen Förderung 2016

  • Kündig, Marion Sexuelle Gesundheit von nigerianischen Sexarbeiterinnen in Zürich 2015

  • Iten, Tanja (Un)gerechte Lehrstellensuche. Eine Literaturarbeit zu sozialer Ungleichheit im Übergangsprozess von der Schule in die Berufslehre 2015

  • Hansen, Tina Kinder depressiv erkrankter Eltern 2015

Sprachen- und Länderkenntnisse

  • Deutsch
  • Italienisch
  • Englisch
  • Französisch
  • Italien
  • Deutschland
  • Schweden
  • Vereinigte Staaten von Amerika
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
  • Luxemburg
  • Philippinen