Lehrangebot

Jahresthema

Das Y bestimmt jeweils zu Studienjahresbeginn ein Thema, das in Y-Lehrangeboten künstlerisch erforscht wird.

Y-Jahresthema 2026/27: «Licht»

«Brighten the Corners» (Pavement)

Licht ist eine elektromagnetische Strahlung. Der für das menschliche Auge sichtbare Lichtbereich umfasst eine Wellenlänge von 400 bis 800 Nanometern (aus musikalischer Perspektive könnte man sagen: das ist nur eine Oktave). Licht wird reflektiert, gestreut, absorbiert oder gebrochen. Ungebremst reist es mit einer Geschwindigkeit von etwa 300.000 Kilometern pro Sekunde. Seine Intensität nehmen wir als Helligkeit und die spektrale Zusammensetzung als Farbe wahr. Wird unsere Sicht in den Nachthimmel überblendet, sprechen wir von Lichtverschmutzung.

Das Licht kann auch eine Metapher sein. In vielen Religionen gilt es als göttliches Prinzip. Schon Platon schilderte den Weg zur Erkenntnis als Ausbruch aus einer dunklen Höhle. Die Aufklärung inszenierte das Licht dann als Symbol für den Aufbruch aus einem angeblich finsteren Zeitalter. Allerdings sind die westlichen Ideale von Vernunft, Bildung und Meinungsfreiheit über die letzten Jahrzehnte mancherorts in die Kritik geraten, weil der damit verbundene Fortschritt nicht nur Wohlstand gebracht, sondern auch Verwüstungen angerichtet hat.

In den Künsten ist das Licht allgegenwärtig, angefangen beim Widerschein auf Gemälden bis hin zur Lichtkunst als eigenständige Gattung. László Moholy-Nagy entwarf den Licht-Raum-Modulator als eine Art Weltmodell, während sich in James Turrells flirrenden Installationen die Dimensionen aufzulösen scheinen. Politisch wurde das Medium sehr unterschiedlich eingesetzt, von Albert Speers Lichtdom als nationalsozialistisches Propagandamittel bis hin zu Jenny Holzers rätselhaften Leuchtschriften am Times Square. Der Film ist eh ein universelles Lichtspiel.
Wobei: Künstlerisch kann es gerade da interessant werden, wo das Reich des Unsichtbaren beginnt.

Y-Projekte

In den Y-Projekten, die sich thematisch auf das Jahresthema beziehen, kommen Studierende aller Studienrichtungen der HKB zusammen. Es wird von einer gemeinsamen Fragestellung ausgegangen, deren theoretischer und historischer Hintergrund erarbeitet wird. Auf dieser Grundlage entwickeln die Studierenden eigene Projekte in ihrer Disziplin, die das Thema auf künstlerische Weise erforschen und reflektieren. Die disziplinäre Arbeit wird dadurch in den erweiterten Kontext der anderen Künste gestellt. In dieser «verschärften Nachbarschaft» erhalten die Studierenden die Möglichkeit, die Bedingungen ihres eigenen Fachs und dessen Positionierung zu erfahren und in konstruktiver Konkurrenz gegenseitig zu behaupten.

Die Projekte finden jeweils am Freitag statt. Am Ende des Semesters werden die Projektarbeiten öffentlich vorgestellt.

Y-Toolboxes

Toolboxes sind Kompaktangebote mit den Schwerpunkten Theorie, Experiment und Anwendungswissen. Sie finden in der neunten Woche jedes Semesters statt. Studierende erhalten für ihren Besuch 2 Credits. Toolboxes werden, wenn nicht anders vermerkt, mit min. 10 und max. 18 Studierenden durchgeführt.

Y-Toolboxes im Herbstsemester 2026

  • «Poésie de la lumière et de l’obscurité» (Alessandro De Francesco, Poet, Artist, Essayist)
  • «When light changes its appearence» (Magí Garcías, Pianist, HKB Musik)
  • «Flashing Lights» (Leonie Felber, Grafikdesignerin & Eva Schuler, Kulturvermittlerin)
  • «LichtSound-Lab» (Paula Häni, Musik HKB & Rosa Wernecke, Videokünstlerin, Berlin)
  • «The Smell of Light» (Nicola Pozzani, Fragrance Creator, Lecturer)
  • «ITER AD LUCEM. Vom Dunkel ins Licht» (Noëlle Revaz & Michael Stauffer, SLI)
  • «Der Sonn’ entgegen. Psychogeografische Streifzüge» (Florian Werner, Schriftsteller Berlin)
  • «Nachhaltige Entwicklung an der HKB» (Urs Zehnder, Beauftragter Nachhaltigkeit HKB)
  • «Unverwechselbar! Präsenz im künstlerischen Profil stärken» (Andrea Ferretti & Sibylle Robert Matt, Weiterbildung HKB»
  • «Popular Music and Society in postcolonial West Africa» (Henri Yéré, Center for African Studies, Basel)
  • «AV 1: Einführung in das MediaLab» (Hugo Ryser & Manule Schüpfer, MediaLab HKB)

Y-Master

Y-Master-Toolboxes im Herbstsemester 2026

  • «Autor:innenschaft» (Darija Davidovic & Fabiana Senkpiel)
  • «Let there be Light!» (Hanna B. Hölling & Johannes M. Hedinger)
  • «Plurimediality, crossmodalities and other beasts» (Nemanja Radivojević)
  • «Music, poems, paintings, and emotions in Ragamala» (Sonika Soni & Rajiv Satapati)
  • «Research in the Arts I: Exploring» (Yvonne Schmidt, Forschung HKB)
  • «Cooperation in the Arts» (Martin Skamletz)

Kulturhistorische Vorlesung

Im Herbstsemester versteht sich die Vorlesungsreihe als eine Einführung in das Zusammenspiel der Künste und widmet sich ästhetischen Grundbegriffen, die Gültigkeit in allen Kulturbereichen besitzen.

Im Frühjahr sind die Anwendungsbeispiele an der Reihe: Dozierende der HKB und Gäste berichten aus ihrem jeweiligen Fachgebiet – auf eine Weise, die für Vertreter anderer Fachrichtungen verständlich und bereichernd ist.

Y-Talks

Die Veranstaltungsreihe «Y-Talks» möchte die Schnittstellen zu anderen künstlerischen wie auch wissenschaftlichen Disziplinen beleuchten. Was tut sich in den Grenzbereichen zwischen Literatur und Philosophie oder Politik, zwischen Literatur und bildender Kunst oder Musik? Welche Persönlichkeiten und Positionen prägen die interdisziplinäre künstlerische Praxis? Die Y-Talks werden versuchen, Antworten auf solche und ähnliche Fragen zu finden; ausgehend von aktuellen Diskussionen und Texten; im Gespräch mit Künstler*innen und Denker*innen, deren Stimmen Einfluss auf die verschiedenen Diskurse haben.